Yeeha…. Eine Woche in Texas

bei fast unerträglicher Hitze und Adrenalin im Gepäck beim Hinflug. Sozusagen ein Flug mit Hindernissen.

Meine Maschine von Hannover kam schon mit Verspätung in Frankfurt an. Chaotische Menschenmassen standen an der Passkontrolle. Hat alles ewig gedauert und mein Adrenalin stieg kontinuierlich, da mein Abflug um 10:00 Uhr nach Houston immer näher rückte. Endlich, um 9:55 war ich durch und beeilte mich zu meinem Gate zu kommen, das natürlich wieder am Ende des Terminals lag. Um 10:05 erreichte ich mein Gate völlig außer Atem und hörte jemanden meinen Namen sagen. Man fragte sich doch tatsächlich, ob man mich noch mitfliegen lassen wolle. Unerhört! Schließlich war die Verspätung nicht mein Verschulden. Mein Sitzplatz befand sich zwischen einem korpulenten jungen Amerikaner und einer zierlichen Veganerin aus Indien. Au weia, und das für 10,5 Stunden Flugzeit. Selbst im A380, dem Riesenvogel, waren die Sitzplätze doch sehr beengt. Mir tat mein Steiß noch zwei Tage danach weh. Bis Housten hatte ich ansonsten einen ruhigen Flug. Ich erschrak, als ich auf dem Weg zur Passkontrolle war, über die riesige Menschenmenge, die sich an 20 Apparaten verteilten und auf die elektronische Zollabfertigung warteten. Adrenalinschub und ran an den Feind. Ich mag diese Apparate nicht, weil ich befürchtete etwas falsch einzugeben. Kein Helfer in Sicht, den man hätte fragen können. Also, erstmal lesen, was die von mir wollen. Paß eingelegt zum scannen, 4 Finger der rechten Hand auf die Scanplatte gelegt, dann Angaben gemacht über eingeführte Güter. Dann noch einen Gesichtsscan, worauf der Apparat die Quittung ausspuckte. Damit zog ich, nach einer gefühlten Ewigkeit und Angst, den Anschluß nach San Antonio zu verpassen, zur Passkontrolle.

Ein netter Beamter wünschte mir eine schöne Zeit in Texas und ich beeilte mich meinen Koffer zu identifizieren für die Verladung in das Anschlußflugzeug. Oh, Schreck, mein Koffer war nicht zu finden. Etwas beunruhigt suchte ich weiter und fand ich ihn eingekeilt zwischen anderen Koffern auf einem ungekennzeichneten Band. Flugs schnappte ich ihn und rollte damit zur Zollkontrolle. Da der Flug nach San Antonio Verspätung hatte, konnte ich mich erstmal in aller Ruhe von all den Schrecken erholen.

In San Antonio angekommen wurde ich von meiner Familie abgeholt und wir fuhren nach Bandera zur „Mayan Dude Ranch“, um gemeinsam ein paar schöne Tage zusammen zu verbringen. Der Beiname „Dude“ war ursprünglich ein Schimpfwort. Es stand für Möchtegerncowboys. Auf dem Weg zur Ranch begegneten wir etlichen Rehen, die sich zutraulich verhielten und uns nur neugierig beäugten. Weiter entfernt am Waldrand standen hunderte von ihnen und grasten. Unglaublich schön dieser Anblick. So langsam wich der Streß von mir und ich begann, den Urlaub zu genießen.

Das Anwesen der Großfamilie Hicks, mit seinen weitverstreuten rustikalen Ferienhäuschen, lag auf einem Hügel inmitten von alten knorrigen Bäumen, die etwas Schatten spendeten auf dem Weg zum Haupthaus, indem man täglich sein Frühstück einnahm. Natürlich typisch texanisch nach alter Cowboy Tradition. Schinken, Speck, Eier, Pfannkuchen, Grillwürstchen, Sirup und Peanutbutter. Das war schon ein kulinarisches Erlebnis.

Ein täglich wechselndes Programm versprach weitere interessante Abenteuer.

Mein erster Ausritt begann schon abenteuerlich, da mein Sattel nicht ordnungsgemäß festgezurrt war und ich gegenhalten musste, um nicht abzustürzen. Es blieb auch keine Zeit jemanden zu bitten nachzubessern, da, nachdem alle 20 Touris aufsaßen, der Treck „had on tail“ schon los zog. Ich hielt mich wacker, indem ich mein Gewicht zur anderen Seite verlagerte. Das war anstrengend und mein Glücksgefühl auf dem Rücken des Pferdes hielt sich in Grenzen. Im Gänsemarsch führte man uns hinunter an den Medina river. Ein beeindruckender Trail durch die Natur entlang des Flusses unter gigantischen Bäumen und dann wieder offenem Gelände. Trotz Muskelkater ein schönes Erlebnis.

Interessant waren für mich die Dinosaurier Trecks . Auf einem flachen Felsenstück wurden von Geologen versteinerte Saurier Fußabdrücke entdeckt. Vor 135 Millionen Jahren lag das ganze Areal unter dem Meeresspiegel, was auch Funde von versteinerten Schnecken, Muscheln und fossilen Ammoniten bezeugen.

Ein weiteres Vergnügen, besonders für Kinder, war die Fahrt auf dem Heuwagen zum Hicksville Grillplatz.  Unter Schatten spendenden Bäumen standen rustikale Bänke und Tische an denen man, einigermaßen geschützt vor der sengenden Sonne, sein Abendessen einnehmen konnte. Leider gab es dort nur Bratwurst und Rippchen vom Grill, dazu diverse Salate und Brot. Mit einem ordentlichen Steak wurden wir dann erst am letzten Abend vor unserer Abreise überrascht, begleitet von Mariachi Musik. Davon hatte ich mir allerdings mehr versprochen. Die Band bestand nur aus drei betagten Herren, die sich redlich mühten etwas Stimmung zu machen. Die Gäste reagierten nur mit müdem Beifall.

Zuvor wurde ein ebenso betagtes Longhorn vorgeführt. Jeder der wollte, durfte sich mit ihm ablichten lassen und auch auf seinen Rücken klettern. Eine große Attraktion wieder für die Kinder.

An einem anderen Tag fuhren wir über Land nach Medina, um auch etwas von Texas zu sehen. Das Land ist erstaunlich vegetationsreich trotz Hitze und Trockenheit. Weit auseinander gezogene Siedlungen und Farmen, kaum sichtbar versteckt in Wäldern und hinter Büschen, lassen die Landschaft fast unbewohnt wirken. Nicht verwunderlich bei einer Fläche von 695.621 km² und nur 28,3 Millionen Einwohnern. Das heißt: 43 Einwohner auf 1 km². Deutschland ist nur halb so groß mit 82.792.351 Einwohnern.

Der Ort Medina soll berühmt für seine Äpfel sein. In dem Patio Café, in dem wir einkehrten, boten sie leckere Apfelkuchen an. Wir rasteten bei Kaffee und Kuchen unter Schatten spendenden Bäumen und ließen den Tag dort ausklingen.

Die unsägliche Hitze hat mich von weiteren Aktivitäten auf der Ranch abgehalten. Da ging ich doch lieber an den Medina river hinunter, um dort unter rauschenden Bäumen meinen Gedanken nachzuhängen.

Unter`m Strich erlebte ich eine ereignisreiche und interessante Woche.

Text und Fotos: Roswitha Banning

Fischerhude

Fischerhude, ein idyllisch gelegenes Bauern- und Künstlerdorf am Südrande des Teufelsmoores gelegen, war mein Tagesausflugsziel. Der Ort liegt an der Wümme im Landkreis Verden in Niedersachsen und ist ein Ortsteil des Fleckens Ottersberg.

Der erste Eindruck war schon beeindruckend. Dieser Ort liegt verträumt eingebettet zwischen alten Eichen und Erlen in der Wümmeniederung mit seinen vielen Nebenarmen nahe Bremen. Ein Wanderweg führte am Fluss entlang und über hölzerne Brücken. Von dort hatte man einen wunderbaren Blick auf versteckt liegende Gehöfte, Bootsstege und Entenhäuschen am Wümmeufer. Der Hauch aus längst vergangener Zeit lag in der Luft als die Gästeführerin Rosemarie Rohde aus der Zeit erzählte, als die Wege im Ort noch Wasserstraßen und nur mit Booten zu erreichen waren. Die gefangenen Aale aus der Wümme und das Heu von den Wiesen wurde so zu den Höfen gebracht und zum Teil verkauft, wodurch die Bauern zu Wohlstand gelangten, der sich noch heute an den Höfen und Fachwerkhäusern erkennen lässt. Urkundliche Erwähnung fand der Ort bereits im Jahre 1124.

Die besonderen Lichtverhältnisse lockte viele Künstler an diesen Ort, nachdem der Fischerhuder Maler Heinrich Breling aus Worpswede zurück in sein Heimatdorf zog. Es folgten ihm der Maler Otto Modersohn, die Schriftstellerin Clara Rilke-Westhoff, sowie Musiker und Bildhauer an diesen malerischen Flecken. Das Otto Modersohn Museum in der Bredenau gibt Aufschluss über Leben und Wirken im Künstlerdorf.

Die Ortsmitte bzw. der Dorfplatz, umringt von Höfen, dem Heimatmuseum, der Kirche und Fachwerkhäusern, ist so ganz anders als in anderen Dörfern, denn hier grasen Pferde auf der Wiese, auf der auch hin und wieder Veranstaltungen stattfinden.

Wo heute die Liebfrauenkirche steht, wurde 1195 ein sakraler Bau eingeweiht und von Karmeliter Mönchen betreut. In dieser kleinen Kapelle wurden die Verstorbenen seinerzeit aufgebahrt, bevor sie im Wilstedter Kirchhof beigesetzt wurden. Fischerhude war der Wilstedter Kirche angeschlossen. Im Jahre 1825 legten die Fischerhuder einen eigenen Friedhof an. Am Ort der alten Kapelle wurde 1841 eine Pfarrkirche errichtet. Einen eigenen Pastor erhielten sie erst im Jahre 1852. Die Fischerhuder wussten sich zu helfen und setzten zwischenzeitlich Lehrer für den Gottesdienst ein.

In die Kirchhofmauer integrierte die Fischerhuder Gemeinde die aus Wilstedt zurückgeholten Grabsteine. Eine originelle Idee.

Zum krönenden Abschluss unseres Ausfluges besuchten wir das Café im Rilke Haus. Dieses hübsche Häuschen war Atelier und Wohnhaus von Clara Rilke-Westhoff, die Ehefrau des Poeten Rainer Maria Rilke.

Ein verwunschen gestalteter Garten, angrenzend an einen ruhigen Wümmearm, lud zum entspannten Verweilen ein bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen. Ein rundum lehrreicher und gelungener Tag ließ uns zufrieden die Heimfahrt antreten.

Text und Fotos: Roswitha Banning

Würzburg

Würzburg , die reizvolle und geschichtsträchtige Stadt am Main, das war mein diesjähriges Reiseziel zu unserem jährlichen Freundinnen Treff.

Würzburg ist mit der Bahn aus allen Richtungen gut zu erreichen.

Meine Freundinnen warteten schon auf mich und wir zuckelten dann mit unserem Hackenporsche in einem 15minütigen Spaziergang zu unserem Hotel nahe der Innenstadt. „Würzburg“ weiterlesen