Palma

Um sich die Altstadt von Palma anzusehen, sollte man sich unbedingt ganz viel Zeit nehmen. Was noch ganz wichtig ist: gutes Schuhwerk und genug Wasser zum Trinken, um nicht alle Nase lang in einem der zahlreichen Cafés Halt machen zu müssen, weil einem die gnadenlose Sonne die letzten Feuchtigkeitsreserven aus dem Körper gezogen hat. Schließlich gibt es ja viel zu sehen und zu entdecken. Als erstes großes Ziel habe ich mir die Kathedrale ausgesucht, die majestätisch auf einem Hügel thront und von deren Plattform aus man einen schönen Blick auf den Hafen von Palma werfen kann. Leider ist das Gebäude nicht durchgehend geöffnet. Nur zu den Gottesdiensten und zu bestimmten Führungszeiten.
Rund um das imposante Gotteshaus gehen jede menge Gaukler, Straßenkünstler, Krimskramsverkäufer und leider auch das ein oder anderer fragwürdige Subjekt auf Touristenfang.

Auch hier gilt, immer schön auf Tasche und Portemonnaie aufpassen, denn die Tricks der Taschendiebe, Bettler und „Glücksamulett“-Verkäufer werden jedes Jahr dreister und die Polizei kann nicht überall gleichzeitig sein. Also nichts annehmen, was einem aufgedrängt wird, weil sich nämlich erst hinterher herausstellt, dass man dafür bezahlen soll und ist die Geldbörse erst mal in der Hand, ist sie auch ganz schnell leer oder ganz weg. So schnell kann man gar nicht gucken, wie die Urlaubskasse weggemopst wird, die routinierten Jungs und Mädels arbeiten nämlich im Team.

Rund um die Kathedrale erstreckt sich ein weit verzweigtes Netz aus engen Straßen und Gässchen. Manche sind so eng, dass man sich jedes Mal fragt, wie die geparkten Autos ihren weg hierhin gefunden haben. Hier wäre eine Straßenkarte von Vorteil, um sich nicht hoffnungslos zu verirren und um nicht stundenlang im Kreis zu laufen. Viele der Gassen sind gespickt mit Shops, Läden und Boutiquen aller Art. Von billigem Touristenramsch bis zu teuren Designerklamotten, Uhren und Schmuck und nicht zu vergessen die einmaligen Mallorca-Perlen ist hier alles zu haben. Andere Gassen wiederum muten sehr einsam an und sind immer noch reine Wohngegend. Es lohnt sich mal einen Blick durch das ein oder andere Tor oder Gitter zu werfen, denn dahinter verbergen sich einmalig schöne, römisch anmutende Hinterhöfe mit gemauerten Torbögen, leicht geschwungenen Treppenaufgängen und steinernen Sitzbänken, geschmückt mit dezent gesetzten kleinen Palmen und Ziersträuchern. An einigen Wänden hängen noch Ringe, an denen man sicher vor nicht all zu langer Zeit noch sein Reittier angebunden hat.

Ist man irgendwann zu müde zum Laufen, stehen an vielen Ecken, ganz besonders in der Nähe der Kathedrale, viele bunte 1-PS-Kutschen bereit, mit denen man kleine Stadtrundfahrten machen kann. Allerdings empfiehlt es sich als Tierfreund vorher einen genauen Blick auf das Zugpferd zu werfen. Manche der armen Zossen sehen gar nicht gesund aus. Sie sind abgemagert oder lahmen und sollen trotzdem jeden Tag in der prallen Sonne auf Touristen warten und sie durch die Gegend ziehen. Man sollte so eine Kutsche nur besteigen, wenn man es auch vertreten kann.
Palma ist so groß, dass die Stadt kaum an einem einzigen Tag zu erkunden ist. Denn außer der großen, alles dominierenden Kathedrale, verstecken sich in den vielen Nebenstraßen noch jede Menge weiterer Kirchen und Kapellen und jede hat ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Nach einem ausgefüllten Sightseeing-Tag, empfiehlt es sich, in einem der zahlreichen Restaurants bei einem guten Essen wieder zu Kräften zu kommen, mit der Gewissheit, dass man noch längst nicht alles gesehen hat und dem festen Vorsatz, bald wieder zu kommen.

Text: Nadja von der Hocht

Fotos: Wolfgang von der Hocht

Nadja von der Hocht

Autor: Nadja von der Hocht

Onlineredakteurin, Autorin, Illustratorin

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