Puig de Sant Salvador

Im südöstlich gelegenen Teil der Mittelmeerinsel Mallorca erhebt sich nahe der Stadt Felanitx der 509 Meter hohe Berg „Puig de Sant Salvador“ aus der weiten, flachen Ebene.
Der Berg, auf dessen Gipfel das altes Kloster „Santuari de Sant Salvador“ thront, ist ein beliebtes Ausflugsziel, da er mit mehreren religiösen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Der Ursprung der Wallfahrtsstätte stammt aus dem Jahre 1348. Seit dem wurde das Heiligtum immer weiter ausgebaut und zu dem Kloster, das heute die mehrfach erweiterte Kirche beherbergt, eine monumentale Christusstatue, das „Cristo Rei Monument“ hinzugefügt und ein 14 Meter hohes Steinkreuz, das „Creu de Picot“ auf einem seiner niedriger gelegenen Gipfel, dem 478 Meter hohen „Puig de Milá“ platziert. Außerdem kann man, will man den Berg zu Fuß erklimmen, dem alten Pilgerpfad und dem Kreuzweg mit seinen 13 Stationen folgen, auf dessen Weg eine kleine Kapelle namens „Mare Déu del Bon Pastor“ liegt, an der man mal kurz verschnaufen kann.
Der gewundene Fußweg kreuzt immer mal wieder die asphaltierte Straße, mit der man mit dem Auto das Gipfelplateau viel schneller und bequemer erreicht. Allerdings verpasst man, wenn man mit dem Auto fährt, die vielen Stellen, an denen man mal anhalten und die wunderbare Aussicht genießen kann, die der Berg an vielen Stellen bietet, denn die Straße ist so schmal, dass sie kaum Gelegenheiten bietet, mal rechts ran zu fahren, ohne den nachfolgenden Verkehr zu blockieren.
Die asphaltierte Serpentinenstraße mit ihren Steigungen von 5 bis 15 % wird auch gerne von Radrennfahrern zum Trainieren genutzt. Im Jahr 1981 fand am Puig de Sant Salvador sogar zum ersten Mal ein Bergrennen statt. Das Rallye-Bergrennen „Pujada Sant Salvador“ über 4,2 Kilometer wird am Berg seit 2005 ausgetragen.
Seit 2013 ist die Strecke auch ein Teil des „Triatlón 111 y 55“ der über eine Distanz von 111 Kilometern geht ( 1 km Schwimmen, 100 km Radfahren und 10 km Laufen).
Auf den schmalen Wegen ist also immer eine Menge los.
Der Gipfel des Berges besteht aus einem langgestreckten, ausgebauten Plateau auf dem sich das Cristo Rei Monument, ein Parkplatz und natürlich das Kloster befinden. Von da oben aus hat man von allen Seiten ein spektakuläre Aussicht über beinahe die ganze Insel.
Der Berg selbst besteht vornehmlich aus Kalkstein, das auch an einem seiner Hänge fleißig abgebaut wird.
Von der Aussichtsplattform des Steinkreuzes aus erkennt man beim Betrachten der Landschaft den Steinbruch, der beharrlich bereits ein enormes Loch in die Flanke des heiligen Berges hinein gefressen hat.

Text: Nadja von der Hocht
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Santuari de Sant Salvador

„Santuari“ oder „Santuario“ aber auch „Eremita de San Salvador“ (je nachdem welcher Sprache man sich bedient) ist der Name des ehemaligen Klosters, das auf dem gleichnamigen Berg, dem „Puig des Sant Savador“ auf dem Gipfelplateau in 509Metern Höhe über den Südosten der Insel Mallorca wacht.
Das ehemalige Kloster erhebt sich am Rande des Tafelplateaus. Seine Ursprünge sollen bis in das Jahr 1348 zurück reichen, als der erste Eremit Romeo de Burguera dort in einer Höhle, der Sa cova de´Ermità, gehaust haben soll. Nachdem die Pest auf Mallorca gewütet hatte und etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung und gut die Hälfte der Einwohner von Felanitx hinweg rafft hatte, ersuchte man bei König Pere IV. von Aragón, dem der Berg gehörte, um dort zum Dank, daß die übrigen Einwohner überlebt hatten, um die Genehmigung für den Bau einer Kapelle. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Kapelle und die Einsiedelei zu einem Wallfahrtsort und von 1707 bis 1734 wurde dann die heutige Kirche erbaut. Die gesamte Anlage gleicht einer Festung, da sie bei Gefahr auch die Funktion eines Fluchtortes für die nahe Bevölkerung inne hatte.

Die alte Kirche des Klosters beherbergt verschiedene Kunstwerke sowie sehenswerte Altäre aus den verschiedensten Epochen. Besucht man die Kirche am Morgen im Februar und Oktober kann man Zeuge eines Lichtphänomens werden, wenn die niedrig stehende aufgehende Sonne ihre Strahlen durch eines der Rosettenfenster schickt und damit die Marienstatue in der Kirche für einige Minuten in ein mystisches Licht taucht. Sehr einfallsreich gestaltet sind auch die drei Krippenszenen im Eingangsbereich, in denen man Jesus, Maria und Josef sowie die heiligen drei Könige in einer mit echten Bruchstücken von Stalaktiten und Stalagmiten nachgebauten Tropfsteinhöhle platziert hat.

Von 1824 bis 1851 lebten noch drei Eremiten in der Klosterherberge, die allerdings die dauerhafte Besiedelung wegen zu harter Lebensbedingungen aufgaben. Seither wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer und wurde für verschiedene religiöse Zwecke aber auch für sportliche Veranstaltungen genutzt. Die Herberge diente sogar zeitweise den städtischen Schulen von Felanitx als Internat. Seit 1992 wird die Herberge von zwei mallorquinischen Familien verwaltet, die dort ein Restaurant betreiben und Zimmer vermieten. Das Gebäude, sowie Grund und Boden gehören allerdings der Diözese von Mallorca.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Cristo Rei Monument

Das Cristo Rei Monument befindet sich auf dem südlich gelegenen Teil des Gipfelplateaus des Puig de Sant Salvador, im Südosten der Mittelmeerinsel Mallorca. Die sieben Meter hohe Christusstatue aus geschwärzter Bronze steht auf einem 30 Meter hohen Turm, dessen quadratischer Betonsockel an der Basis eine Seitenlänge von 8×8 Metern hat.

Die Grundsteinlegung des Monuments des Christus Pantokrator fand im Jahre 1928 statt und seine vollständige Errichtung dauerte wegen finanzieller Probleme bis 1934. Die Statue soll entweder von dem mallorquinischen Bildhauer Francesc Salvà Pizà oder seinem Kollegen Tomàs Vila Mayol geschaffen worden sein. Man ist sich da nicht mehr ganz so sicher…
Auf der Brust der Christusstatue prangt das Herz Jesu, auf Spanisch: „Sagrado Corazón de Jesús“, weshalb das Cristo Rei Monument auch gerne „Monumento al Sagrado Corazón“ (Monument des Heiligen Herzens) genannt wird.

„Regem cui omnia vivunt, venite adoremus“
„Regem cui omnia vivunt, venite adoremus“

Der Turm des Monumentes ist auf zwei Seiten mit Inschriften versehen. Auf der nach Osten gelegenen Seite steht: „Regem cui omnia vivunt, venite adoremus“, was soviel heißt wie: „Den König unter dem alles lebt, lasst uns anbeten“.

„Jesum Christum, Regem Regum, venite adoremus“
„Jesum Christum, Regem Regum, venite adoremus“

Auf der anderen Seite kann man folgendes entziffern: „Jesum Christum, Regem Regum, venite adoremus“ – „Jesus Christus, den König der Könige, lasst uns anbeten“.
Mit diesen beiden Inschriften wird zum Stundengebet aus dem Totenoffizium eingeladen. Das ist eine besondere Form des Stundengebets in der römisch-katholischen Kirche, bei dem die liturgischen Texte und Gebete dem Gedenken der Verstorbenen dienen.
KuppelWenn man die kurze Treppe erklimmt, entdeckt man eine mit Heiligenbildern und religiösen Szenen bunt bemalte, kleine Kuppel über dem vergitterten Altar, der darunter platziert ist. Auf ihm findet man ebenfalls eine Inschrift: „Tu Rex Gloriae, Christe“, was man mit „Du bist der König der Herrlichkeit, Christus“ übersetzen kann.Altar
Auf halber Höhe des Monumentes ist das Wappen des Dr. José Miralles y Sbert, dem damaligen Bischof der Diözese Mallorca angebracht, der das Monument am 01. Juli 1934 einweihte.
Unter dem Sockel des Monumentes befindet sich eine nicht öffentlich zugängliche Kapelle zur Andacht und Meditation, die die sterblichen Überreste des Canónigo D. Mateo Alzamora enthält, der das Monument auf seine Kosten errichten ließ, sowie von fünf Eremiten aus dem Kloster.

Kapelle
Kapelle

Um diese kleine Kapelle kann man ganz herum gehen und die Aussicht von allen Seiten bis zum Meer genießen. Es führen sogar noch ein paar Stufen auf der Rückseite des Monumentes den Berg hinunter, wo man den „Abort“ entdeckt, der dort in die Mauer eingelassen ist. Zwei offene Türen locken den neugierigen Besucher, zu erkunden, was dahinter ist.

Kapelle mit Abort Untergeschoss
Kapelle mit Abort Untergeschoss

Der betörende Duft, der einem beim Näherkommen allerdings entgegenschlägt, lässt einen gleich erahnen, womit man es zu tun hat und man ist gleich bereit, auf einen genaueren Blick zu verzichten. Ein merkwürdiger Ort für den klostereigenen Lokus.

Mehrere verstreute Papierchen in den Büschen der näheren Umgebung zeugen davon, dass es niemals so dringend sein kann, um seine Notdurft in einem der Plumpsklos verrichten zu wollen, sondern nicht wenige Besucher lieber mit der freien Natur Vorlieb genommen haben.
Nicht besonders fromm, zu Füßen der Christus Statue und den dort beerdigten Mönchen auf diese Weise in die Knie zu gehen…

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Ein Spaziergang zum Faro de Formentor

Anfang März auf des Deutschen liebster Urlaubsinsel. Das Wetter wird schon wieder wärmer, es gibt öfters ein paar sonnige Tage, aber für Badeurlaub ist es noch zu kalt. Dafür begegnet man schon den ersten Inselfreunden, die sich mit dem Mietauto die Insel ansehen, die Radsportler sind auch schon da und auch wir haben uns heute spontan für einen längeren Ausflug zum Cap Formentor entschieden. Wir wollten herausfinden, wie nah man an das Cap herankommt, denn seit 2018 ist das letzte Stück Weg bis zum Leuchtturm für PKWs wegen Überfüllung und zu viel Chaos auf den engen Bergpässen gesperrt und man gelangt nur noch mit einem Shuttlebus dorthin, der die Urlauber ein Stück weiter unten am letzten großen Parkplatz einsammelt.
Ein Ausflug in die Berge ist an trockenen Tagen in den Wintermonaten am schönsten, weil man da die Straßen fast ganz für sich hat … es sei denn, es ist ein Feiertag. Dann tummeln sich selbst an den abgelegensten Grillplätzen die Einheimischen mit der ganzen Familie.
Wir starteten von Capdepera aus und gingen bei dem Wetter ein bißchen auf Risiko, denn zwischen Artà und Can Picafort fuhr doch noch eine ziemlich dunkle Wolke mit, die sich zwischendurch ein wenig abregnete. Aber bis zum östlichsten Ende der Insel war es noch ein Stück und bald drehte zum Glück der Wind und die dunklen Wolken änderten ihren Kurs in Richtung Palma. Wir ließen Port de Pollenca mit seiner langen Bucht, in der sich im Sommer die Kitesurfer tummeln, hinter uns und schraubten uns die Bergstraße hinauf. Es war nicht viel Verkehr und nur manchmal musste man eine Gruppe Radsportler oder vereinzelte Radfahrer überholen, die sich verbissen die Steigungen hinauf kämpften.

Wir fuhren zügig am großen Aussichtspunkt „Mirador Es Colomer“ vorbei. Hier wollten wir erst auf dem Rückweg anhalten. Außerdem war kein Parkplatz mehr frei. Dieser Platz bietet zu vielen Seiten eine grandiose Aussicht und hier tummelten sich auch heute die Ausflügler. Also schlängelten wir uns zielstrebig an den eng geparkten Autos vorbei und strebten weiter in Richtung Leuchtturm, der auf dem östlichen Ende und gleichzeitig auf dem nördlichsten Punkt der Baleareninsel 167 Meter über dem Meeresspiegel thront.
An dem Parkplatz (Parking Far de Formentor), an dem man im Sommer seinen Wagen stehen lassen muss, mogelten wir uns an der ersten, einseitigen Sperre vorbei. Am Parkplatz standen kaum Autos, das Kassenhäuschen war nicht besetzt und es kamen in regelmäßigen Abständen Autos den Berg wieder hinunter. Wenn die das durften, dann wir auch … wo kein Kläger, da kein Richter. Der Weg führte noch ein Stück durch ein kleines Wäldchen und dann begann der Abschnitt mit den schönen Aussichten, die man im Auto so selten genießen kann, wenn man von hinten gescheucht wird; und es gibt auf der engen Straße so selten Gelegenheit mal rechts ran zu fahren. Die wenigen, vereinzelten Parkbuchten sind garantiert schon belegt. So war es auch heute. Aber da allgemein wenig Verkehr war, konnte man es wagen, ab und zu mal stehen zu bleiben, das Bergpanorama länger als ein paar Sekunden zu genießen und ein Foto zu schießen.

Mirador al Far de Formentor
Mirador al Far de Formentor

Dann gelangten wir an den Aussichtspunkt „Mirador al Far de Formentor“ oberhalb der Cova de la Sirena, an dem einen der Leuchtturm schemenhaft aus der Ferne zu winkt. Bis zu ihm ist es noch ein ganz schönes Stück. Es gibt nur wenige Parkmöglichkeiten und hier war dann auch die Straße ein zweites Mal gesperrt. An dieser Absperrung trauten wir uns mit dem Wagen dann doch nicht vorbei.

Sperrung

Die sah irgendwie aus, als würde sie es Ernst meinen. Außerdem war die komplette letzte Kurve vor der Absperrung einseitig zu geparkt und weit und breit kaum ein Mensch zu sehen. Von hier aus machte man sich also zu Fuß auf den Weg. So wollten wir auch tun, ohne so genau zu wissen, was wir uns da vorgenommen hatten, denn bis zum Turm waren es noch 4,7 Kilometer und die Stunde, die man brauchte, um da hin zu kommen, musste man ja auch wieder zurück spazieren. Aber es war ein so schöner Tag, wir schulterten unsere Kameras und machten uns frohen Mutes auf den Weg. Man konnte ja gefahrlos die asphaltierte Straße entlang wandern, ohne kraxeln zu müssen und wenn man nicht dauernd aufpassen muss, wo man lang läuft, hat man auch endlich ein Auge für die schöne Gegend um einen herum.
Und wie sich das gelohnt hat! Im Spaziertempo entdeckt man plötzlich Motive, die man in einem fahrenden Auto nicht mal ansatzweise bemerkt hätte. Zwischen den zum Teil uralten Pinien, die auf den steilen, felsigen Hängen Wurzeln geschlagen haben, formen viele bereits tote und abgestorbene Äste und Reste knorriger Bäume bizarre Gebilde. Das Licht malt auf den hellen Felsen bunte Bilder und unvermittelt grinsen einen versteinerte „Felskobolde“ freundlich entgegen. Auf den mit Gras bewachsenen Hängen und in den Tälern tummeln sich ungestört wilde Ziegen und hinter jeder Kurve hält der Weg einen weiteren unerwarteten, spektakulären Blick auf das Meer und die Buchten bereit. Der Weg ist kaum anstrengend und nach zwei Jahren Corona-bedingter Einschränkungen hat dieser etwas längere Spaziergang so richtig gut getan.

So ganz unbedarft und sorglos durfte man sich allerdings auf der Straße dann doch nicht bewegen. Der ein oder andere Autofahrer ließ sich nämlich nicht von der Absperrung abschrecken und auch den Radfahrern musste man Platz machen, wenn man sie denn frühzeitig bemerkt hatte. Irgendwie haben die Fahrräder von heute alle keine Klingel…
Nach einem guten Stündchen hatten wir endlich die letzte Anhöhe erreicht, von der aus uns der berühmte Leuchtturm in voller Pracht zu Füßen lag. Sogar bis nach Menorca konnten wir von dieser Stelle aus sehen und bei klarer Sicht leuchteten uns die weißen Strände der Schwesterinsel entgegen.

Leuchtturm "Faro de Formentor"
Leuchtturm „Faro de Formentor“

Jetzt schlängelt sich die Straße noch ein kurzes Stück bis zum Leuchtturm hinunter. Für die paar Autofahrer, die lieber nicht zu Fuß gehen wollten, war allerdings kurz vor dem Turm an einem Tor der Weg dann auch zu Ende und das letzte Stück Weg bis zum Turm mussten dann auch die fußkranken Römer per pedes bewältigen. Das Restaurant, das der Faro beherbergt, ist in den Wintermonaten geschlossen, genauso wie das letzte Tor und man gelangt mit dem Auto nicht bis ganz hinauf auf den Parkplatz und die Autofahrer sind gezwungen, auf der engen Straße zu wenden, wenn sie wieder zurück wollen. Das sollte allerdings nicht unsere Sorge sein. Wir kletterten auf den Felsen umher und suchten nach der besten Aussicht für das schönste Foto, bis es uns dann doch langsam zu kalt wurde. Die Zeit war unbemerkt schon weit fortgeschritten, es wurde langsam dunkler und die Halbinsel, auf der der Leuchtturm steht, trägt nicht umsonst den Beinamen „Treffpunkt der Winde“. Wir spazierten also wieder zurück und erfreuten uns auf dem Rückweg des Panoramas aus der entgegengesetzten Perspektive.
Wieder zurück im Auto machten wir uns gut gelaunt und kein bisschen erschöpft von dem ungewohnt langen Fußmarsch auf den Rückweg und ergatterten noch einen der wenigen freien Parkplätze am großen Aussichtspunkt. Ein ereignisreicher Tag neigte sich dem Ende zu, die Sonne ging bereits langsam aber spektakulär unter und tauchte die Umgebung in ein fabelhaftes Licht, dass es noch hurtig mit der guten Kamera einzufangen galt.
Das ist das Schöne hier auf unserer Insel des Lichts: der Himmel und das Meer sehen jeden Tag anders aus.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Palma

Im Westen der Baleareninsel Mallorca erstreckt sich entlang der Bucht von Palma an der Küste des Mittelmeeres die im Jahre 123 v. Chr. von dem Römischen Konsul Quintus Caecilius Metellus gegründete Hafenstadt Palma. Damals hieß sie noch „Palmaria Palmensis“. Nachdem im 4. Jahrhundert n. Chr. das Römische Reich untergegangen war, setzte auch in Palma der Niedergang ein, der erst fünfhundert Jahre später von den Arabern aufgehalten wurde. Gegen 903 entdeckte sie die Insel für sich und bauten in Palma eine arabisch-islamische Kultur auf. 1229 wurde sie allerdings wieder durch die Aragonier vertrieben. Sie bauten die Stadt nun in ihrem Sinne weiter aus und errichteten unter anderem die Kathedrale „La Seu“, die den Besucher heute noch schon von weitem ins Auge fällt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte erneut ein Aufschwung ein, als Europas überarbeitete Bevölkerung ganz allmählich die Insel als Urlaubsziel für sich entdeckte. Der Massentourismus begann bereits in der Nachkriegszeit, der der Stadt und der übrigen Insel bis heute eine gute und bisweilen sogar die einzige Wirtschaftsgrundlage bietet.
Palma ist heute der Regierungs- und Bischofssitz der Autonomen Gemeinschaft der Balearen. Vor nicht allzu langer Zeit trug die Stadt noch den Namen „Palma de Mallorca“ um Verwechslungen mit anderen Städten dieses Namens auszuschließen. Im Jahre 1998 wurde mal ein Antrag eingereicht, um das „de Mallorca“ aus dem Namen der Stadt zu streichen (warum auch immer), der 2008 erstmals umgesetzt wurde. 2011 wurde dies zunächst wieder rückgängig gemacht, um es 2016 erneut umzusetzen. Seitdem heißt Palmas Hauptstadt offiziell nur noch „Palma“.
Palmas Altstadt hält für den Besucher eine kulturelle und stilistische Mischung aus spanischen, katalanischen und arabischen Einflüssen bereit. Die größtenteils autofreie Altstadt ist bekannt für ihre engen Gässchen, die zum Teil nur über Treppen miteinander verbunden sind. Der mehrere Hundert Jahre alte Olivenbaum, der auf der Plaça de Cort in der Nähe des Rathauses dem erschöpften Touristen Schatten spendet, ist mit seiner knorrigen, dicken Rinde ein beliebtes Fotomotiv.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die mittelalterliche Burganlage Castell de Bellver, das historische Gebäude und ein Meisterwerk bürgerlicher gotischer Architektur „Llotja de Palma“ und natürlich die mehr als 15 überwachten Badestrände östlich des Stadtkerns gelegen, von denen der Balneario No 6 bei deutschen Urlaubern eher als „Ballermann 6“ bekannt ist.

Wappen der Stadt PalmaAutonome Gemeinschaft:  Balearen

Fläche: 208,7 km²

Einwohner: 416.065 (Stand: 01. Jan. 2019)

Amtssprache: Katalanisch und Spanisch

Nationalitäten:
Der Ausländeranteil lag im Jahr 2008 bei 19,5% und ist immer noch stark steigend. Neben Deutschen, Briten und Bulgaren sind es vor allem Festlandspanier und Südamerikaner, die sich in der Stadt niedergelassen haben.

Telefonvorwahl: 971

Postleitzahl: 07000 – 07099

Sicherheit:
Palma gilt gemeinhin als eine sichere Stadt. Die Polizei zeigt mehr Präsens als in Deutschen Städten, trotzdem sollte man seine Wertsachen nie unbeaufsichtigt irgendwo liegen lassen.

Anreise:
mit dem Flugzeug:
Der Flughafen von Palma wird von mehreren Fluggesellschaften ab Deutschland direkt angeflogen. Die Flugzeit beträgt etwa 2 Stunden.

mit dem Schiff: In den Hafen von Palma gelangt man entweder mit der eigenen Yacht, einem Kreuzfahrtschiff oder mit der Fähre. Wer auf Mallorca gerne mit dem eigenen Auto unterwegs ist, fährt in Barcelona auf die Fähre, die einen in ca. 7 Stunden auf die Insel bringt.

Mobilität:
Da Palma eine moderne Großstadt ist, in der auch Menschen leben und arbeiten, die nichts mit dem Tourismus zu tun haben, verfügt die Stadt natürlich über jede Menge öffentliche Verkehrsmittel wie Taxen und Busse. Die Busse sind für den normalen Berufsverkehr ausgelegt. Dazu gibt es zwei Eisenbahnverbindungen. Der normale Arbeitsverkehr geht von Palma aus nach Inca, die andere Strecke führt nach Sóller und wird nur von der Museumseisenbahn befahren, die man sich als Urlauber nicht entgehen lassen sollte, wenn man genug Zeit für eine Tagestour hat.
Natürlich ist es auch möglich sich für ein Maximum an selbständiger Mobilität einen Mietwagen zu nehmen.

Sehenswürdigkeiten:
Castell de Bellver, Llotja de Palma, Kathedrale „La Seu“ , Basilika Sant Francesc

Reiseberichte:  Ein Bummel durch Palmas Altstadt

Aktivitäten:  Strand

Kulinarisches:
In Palmas Straßen findet man hauptsächlich Bars, Cafes und Tapasbars. Dafür weniger Restaurants als man vermutet hätte.
Typisch für Palma ist das „Llonguet“, ein längliches Brötchen mit einer Rille in der Mitte, klassisch mit Butifarra (katalanische Wurstspezialität), Serrano-Schinken, Käse, Sardellen oder Sobrassada (Paprika-Wurst) belegt.
Was jeder Festlandspanier als Souvenir bei seiner Abreise im Gepäck hat, ist die für Mallorca typische „Ensaïmada“, einem Gebäck aus Weizenmehl, Wasser, oder Milch, Zucker Eiern und – ganz wichtig – Schweineschmalz. Es gibt sie gefüllt oder ungefüllt.

Nachtleben:
Seit 2014 wird versucht, gegen das schlechte Benehmen einiger Feierwütigen vorzugehen, indem man das „Eimersaufen“ am Strand untersagt hat und auch Nachts gelten Ausschankbeschränkungen. Auf der Straße darf nicht getrunken werden und Touristen dürfen von den Barbetreibern nicht mehr zum Trinken animiert werden.

Karten:

Buchtips:

 

Text: Nadja von der Hocht
Foto Beitragsbild: Wolfgang von der Hocht
Bild Wappen:    Miguillen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Creu d’Es Picot

Besucht man den Südosten der Mittelmeerinsel Mallorca, empfiehlt sich ein Besuch des „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch mehrere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen gibt. Eines davon ist das „Creu d’Es Picot“. Zu ihm gelangt man über die ca. 5,5 km lange Serpentinenstraße, die sich in engen Kurven den Berg hinauf schlängelt. Man kann sich natürlich auch Zeit nehmen und mehr oder weniger gemütlich den alten Pilgerweg hinauf wandern, der an mehreren Stellen die Straße kreuzt. Etwa 250 Meter vor dem Gipfelplateau, auf dem „Puig des Milá“, erhebt sich in 478 Meter Höhe das 14 Meter hohe Steinkreuz. Auf ihm ist eine Inschrift in Catalan zu lesen: „Cermans aouests bracós sempre oberts per a tothom“, was soviel bedeutet wie: „Den Brüdern die Arme öffnen für jeden“.
Es ist bereits das Dritte Kreuz, das an dieser Stelle errichtet wurde. Dieses steht seit 1957. Das erste Kreuz war noch aus Holz und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Das Zweite fertigte man aus Metall, hatte eine Höhe von 11 Metern und stand von 1927 bis 1951 an dieser Stelle. Beide Kreuze wurde Opfer der Witterung und wurden irgendwann von Stürmen schwer beschädigt oder hinweg gefegt. Das heutige Steinkreuz erweist sich als wesentlich beständiger als seine Vorgänger und wird wohl noch länger über das Tal wachen. Von der Plattform aus, zu Füßen des Creu d´Es Picot hat man bereits einen wunderbaren Panoramablick über die weite Ebene bis zum Meer. Das Fernrohr, das an dieser Stelle mal stand, mit dessen Hilfe man die Gegend noch etwas genauer betrachten konnte, wurde in der Corona-Zeit leider deinstalliert.

Obwohl man von diesem Aussichtspunkt noch nicht ganz auf dem Gipfel des Puig des Sant Salvador angekommen ist, liegt einem bereits die halbe Insel zu Füßen:
Von Nordwesten bis Nordosten erhebt sich die Serra de Tramuntana, im Norden erspäht man die Städte Felanitx und Pollença und im Nordosten Alcúdia. Im Osten entdeckt man die Calas de Mallorca und im Süden liegen Portocolom und Cala d’Or. Im Südwesten reicht der Blick über das Mittelmeer sogar bis zur Insel Cabrera, die dem Betrachter am Horizont entgegen flimmert. Letztere erkennt man allerdings besser,steigt man ganz hinauf bis zum Gipfelplateau, auf dem einen die schon von weitem ersichtliche Christusstatue und das alte Kloster Santuari de Sant Salvador erwarten.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Kapelle Mare Déu del Bon Pastor

Im Südosten von Mallorca erhebt sich der „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg, der sich aus der flachen Ebene erhebt, nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch die ein oder andere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit zu entdecken gibt. Eine davon ist eine kleine Kapelle, die sich auf dem Weg zum Gipfelplateau in einer der engen Kurven der ca. 5,5 Km langen Serpentinenstraße schmiegt. Fährt man mit dem Wagen da hoch, gibt es kaum Möglichkeiten, ihn direkt bei der Kapelle auf dem schmalen Weg abzustellen. Daher empfiehlt es sich, aus dem Abstecher eine kleine Wanderung zu machen und den Berg auf dem alten Pilgerpfad zu erklimmen, der mehrmals die Asphaltstraße kreuzt. So hat man auch viel mehr Zeit und Muße, all die anderen Eindrücke in sich aufzunehmen und sich auf dem Weg nach oben an der immer spektakulärer werdenden Aussicht satt zu sehen.
Die kleine Kapelle „Mare Déu del Bon Pastor“ im neuromanischen Stil befindet sich etwa auf halber Höhe des Berges und wurde unter Monsignore Mosén Antoni Maria Alcover im Jahre 1910 errichtet. Mit „Bon Pastor“ im Namenszug ist jener Monsignore gemeint, der als eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Wiedererlangung der katalanischen Sprache im 20. Jahrhundert gilt.
Diese Kapelle ist der Ersatz für eine weitaus ältere Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, die reichlich mit „Azulejos“ ausgeschmückt gewesen sein soll. Unter Azulejos versteht man ein Bild aus bunt bemalten, meist quadratischen, glasierten, wetterfesten Keramikfliesen, mit denen in Spanien und Portugal gerne öffentliche Gebäude und Monumente künstlerisch herausgeputzt werden. Auf dem alten Kreuzweg, der gegenüber der Kapelle mit einer Stiege beginnt, sind noch 12 Stationen mit solchen Azulejo-Bildern aus dem 16. Jahrhundert zu finden.

Einer alten Legende nach soll einst ein Hirte im Gestrüpp genau an der Stelle, wo später die Kapelle errichtet wurde, ein glänzendes Bildnis der Mutter Gottes gefunden haben, wonach er sogleich von einem Engel dazu beauftragt wurde, selbiges auf den Gipfel des Berges zu tragen, wo heute das ehemalige Kloster Santuari de Sant Salvador steht. Das muss irgendwann im 15. Jahrhundert gewesen sein, denn die Verehrung der Mutter Gottes am Sant Salvador geht nachweislich bis in dieses Jahrhundert zurück. Heute beherbergt die kleine Kapelle, an der man mit dem Auto viel zu schnell vorbei fährt, die in Stein gehauene Szene, wie der Hirte zusammen mit seinem Hund die Statuette der Madonna entdeckt.

 

 

 


Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Blue Mountains

Im Bundesstaat New South Wales im fernen Australien erheben sich die Blue Mountains. Die Ausläufer des häufig besuchten Gebirges beginnen bereits 60 km westlich von Sydney.
Die Blue Mountains sind vor allem bekannt wegen der Eukalyputsbäume, die dort in großer Artenvielfalt wachsen und deren ätherische Ausdünstungen als feiner Nebel über den Wipfeln schwebt.

Devils Lookout
Devils Lookout

Bei Tageslicht ist dieser feine Nebel für die Blaufärbung verantwortlich, der dem Gebirge seinen Namen gab.
Im Jahre 2000 wurde die Gegend um die Blue Mountains sogar von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Die Hauptattraktion des Blue Mountains National Park bilden drei steil in den Himmel ragende „dünne“ Felsnadeln, genannt „Die drei Schwestern“. Man erreicht sie von Sydney aus über eine gut ausgebaute Straße. Von Katoomba aus, einem verträumten Urlaubsstädtchen, ist der weitere Weg gut ausgeschildert. Am Besucherzentrum, am südlichen Ende der Echo Point Road, findet man den stark besuchten „Echo Point Lookout“. Dieser Aussichtspunkt bietet einen fantastischen Blick auf die „Three Sisters“, das „Ruined Castle“ und den „Mount Solitary“.
Die drei Schwestern haben sogar Namen und sind Teil einer alten Legende der Aborigines:

Blick vom Devils Outlook auf das bewaldete Tal bei Katoomba
Blick vom Devils Outlook auf das bewaldete Tal bei Katoomba

Ein Zauberdoktor namens Tyawan hatte drei Töchter. Meehni, Wimlah und Gunnedoo. Sie lebten hier im Schatten der heutigen Blue Mountains. Ganz in der Nähe wohnte aber auch der schreckliche Bunyip, ein furchtbares Monster, vor dem alle Angst hatten. Eines Tages erschreckte sich Meehni vor einem dicken Tausendfüßler und warf einen Stein nach ihm, um ihn zu vertreiben. Dummerweise rollte der Stein laut polternd über die Klippen und weckte damit den schrecklichen Bunyip, der darunter geschlafen hatte. Als er die drei Schwestern entdeckte, griff er sie wutentbrannt an, weil sie seinen Schlummer gestört hatten.
Vater Tyawan musste eingreifen, er schwang seinen Zauberknochen und verwandelte seine geliebten Töchter, die sich ängstlich aneinander gedrängt hatten, in drei Felstürme, um sie vor dem mörderischen Feind zu schützen.
Als der Bunyip seine Opfer nicht mehr sah, wandte er sich nun dem Vater zu und wollte sich auf ihn stürzen. Doch der verwandelte sich schleunigst in einen Leierschwanz und flog davon. Leider verlor er bei der Aktion seinen Zauberknochen, den er bis heute sucht. Die drei Schwestern warten noch immer geduldig darauf, dass ihr Vater seinen Zauberknochen bald finden möge, damit er sie wieder zurück verwandeln kann.

Bis dahin werden Meehni (922 m), Wimlah (918 m) und Gunnedoo (906 m) jeden Abend bis 23 Uhr großartig beleuchtet, damit man ihre Schönheit möglichst lange bewundern kann.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Roswitha Banning

Leuchtturm Capdepera

Wenn man nicht ständig Lust hat, in Cala Ratjada am Strand rum zu liegen, wäre ein Spaziergang zum nahegelegenen Leuchtturm eine gute Alternative. Der Weg dorthin ist ein bißchen steil, dafür aber leicht zu finden. Man folgt einfach der Hauptstraße aus dem Ort heraus immer gerade aus, den Hügel hinauf. Was mich dahin gelockt hat, war, dass ich aus Erzählungen wusste, dass es da viele Katzen geben soll. Um so größer war meine Enttäuschung, dass sich nicht ein Westentaschentiger hat sehen lassen.
Dafür wurde ich mit einer großartigen Aussicht belohnt.

Sogar ein schwacher Regenbogen zeichnete sich am Horizont ab. Wenn das Meer ruhig ist, glänzt es richtig und hat eine ganz tolle Farbe. Wenn es nicht zu diesig ist, kann man sogar bis nach Menorca rüber gucken. Den Leuchtturm selbst kann man leider nicht besichtigen. Aber dafür hat man vor der Mauer eine Tafel aufgestellt mit ein paar Informationen zu Inbetriebnahme und den verschiedenen Leuchtmitteln die seit 1861 (so lange gibt´s den schon) benutzt und immer wieder ausgetauscht wurden. Leider nicht auf Deutsch.

Die breite Mauer, die die Straße von den Klippen abgrenzt, läd ein, sich darauf zu setzten und vielleicht ein kleines Picknick mit Aussicht aufs blaue Meer zu veranstalten, bevor man sich wieder auf den Rückweg macht.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Chichén Itzá

Im Südosten von Mexiko schmiegt sich die Halbinsel Yucatán in den Golf von Mexiko. Im nordwestlichen Teil dieser Halbinsel befindet sich der gleichnamige Bundesstaat mit seiner Haupstadt Mérida, auch bekannt als das „Tor zur Welt der Maya“. Circa 120 Kilometer östlich von Mérida entfernt befindet sich eine der wohl bedeutendsten Ruinenstätten aus der späten Maya-Zeit: Chichén Itzá.
Der Name bedeutet so viel wie „Am Rande des Brunnens der Itzá“ oder vielleicht auch grob übersetzt: „ An den Ufern der Brunnen der Itzá“. („Itzá“ ist die Eigenbezeichnung des Volkes, das dort lebte.)
Die Stadt liegt nämlich in einem recht unebenen Karstgelände das von unzähligen Einsturzdolinen und Cenotes übersät ist, die in früheren Zeiten höchstwahrscheinlich als Brunnen genutzt wurden. Heute führen allerdings nur noch zwei von ihnen frisches Grundwasser. Mit seinen 1.547 Hektar ist Chichén Itzá einer der ausgedehntesten Fundorte der alten Maya, das jährlich von über einer Millionen Touristen besucht wird.
Das Zentrum der alten Stätte wird von zahlreichen repräsentativen Monumenten dominiert, die vermutlich alle eine religiöse und/oder politische Bedeutung hatten und aus deren Mitte eine große, gut erhaltene Stufenpyramide herausragt.

Chichen Itza Ballspiellatz
Chichen Itza Ballspiellatz

Die verschiedenen Stilformen und Gebäudetypen, die in der alten Mayastätte zu finden sind, liefern wichtige Informationen über die Geschichte des Ortes. Es gibt Pyramiden mit Treppen, Tempel mit hallenartigen Innenräumen, Ballspielplätze, Säulenhallen, Bauten mit vielen Innenräumen und eingeschlossenen Höfen, gemauerte Straßen, die die vielen Gebäude miteinander verbinden und viele andere Bauten zu bewundern.
Der Kriegertempel, der Tempel des großen Opfertisches, der Ballspielplatz und der Tempel der Jaguare sind nur einige Beispiele an Monumenten, die man in Chichén Itzá bewundern kann.

Leider sind fast alle Gebäude für den öffentlichen Zugang gesperrt und Besucher dürfen sich nur auf den freien Flächen bewegen.

Chichén Itzá wurde 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und im März 2015 von der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten in das internationale Register für Kulturgut und Sonderschutz aufgenommen.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Dr. Verena Quennet