Cotsa Rica – ein Naturparadies

Wer nach Costa Rica reist, hört als erstes den Ausspruch „Pura vida“. Übersetzt heißt es soviel wie pures Leben, wird in Costa Rica aber für jegliche Lebenslage von Hallo bis hin zur Begeisterungsäußerung genutzt. Und nicht zuletzt beschreibt es das Lebensgefühl in diesem Land. Wir hatten einen Traum wahr gemacht und eine Rundreise mit anschließendem Strandurlaub gebucht.

Nach ereignislosem Flug über Atlanta sind wir abends in San José angekommen und gleich zum ersten Hotel gebracht worden. Der nächste Morgen fing früh an und hatte gleich zwei positive Überraschungen parat. Der Reisebus kam pünktlich und es handelte sich nicht um so einen großen mit fester, riesiger Reisegruppe, sondern um einen kleinen mit drei Sitzreihen. Die anderen Gäste wurden zum Rafting gebracht und wir fuhren allein weiter. Es ging durch das wunderschöne Tal von Turrialba zum Guayabo National Monument.

Eine Ausgrabungsstätte. Es handelt sich um eine Art Naturlehrpfad durch ein Gebiet, das einst bewohnt war, aber noch vor der Ankunft der Spanier aus unbekannten Gründen verlassen wurde. Man findet Ruinen von Behausungen, Straßen, dem Aquädukt und Gräbern, die interessanterweise ohne Knochenfunde sind. Mittagessen, das landestypische casado (ein Tellergericht) gab es auf einer idyllischen Dachterrasse. Danach ging es wieder über eine wunderschöne Strecke weiter zur nächsten Unterkunft, der Guayabo Lodge. Eine Öko Lodge.

Diese liegt sehr schön in der Natur und hat einen wunderschönen Garten mit Bromelien und Orchideen. Von dort ging es am nächsten Tag nach Siquirres, wo wir den Bus wechselten und diesmal wirklich in einen der großen steigen mussten. Wir fuhren über einen holprigen Feldweg zur Anlegestelle Cano Blanco, vorbei an riesigen Bananenplantagen und Weideland. Wir bestiegen ein Boot, dass uns zu unserer Lodge Evergreen brachte. Auf der Strecke sahen wir Kaimane, Schildkröten und viele Vögel.

Wir haben nach Ankunft sofort die schöne urwüchsige Gegend erkundet. Bevor wie sie sahen, hörten wir bereits die Brüllaffen. Wir betrachteten große, grüne Spinnen, Aracaris, Schmetterlinge und ich erfreute mich an den schönen Orchideen, die man in Costa Rica überall in Hülle und Fülle findet.

Am Nachmittag ging es per Boot zur Küstenstadt Tortuguero. Ein kleiner, ärmlicher Fischerort, der sich durch ein paar Souvenirshops mit überteuerten Preisen über Wasser hält.

Der Karibikstrand war leider sehr verschmutzt, aber man konnte dort ein paar Schildkrötennester sehen (von daher der Name, Tortuga heißt Schildkröte auf spanisch). Am Abend wurde man dann vom Konzert der Grillen in den Schlaf gewiegt. Der nächste Tag begann vor 5:00 Uhr und es ging auf eine Bootsfahrt durch die Kanäle des Rio Tortuguero. Wir haben wieder Brüllaffen, Kapuzineräffchen (Herr Nilsson von Pippi Langstrumpf), einen Basilisk, Baby Kaimane und viele Vögel gesehen.

Leider waren sehr viele Boote mit lautem Außenbordmotor unterwegs, so dass viele Tiere verscheucht wurden, bevor man sie sehen konnte. Man hörte nur das Geraschel im Unterholz. Aber die Fahrt durch die Natur war sehr schön. Nach der Rückkehr haben wir beim Frühstück wieder Aracaris, einen Tukan und bunt schillernde Kolibris gesehen. Dann ging es wieder zurück über Cano Blanco nach Siquirres. Von dort ging es weiter nach Guápiles, wo wieder der Bus gewechselt wurde. Es ging mit nur zwei weiteren Passagieren nach Sarapiqui zur Selva Verde Lodge. Diese liegt mitten im Wald und ist auf Stelzen gebaut und die einzeln gelegenen Blocks über Stege verbunden. Gleich nach Ankunft sahen wir einen Basilisk. Wir sind zum Fluss Sarapiqui gegangen, der direkt hinter der Lodge veläuft und sind dann noch durch Sekundärwald spaziert, auf der Such nach dem bird trail. An einem Tümpel haben wir Baby Leguane entdeckt und schöne Blumen gesehen.

Um 5:00 morgens war die Nacht (wieder mit dem schönen Grillengezirpe) zu Ende, weil sich ein Brüllaffe in einem nahe gelegenen Baum niedergelassen hatte. Nach dem Frühstück entdeckte ich auf einem kleinen Felsen einen Pfeilgiftfrosch. Leider stürzte sich sofort eine Reisegruppe auf ihn, so dass er schnell verschwunden war.

Weiter ging es zu einem Ausritt. Wir waren zu zweit mit einem ansässigen Bauern unterwegs und ritten in selbstbestimmter Gangart durch wunderschöne Landschaften, Wälder und Flüsse. Genuss pur! Im Schaukelstuhl auf der Restaurantterrasse haben wir dann entspannt die Aracaris beobachtet und sind dann wieder durch das Gelände spaziert. Es gab in der Mittagshitze aber nur Schmetterlinge und kleine Spinnen zu sehen. Es ging weiter nach La Fortuna, wo wir im Arenal Country Inn abgestiegen sind. Wir haben uns zu Fuß das Städtchen angesehen. Am nächsten Tag sind wir morgens auf eigene Faust zu einem Öko Zentrum gefahren, wo die Tiere frei leben. Auf unserem Rundgang sahen wir Vögel, ein Aguti, ein 2-Zehen Faultier mit Baby, Eichhörnchen, Leguane, Kaimane und einen winzig kleinen Erdbeerpfeilgiftfrosch.

Ich hatte ihn gehört und dann tatsächlich aufgespürt. Am Nachmittag ging es gemäß Programm zum Vulkan Arenal. Dieser ist noch immer aktiv, hatte aber über 500 Jahre geschlummert, bis er dann im Jahre 1968 wieder ausbrach. Wir hatten vom Wetter her großes Glück und einen wunderbaren Blick. Es ging auf eine Wanderung am Fuße des Arenal und weiter hoch zu einem Aussichtspunkt.

Auf einem Baum in einiger Entfernung entdecken wir mehrere Tukane mit knallbunten Schnäbeln. Zum Abschluss wurden wir zu Thermalquellen gebracht. Nachdem der Rest der Reisegruppe ausgestiegen war, wurden wir beide exklusiv zu einem anderen Thermalbad chauffiert, das fast menschenleer war. Die Thermalbecken waren terrassenförmig inmitten der Vegetation angelegt, so dass in jedes Becken ein kleiner Wasserfall von dem darüberliegenden floss. Wir aalten uns in den Becken und tranken dazu eine vorzügliche (alkoholfreie) Pina Colada. Es war himmlisch! Damit war die Rundreise beendet aber unser Urlaub noch nicht.

Es ging mit zwei Zwischenstopps und einem Buswechsel zum Pazifik nach Sámara. Auf einem der Stopps wurden wilde Aras angefüttert. Jede Menge rote, grün-rote und blaue mit gelber Brust waren da. Wunderschön!

Wir wurden zu unserem Hotel Hideaway gebracht. Klein, mit nur zwei Bungalows im Garten. Diese sind zweistöckig mit je drei geräumigen Zimmern oben und unten. Die Inhaber waren Amerikaner und alles ging sehr familiär zu. Die Playa Sámara befand sich direkt hinter dem Hauptgebäude und wir haben uns auf einen Strandspaziergang gemacht. Der Strand ist groß, sauber und leer, bis auf einen Bootsverleih etwas weiter weg. Der Wald reicht bis an den Strand heran und da es kaum Hotels dort gibt, ist dort auch kein Tourismus vorhanden. Es gibt daher aber auch keine Strandliegen, Sonnenschirme oder ähnliches. Die Umgebung wirkt ein wenig urig, allerdings irgendwie trist und grau. Überall stehen lauter armselige Hütten. Ob das billige Ferienwohnungen oder Anwohner sind war schwer zu sagen. Uns wurde am nächsten Morgen die Playa Carillo empfohlen. In mörderischer Hitze machten wir uns auf den 8-10 minütigen Fußweg und wurden mit einem wunderschönen Strand belohnt. Kein Wald, sondern Palmen wuchsen hier. Manche sogar schräg, so dass wir es uns im Schatten gemütlich machen konnten. Es war fast menschenleer. In der Nähe war ein junges Pärchen und dann in weiter Ferne noch ein paar einzelne Gestalten. Es herrschte absolute Ruhe, eine leichte Brise wehte und die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel. Das Meer ist warm und flach und es gibt keine Verkäufer. Ein Idyll! Der Strand ist voller kleiner, heller Krabben und am Abend kommen hunderte von Einsiedlerkrebsen aus ihren Verstecken. Die ersten Tage verbrachten wir am Strand und am bzw. im Hotelpool. Auf dem Weg zum Strand und auch auf dem Hotelgelände leben viele kleine bis mittelgroße, grau-braune Leguane. Ständig huscht und raschelt es.

Sámara selbst ist ein Touristenort mit Bars und Restaurants, Souvenir- und Einkaufsläden, machte auf mich aber einen gezwungenen, schäbigen Eindruck. Nachts am dunklen Strand beobachteten wir seltsame Zusammenkünfte, blinkende Signale und suspekte Vorgänge. Wir haben uns schleunigst aus dem Staub gemacht und nächtliche Strandbesuche dann eher vermieden. Wir hatten für die nächsten zwei Tage einen Mietwagen. Zunächst sind wir nur in der Gegend herumgefahren und haben eine Auffangstation für konfiszierte Tiere besucht. Für den nächsten Tag war ein Strand hopping geplant. Wir sind von Sámara über Nicoya und Santa Cruz nach Belém und von dort westwärts zur Playa Brasilito gefahren. Der Strand war leer und unspektakulär. Zu Fuß sind wir weiter zur Playa Conchal, dem Muschelstrand. Der besteht komplett aus Muschelkies und das Wasser ist daher kristallklar und türkisblau. Leider gibt es dort Verkäufer und viele Menschen. Über Playa Grande ging es nach Tamarindo. Das ist eine Touristenhochburg mit den großen Bettenburgen und dementsprechend geht es dort auch zu. Während unseres Mittagessens in einem Strandrestaurant schlichen insgesamt sechs Verkäufer um uns herum. Das war schon sehr lästig. Der Strand war voll und nicht schön und wir beglückwünschten uns zu unserer ruhigen und leeren Playa Carillo. Am nächsten Tag stand Puerto Humo auf dem Programm, auf das ich eher zufällig gestoßen bin. In Nicoya ging es ab auf die Piste Richtung Puerto Humo. Wir sind durch kleine Dörfchen gefahren, an kargen Behausungen und hübschen kleinen Villen vorbei, an Weideland und Haciendas. Es war eine sehr schöne Strecke. Noch richtig urtümlich und wild. Unterwegs haben wir wieder viele Leguane gesehen. Wir sind am Rancho Humo vorbei, wo es organisierte Touren gibt, aber das wollten wir nicht. In Puerto Humo gab es nichts, allerdings habe ich ein Schild gesehen auf dem Bootstouren angepriesen wurden. Ich habe dann einfach einen Mann angequatscht und der kannte einen Bootsführer. Was für ein Zufall… Wir sind also auf den Fluss und haben im Uferschlamm Unmengen kleiner Krokodile gesehen. Es gab Vögel, Affen und einen großen, grünen und wunderschönen Baumleguan haben wir auch noch erspäht.

Dann ging es zur Vogelinsel. Schon von weitem sah man die Schwärme und beim Näherkommen sah man Unmengen an Fregattvögeln in den Bäumen sitzen. Auf einer kleinen, unbewaldeten Landzunge lagen zwei große Krokodile am Ufer und als der Fahrer den Motor abstellte hat man erst richtig den Lärm all der vielen Vögel gehört. Zum Schluss kam dann auch noch ein rosa Löffler in Sicht, den ich schon die ganze Zeit gesucht hatte. Im Schatten eines ausladenden Baumes, haben wir gepicknickt und sind dann zurück gefahren.

Mein Mann hatte in der Nähe unseres Hotels ein argentinisches Restaurant ausfindig gemacht, und dort klang dieser schöne Tag gemütlich bei leckeren Steaks aus. Am nächsten Tag erzählte man uns am späten Nachmittag von der Ankunft der Schildkröten. Wir haben und daraufhin auf den Weg nach Playa Ostial gemacht. Leider fing es an in Strömen zu regen, und am Strand selbst waren nur wenige Schildkröten zu sehen und es war zu dunkel für gescheite Fotos. Eine kehrte gerade zurück ins Meer. Die schwarze, riesige Silhouette zeichnete sich im Dämmerlicht deutlich ab und verschwand dann in den Wellen. Eine andere konnten wir beim Eierlegen beobachten. Ein Moment voller Faszination und Demut. Angeln stand am nächsten Tag auf dem Programm. Wir hatten von anderen Hotelgästen von einem Fischer gehört, der Angeltouren anbietet. Früh am Morgen ging es dann los zu einer exklusiven Tour zu zweit mit Fredy und seinem Kumpel Marcos. Es war herrlich. Wir sahen große Fischschwärme, streckenweise fliegend, auf der Flucht vor Thunfischen, in der Ferne springende Delfine, einen großen Mantarochen und mein Mann angelte ein Fisch nach dem anderen, so dass der Fredy schon ganz neidisch wurde. Die Tour war nur für drei Stunden vorgesehen, aber wir waren über fünf Stunden unterwegs. Am Ende haben wir den größten Teil des Fangs den beiden Männern geschenkt. Den Rest habe ich im Hotel in der Küche abgegeben und darum gebeten ihn ganz natürlich und nur mit Zitronenbutter zuzubereiten. Es war ein Genuss!

Die letzten beiden Tage haben wir am Strand verbracht. Die fünf Stunden Fahrt zurück nach San José zogen sich etwas, aber da das Land so schön ist, kann man stundenlang aus dem Fenster gucken. Wir stiegen für die letzte Nacht im Double Tree ab. Ein fünf Sterne Bunker der Hilton Kette. Was für eine Dekadenz! Im hoteleigenen Kasino wollte ich meine letzten Colones loswerden, kam aber mit doppelt so viel Geld wieder heraus.

Costa Rica hat alles gehalten, was wir uns versprochen und erhofft hatten und hat noch viele positive Überraschungen parat gehabt. Es lief alles sehr gut organisiert ab, es gab keine großen Reisegruppen, keine Massenabfertigung, die Führer waren sehr gut ausgebildet, das Land war sauber, man fühlte sich sicher und die Natur, Tier- und Pflanzenwelt war einfach unvergesslich und atemberaubend schön. Pura vida!

 

Text und Fotos: Dr. Verena Quennet

Yeeha…. Eine Woche in Texas

bei fast unerträglicher Hitze und Adrenalin im Gepäck beim Hinflug. Sozusagen ein Flug mit Hindernissen.

Meine Maschine von Hannover kam schon mit Verspätung in Frankfurt an. Chaotische Menschenmassen standen an der Passkontrolle. Hat alles ewig gedauert und mein Adrenalin stieg kontinuierlich, da mein Abflug um 10:00 Uhr nach Houston immer näher rückte. Endlich, um 9:55 war ich durch und beeilte mich zu meinem Gate zu kommen, das natürlich wieder am Ende des Terminals lag. Um 10:05 erreichte ich mein Gate völlig außer Atem und hörte jemanden meinen Namen sagen. Man fragte sich doch tatsächlich, ob man mich noch mitfliegen lassen wolle. Unerhört! Schließlich war die Verspätung nicht mein Verschulden. Mein Sitzplatz befand sich zwischen einem korpulenten jungen Amerikaner und einer zierlichen Veganerin aus Indien. Au weia, und das für 10,5 Stunden Flugzeit. Selbst im A380, dem Riesenvogel, waren die Sitzplätze doch sehr beengt. Mir tat mein Steiß noch zwei Tage danach weh. Bis Housten hatte ich ansonsten einen ruhigen Flug. Ich erschrak, als ich auf dem Weg zur Passkontrolle war, über die riesige Menschenmenge, die sich an 20 Apparaten verteilten und auf die elektronische Zollabfertigung warteten. Adrenalinschub und ran an den Feind. Ich mag diese Apparate nicht, weil ich befürchtete etwas falsch einzugeben. Kein Helfer in Sicht, den man hätte fragen können. Also, erstmal lesen, was die von mir wollen. Paß eingelegt zum scannen, 4 Finger der rechten Hand auf die Scanplatte gelegt, dann Angaben gemacht über eingeführte Güter. Dann noch einen Gesichtsscan, worauf der Apparat die Quittung ausspuckte. Damit zog ich, nach einer gefühlten Ewigkeit und Angst, den Anschluß nach San Antonio zu verpassen, zur Passkontrolle.

Ein netter Beamter wünschte mir eine schöne Zeit in Texas und ich beeilte mich meinen Koffer zu identifizieren für die Verladung in das Anschlußflugzeug. Oh, Schreck, mein Koffer war nicht zu finden. Etwas beunruhigt suchte ich weiter und fand ich ihn eingekeilt zwischen anderen Koffern auf einem ungekennzeichneten Band. Flugs schnappte ich ihn und rollte damit zur Zollkontrolle. Da der Flug nach San Antonio Verspätung hatte, konnte ich mich erstmal in aller Ruhe von all den Schrecken erholen.

In San Antonio angekommen wurde ich von meiner Familie abgeholt und wir fuhren nach Bandera zur „Mayan Dude Ranch“, um gemeinsam ein paar schöne Tage zusammen zu verbringen. Der Beiname „Dude“ war ursprünglich ein Schimpfwort. Es stand für Möchtegerncowboys. Auf dem Weg zur Ranch begegneten wir etlichen Rehen, die sich zutraulich verhielten und uns nur neugierig beäugten. Weiter entfernt am Waldrand standen hunderte von ihnen und grasten. Unglaublich schön dieser Anblick. So langsam wich der Streß von mir und ich begann, den Urlaub zu genießen.

Das Anwesen der Großfamilie Hicks, mit seinen weitverstreuten rustikalen Ferienhäuschen, lag auf einem Hügel inmitten von alten knorrigen Bäumen, die etwas Schatten spendeten auf dem Weg zum Haupthaus, indem man täglich sein Frühstück einnahm. Natürlich typisch texanisch nach alter Cowboy Tradition. Schinken, Speck, Eier, Pfannkuchen, Grillwürstchen, Sirup und Peanutbutter. Das war schon ein kulinarisches Erlebnis.

Ein täglich wechselndes Programm versprach weitere interessante Abenteuer.

Mein erster Ausritt begann schon abenteuerlich, da mein Sattel nicht ordnungsgemäß festgezurrt war und ich gegenhalten musste, um nicht abzustürzen. Es blieb auch keine Zeit jemanden zu bitten nachzubessern, da, nachdem alle 20 Touris aufsaßen, der Treck „had on tail“ schon los zog. Ich hielt mich wacker, indem ich mein Gewicht zur anderen Seite verlagerte. Das war anstrengend und mein Glücksgefühl auf dem Rücken des Pferdes hielt sich in Grenzen. Im Gänsemarsch führte man uns hinunter an den Medina river. Ein beeindruckender Trail durch die Natur entlang des Flusses unter gigantischen Bäumen und dann wieder offenem Gelände. Trotz Muskelkater ein schönes Erlebnis.

Interessant waren für mich die Dinosaurier Trecks . Auf einem flachen Felsenstück wurden von Geologen versteinerte Saurier Fußabdrücke entdeckt. Vor 135 Millionen Jahren lag das ganze Areal unter dem Meeresspiegel, was auch Funde von versteinerten Schnecken, Muscheln und fossilen Ammoniten bezeugen.

Ein weiteres Vergnügen, besonders für Kinder, war die Fahrt auf dem Heuwagen zum Hicksville Grillplatz.  Unter Schatten spendenden Bäumen standen rustikale Bänke und Tische an denen man, einigermaßen geschützt vor der sengenden Sonne, sein Abendessen einnehmen konnte. Leider gab es dort nur Bratwurst und Rippchen vom Grill, dazu diverse Salate und Brot. Mit einem ordentlichen Steak wurden wir dann erst am letzten Abend vor unserer Abreise überrascht, begleitet von Mariachi Musik. Davon hatte ich mir allerdings mehr versprochen. Die Band bestand nur aus drei betagten Herren, die sich redlich mühten etwas Stimmung zu machen. Die Gäste reagierten nur mit müdem Beifall.

Zuvor wurde ein ebenso betagtes Longhorn vorgeführt. Jeder der wollte, durfte sich mit ihm ablichten lassen und auch auf seinen Rücken klettern. Eine große Attraktion wieder für die Kinder.

An einem anderen Tag fuhren wir über Land nach Medina, um auch etwas von Texas zu sehen. Das Land ist erstaunlich vegetationsreich trotz Hitze und Trockenheit. Weit auseinander gezogene Siedlungen und Farmen, kaum sichtbar versteckt in Wäldern und hinter Büschen, lassen die Landschaft fast unbewohnt wirken. Nicht verwunderlich bei einer Fläche von 695.621 km² und nur 28,3 Millionen Einwohnern. Das heißt: 43 Einwohner auf 1 km². Deutschland ist nur halb so groß mit 82.792.351 Einwohnern.

Der Ort Medina soll berühmt für seine Äpfel sein. In dem Patio Café, in dem wir einkehrten, boten sie leckere Apfelkuchen an. Wir rasteten bei Kaffee und Kuchen unter Schatten spendenden Bäumen und ließen den Tag dort ausklingen.

Die unsägliche Hitze hat mich von weiteren Aktivitäten auf der Ranch abgehalten. Da ging ich doch lieber an den Medina river hinunter, um dort unter rauschenden Bäumen meinen Gedanken nachzuhängen.

Unter`m Strich erlebte ich eine ereignisreiche und interessante Woche.

Text und Fotos: Roswitha Banning

Rundreise Mexico

Mexiko! Die meisten Menschen denken sofort an Sombreros, Tequila und Kakteen. Doch Mexiko ist so viel mehr. Obwohl Teil der Neuen Welt, hat Mexiko eine alte Geschichte, noch vor der Eroberung. Davon zeugen u.a. die Maya Stätten auf der Halbinsel Yucatán. Um diese zu sehen, begab ich mich auf eine Rundreise.
Sie begann in einem der schönsten Urlaubsorte Mexikos, in Cancún. Von dort ging zu einer der bekanntesten Ausgrabungsstätten der Maya: Chichén Itzá. Es handelt sich um Ruinen aus der späten Maya Zeit und wurde 1988 zum Kulturerbe erklärt. Chichén Itzá war ca. 2000 Jahre lang bewohnt. Am imposantesten sind die Kukulcán Pyramide und der große Ballspielplatz.

Darüber hinaus beeindrucken noch viele unterschiedliche Tempel, Plattformen und das Observatorium. Zahlreiche Gravuren, Hieroglyphen und Opfertische zeugen von blutigen Ritualen bis hin zu Menschenopfern. Über vieles wird immer noch spekuliert. Auf Grund seines Bekanntheitsgrades zieht die Ausgrabungsstätte viele Besucher mit störenden Begleiterscheinungen an: Verkaufsstände wohin das Auge reicht und Warenanpreisungen in den unterschiedlichsten Sprachen. So wurde mir auf Deutsch eine Holzschlange angepriesen: „Schlange für die Schwiegermutter“.
Bei den Mayas heißt der Schlangengott, für den der Eroberer Hernán Cortés gehalten wurde, „Kukulcán“, bei den Azteken „Quetzalcoatl“.
Weiter ging es nach Izmal, wo ein riesiges Kloster auf den abgerissenen Steinen einer Maya Pyramide erbaut wurde. Dort wird die Heilige Jungfrau von Guadalupe verehrt. Diese Art der willkürlichen Zerstörung wird für mich immer unverständlich bleiben.

Von dort ging es nach Mérida, wo die älteste Kirche des amerikanischen Kontinents steht (Festland). Fertiggestellt 1598.

Am nächsten Tag ging es weiter entlang des „Paseo montejo“, wo früher die Großgrundbesitzer ihre Haciendas und Villen stehen hatten. Diese sind größtenteils restauriert worden und dienen heute als Büros.

Campeche war unser nächstes Ziel, eine ehemalige Piratenstadt. Dort stehen noch Reste der alten Festungsmauer, die um den Stadtkern herum erbaut worden war.

Der nächste Tag stand wieder im Zeichen der Mayas. Zunächst ging es nach Edzná, wo es die Große Akropolis zu bestaunen gab, danach weiter nach Uxmal, einer großen und bedeutenden Stadt der Mayas. Der Gouverneurspalast und die Pyramide des Zauberers sind hier besonders interessant. Im Gegensatz zu vielen anderen Ausgrabungsstätten ist Uxmal auf mehreren Ebenen erbaut und die Ruinen sind begehbar.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Hacienda Yaxcopoil aus dem 17. Jahrhundert. Dort findet man noch Maschinen aus der Zeit der Faserproduktion (Sisal) und altes Mobiliar. Nach all den Ruinen ein Zeugnis von Leben. Es ist ein wunderschönes Gebäude mit Innenhof und blühenden Gärten. Perfekte Kulisse für eine Hollywood Romanze.
Zum Abschluss besuchten wird die Ausgrabungsstätte Tulúm. Diese liegt direkt an der Karibikküste. Durch das Klima sind die Ruinen weniger gut erhalten als die im Landesinneren, doch auch Tulúm legt ein faszinierendes Zeugnis dieser alten Hochkultur ab. Die Ruinen an sich sind schon imposant, doch muss man sich bewusst machen, dass diese früher bunt bemalt gewesen sind. Ein paar wenige Steinquader weisen noch Farbreste auf. Außerdem sind die Ruinen nur Teile der alten Stätte. Vieles liegt noch verborgen. Im Gegensatz zu vielen anderen indigenen Völkern leben die Mayas noch heute. Im Bundestaat Chiapas leben sie sogar weitgehend autonom.

Auf der Reise gab es aber noch mehr zu sehen. So besuchten wir einen riesigen Gewürzmarkt, oder auch eine „Hemdenfabrik“. Diese befand sich in einem Hinterhof und bestand aus einem einzigen schmucklosen Raum, in dem drei Nähmaschinen standen. Wir durften einen ansässigen Bauern in seinem Zuhause besuchen. Für uns Europäer eine interessante Erfahrung, besteht die Behausung doch lediglich aus einer Hütte mit einer Kochstelle und ein paar Hängematten. Eine Tür war nicht vorhanden. Das Grundstück war für mexikanische Verhältnisse bemerkenswert sauber. Allerdings war das vermutlich unserem Besuch geschuldet, da der Blick auf die Nachbarn ein ganz anderes Bild vermittelte. Abfall, insbesondere Plastik, wohin das Auge reichte. „Der Mexikaner liebt seinen Müll“ ist eine weit verbreitete Floskel, die hier ihren Wahrheitsgehalt bestätigt fand. Ein großes Problem in Mexiko ist der Plastikmüll, unter deren Masse Land und Meer zu ersticken drohen. Die wunderschönen Karibikstrände bekommen die Auswirkungen zu spüren, wenn bei starkem Seegang der Strand mit Plastikmüll gesäumt ist. An so manch einem Stück haben sich sogar bereits Meeressorganismen angesiedelt, ein Zeichen dafür, dass sich dieser Müll schon längere Zeit im Ozean befand. Auch bei Überlandfahrten erblickt man immer wieder Müllberge und verschmutzte Natur. Dies und die Armut der man begegnet, erinnert einen daran, sich in einem Schwellenland zu befinden. Auch als Tourist sollte man nach seiner Rückkehr, die Annehmlichkeiten eines Daches, einer Toilette, fließendem, warmen Wasser, eines Stromschalters sowie eines gut gefüllten Kühlschranks zu schätzen wissen. Trotz allem ist Mexiko eine Reise wert, denn neben Geschichte und Kultur sind es auch die Menschen, die durch ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft einen Aufenthalt unvergesslich machen. Mexiko ist so viel mehr als nur Tequila, Erdbeben, Kriminalität und Drogen, wie es einem Hollywood so gerne präsentiert.

Text und Fotos: Dr. Verena Quennet

Würzburg

Würzburg , die reizvolle und geschichtsträchtige Stadt am Main, das war mein diesjähriges Reiseziel zu unserem jährlichen Freundinnen Treff.

Würzburg ist mit der Bahn aus allen Richtungen gut zu erreichen.

Meine Freundinnen warteten schon auf mich und wir zuckelten dann mit unserem Hackenporsche in einem 15minütigen Spaziergang zu unserem Hotel nahe der Innenstadt. „Würzburg“ weiterlesen

Palma

Um sich die Altstadt von Palma anzusehen, sollte man sich unbedingt ganz viel Zeit nehmen. Was noch ganz wichtig ist: gutes Schuhwerk und genug Wasser zum Trinken, um nicht alle Nase lang in einem der zahlreichen Cafés Halt machen zu müssen, weil einem die gnadenlose Sonne die letzten Feuchtigkeitsreserven aus dem Körper gezogen hat. Schließlich gibt es ja viel zu sehen und zu entdecken. Als erstes großes Ziel habe ich mir die Kathedrale ausgesucht, die majestätisch auf einem Hügel thront und von deren Plattform aus man einen schönen Blick auf den Hafen von Palma werfen kann. Leider ist das Gebäude nicht durchgehend geöffnet. Nur zu den Gottesdiensten und zu bestimmten Führungszeiten.
Rund um das imposante Gotteshaus gehen jede menge Gaukler, Straßenkünstler, Krimskramsverkäufer und leider auch das ein oder anderer fragwürdige Subjekt auf Touristenfang. „Palma“ weiterlesen

Sant Antoni

Kaum ein paar Monate auf der Insel und schon wurde ich von meinem Lieblingsreitstall „Rancho Bonanza“ eingeladen, bei Sant Antoni mit zureiten! Natürlich wollte ich da mitmachen! Bei Sant Antoni werden die Haus- und Nutztiere vom zuständigen Priester gesegnet. In einer langen Prozession ziehen die Leute mit ihren Tieren, Reiter und Kutschfahrer an der Kirche vorbei und holen sich gegen ein paar Münzen ihren Segen ab. Die ganze Stadt ist auf den Beinen um bei der Feier dabei zu sein und sich die Prozession anzusehen. „Sant Antoni“ weiterlesen