Würzburg

Würzburg , die reizvolle und geschichtsträchtige Stadt am Main, das war mein diesjähriges Reiseziel zu unserem jährlichen Freundinnen Treff.

Würzburg ist mit der Bahn aus allen Richtungen gut zu erreichen.

Meine Freundinnen warteten schon auf mich und wir zuckelten dann mit unserem Hackenporsche in einem 15minütigen Spaziergang zu unserem Hotel nahe der Innenstadt.

Ich war sehr beeindruckt von den zum Teil prachtvollen Gebäuden des Mittelalters. Ich hörte förmlich das Wehklagen der Menschen, die zu Frondiensten herangezogen wurden, um dies alles zu verwirklichen. Was haben die geleistet! Die Architekten und Handwerker verdienen große Hochachtung. Nicht so die damals schon abgehobene fürstliche Obrigkeit.

Das Falkenhaus, benannt nach dem Falken auf dem Dach, diente im Mittelalter den Stuckateuren, die an der Ausschmückung der Fürstenresidenz und des Domes beteiligt waren, als Herberge. Jedoch erst viel später, 1751, bekam dieses Gasthaus seine üppige Fassade. Unglaublich, wie kunstvoll und filigran früher schon gearbeitet wurde.

Gleich nebendran steht die gotische Marienkapelle, deren Portal Riemenschneiders Sandsteinfiguren, Adam und Eva, zieren. Hier stand früher eine Synagoge, die 1349 zerstört wurde. Der im 11./12. Jahrhundert erbaute Dom machte auf mich keinen besonderen Eindruck. Erst das Kirchenschiff, das 1701/04 durch P. Magno mit Stuck verziert wurde,  brachte mich zum Staunen.

Trotz der üppigen Stuckverzierung wirkte es nicht überladen, da es hauptsächlich in Weiß gehalten wurde. Einfach überwältigend.

Das nächste Highlight war für mich die Fürstenresidenz, die 1720-1744 nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut wurde. Allein das Treppenhaus ist so riesig, dass ein Einfamilienhaus hineinpassen würde. Dann die phantastischen Deckengemälde, in denen die vier Kontinente widergegeben wurden in Form von Mensch, Tier und Vegetation. Dies zu beschreiben ist fast unmöglich, das muss man sich selbst anschauen. Gerne hätte ich ein Foto gemacht, jedoch fotografieren war nicht erlaubt. Von hier regierten die Fürsten als weltliche Herrscher und geistliche Oberhäupter das Hochstift Würzburg. 1981 ernannte die UNESCO die Residenz zum Weltkulturerbe.

Beeindruckend ist auch die 185 Meter lange steinerne Brücke über den Main , die Ende des 15. Jahrhunderts die alte Brücke von 1133 ersetzte. Später im 18. Jahrhundert wurden die barocken Heiligenfiguren aufgestellt. Und wieder waren es hauptsächlich Fürsten und geistliche Oberhäupter, die dort in Scene gesetzt wurden und keine Heiligen.

Über diese schöne Brücke kann man die Feste Marienberg, die auf einem Hügel auf der anderen Mainseite thront, auch gut zu Fuß erreichen. Von dort oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und seine beide Stadtteile verbindende steinerne Brücke.

Ein schönes Städtchen im Herzen Deutschlands.

 

Text und Fotos: Roswitha Banning

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