Tropfsteinhöhlen auf Mallorca

Auf Mallorca gibt es vier große Tropfsteinhöhlen, die für sich Werbung machen:
Im Norden kann man die „Coves de Campanet“ besichtigen. Sie liegen in der Nähe des gleichnamigen Ortes Campanet. Die Höhlen sind ca. 3.200 qm groß und der Rundgang dauert rund 40 Minuten. Die Besonderheiten hier sind das Vorkommen eines blinden, fleischfressenden Käfers und die Entdeckung von Spuren einer seit 4.000 Jahren ausgestorbenen, prähistorischen, heimischen Säugetierart, des „Myotragus balearicus“. Nach der Besichtigung kann man in der dazugehörigen Cafeteria entspannen.

In Porto Cristo buhlen gleich zwei große Höhlen um die Gunst und die Eintrittsgelder der Besucher.
Natürlich sind beide „weltberühmt“ und eine ist besser als die andere. Der heftig umworbene Tourist darf selbst entscheiden, welche das ist:
Da gibt es einmal die „Cuevas Drach“, die sogenannten Drachenhöhlen, in der aber zur Zeit kein Tatselwurm ansässig ist und wohl auch nie einer darin gewohnt hat…
Dafür findet man im Inneren der Höhle den Martelsee, einen (laut Betreiber) der größten unterirdischen Seen der Welt auf dem täglich klassische Konzerte abgehalten werden. Nach dem Genuss des Ohrenschmauses darf der Besucher den See in einem Boot überqueren und die von dem Ingenieur Buigas realisierte Beleuchtung bestaunen, die die Stalaktiten und Stalakmiten in sanftes Licht taucht und deren Formationen noch interessanter aussehen lässt.

Nicht weit davon entfernt gibt es die „Cuevas des Hams“ zu bestaunen, die nach dem mallorquinischen Wort für „Angelhaken“ benannt worden ist, weil einige der Formationen den Entdecker der Höhlen Pedro Caldentey wohl daran erinnert haben. 1910 wurde sie als erste Höhle Spaniens für Besucher zugänglich gemacht. Hier gibt es einen Botanischen Garten mit einheimischen Tierarten. Hier werden in den verschiedenen Höhlenabschnitten sogar Dokumentarfilme gezeigt , die über die Geschichte Mallorcas, die ersten Bewohner, das Entstehen der Höhlen und deren Entdeckung informieren.
Und auch hier gibt es einen unterirdischen See mit einer musikalischen Vorstellung.

Zu guter Letzt kommen noch ganz unaufdringlich die Höhlen von Artà daher.
Ihre Betreiber behaupten von ihrer Höhle nicht, weltberühmt zu sein. Sie schlagen ganz bescheiden vor, sie als 9. Weltwunder einzutragen.
Sie liegen direkt an der Steilklippe in Canyamel. Bevor man sich die Höhlen von innen ansieht, genießt man den tollen Ausblick auf das Meer und die Bucht von Canyamel. Es gibt einen kleinen Kiosk mit Erfrischungen und Souvenirs und die Führer sind mehrsprachig. Auch hier gibt es interessante Gebilde zu entdecken, wie das „umgedrehte Schaf“ oder die Säulen, die Musik machen. In diesen Höhlen wird kein pompöses Brimborium veranstaltet, sondern der Besucher darf in Ruhe und in relativ kleinen Gruppen die Schönheiten und Kuriositäten der Natur bewundern und bestaunen.
Welche von den Höhlen jetzt die Schönste ist, darf der Entdecker gerne selbst entscheiden.

Text: Nadja von der Hocht
Beitragsbild: Olaf Tausch

Nadja von der Hocht

Autor: Nadja von der Hocht

Onlineredakteurin, Autorin, Illustratorin

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