Palma

Im Westen der Baleareninsel Mallorca erstreckt sich entlang der Bucht von Palma an der Küste des Mittelmeeres die im Jahre 123 v. Chr. von dem Römischen Konsul Quintus Caecilius Metellus gegründete Hafenstadt Palma. Damals hieß sie noch „Palmaria Palmensis“. Nachdem im 4. Jahrhundert n. Chr. das Römische Reich untergegangen war, setzte auch in Palma der Niedergang ein, der erst fünfhundert Jahre später von den Arabern aufgehalten wurde. Gegen 903 entdeckte sie die Insel für sich und bauten in Palma eine arabisch-islamische Kultur auf. 1229 wurde sie allerdings wieder durch die Aragonier vertrieben. Sie bauten die Stadt nun in ihrem Sinne weiter aus und errichteten unter anderem die Kathedrale „La Seu“, die den Besucher heute noch schon von weitem ins Auge fällt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte erneut ein Aufschwung ein, als Europas überarbeitete Bevölkerung ganz allmählich die Insel als Urlaubsziel für sich entdeckte. Der Massentourismus begann bereits in der Nachkriegszeit, der der Stadt und der übrigen Insel bis heute eine gute und bisweilen sogar die einzige Wirtschaftsgrundlage bietet.
Palma ist heute der Regierungs- und Bischofssitz der Autonomen Gemeinschaft der Balearen. Vor nicht allzu langer Zeit trug die Stadt noch den Namen „Palma de Mallorca“ um Verwechslungen mit anderen Städten dieses Namens auszuschließen. Im Jahre 1998 wurde mal ein Antrag eingereicht, um das „de Mallorca“ aus dem Namen der Stadt zu streichen (warum auch immer), der 2008 erstmals umgesetzt wurde. 2011 wurde dies zunächst wieder rückgängig gemacht, um es 2016 erneut umzusetzen. Seitdem heißt Palmas Hauptstadt offiziell nur noch „Palma“.
Palmas Altstadt hält für den Besucher eine kulturelle und stilistische Mischung aus spanischen, katalanischen und arabischen Einflüssen bereit. Die größtenteils autofreie Altstadt ist bekannt für ihre engen Gässchen, die zum Teil nur über Treppen miteinander verbunden sind. Der mehrere Hundert Jahre alte Olivenbaum, der auf der Plaça de Cort in der Nähe des Rathauses dem erschöpften Touristen Schatten spendet, ist mit seiner knorrigen, dicken Rinde ein beliebtes Fotomotiv.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die mittelalterliche Burganlage Castell de Bellver, das historische Gebäude und ein Meisterwerk bürgerlicher gotischer Architektur „Llotja de Palma“ und natürlich die mehr als 15 überwachten Badestrände östlich des Stadtkerns gelegen, von denen der Balneario No 6 bei deutschen Urlaubern eher als „Ballermann 6“ bekannt ist.

Wappen der Stadt PalmaAutonome Gemeinschaft:  Balearen

Fläche: 208,7 km²

Einwohner: 416.065 (Stand: 01. Jan. 2019)

Amtssprache: Katalanisch und Spanisch

Nationalitäten:
Der Ausländeranteil lag im Jahr 2008 bei 19,5% und ist immer noch stark steigend. Neben Deutschen, Briten und Bulgaren sind es vor allem Festlandspanier und Südamerikaner, die sich in der Stadt niedergelassen haben.

Telefonvorwahl: 971

Postleitzahl: 07000 – 07099

Sicherheit:
Palma gilt gemeinhin als eine sichere Stadt. Die Polizei zeigt mehr Präsens als in Deutschen Städten, trotzdem sollte man seine Wertsachen nie unbeaufsichtigt irgendwo liegen lassen.

Anreise:
mit dem Flugzeug:
Der Flughafen von Palma wird von mehreren Fluggesellschaften ab Deutschland direkt angeflogen. Die Flugzeit beträgt etwa 2 Stunden.

mit dem Schiff: In den Hafen von Palma gelangt man entweder mit der eigenen Yacht, einem Kreuzfahrtschiff oder mit der Fähre. Wer auf Mallorca gerne mit dem eigenen Auto unterwegs ist, fährt in Barcelona auf die Fähre, die einen in ca. 7 Stunden auf die Insel bringt.

Mobilität:
Da Palma eine moderne Großstadt ist, in der auch Menschen leben und arbeiten, die nichts mit dem Tourismus zu tun haben, verfügt die Stadt natürlich über jede Menge öffentliche Verkehrsmittel wie Taxen und Busse. Die Busse sind für den normalen Berufsverkehr ausgelegt. Dazu gibt es zwei Eisenbahnverbindungen. Der normale Arbeitsverkehr geht von Palma aus nach Inca, die andere Strecke führt nach Sóller und wird nur von der Museumseisenbahn befahren, die man sich als Urlauber nicht entgehen lassen sollte, wenn man genug Zeit für eine Tagestour hat.
Natürlich ist es auch möglich sich für ein Maximum an selbständiger Mobilität einen Mietwagen zu nehmen.

Sehenswürdigkeiten:
Castell de Bellver, Llotja de Palma, Kathedrale „La Seu“ , Basilika Sant Francesc

Reiseberichte:  Ein Bummel durch Palmas Altstadt

Aktivitäten:  Strand

Kulinarisches:
In Palmas Straßen findet man hauptsächlich Bars, Cafes und Tapasbars. Dafür weniger Restaurants als man vermutet hätte.
Typisch für Palma ist das „Llonguet“, ein längliches Brötchen mit einer Rille in der Mitte, klassisch mit Butifarra (katalanische Wurstspezialität), Serrano-Schinken, Käse, Sardellen oder Sobrassada (Paprika-Wurst) belegt.
Was jeder Festlandspanier als Souvenir bei seiner Abreise im Gepäck hat, ist die für Mallorca typische „Ensaïmada“, einem Gebäck aus Weizenmehl, Wasser, oder Milch, Zucker Eiern und – ganz wichtig – Schweineschmalz. Es gibt sie gefüllt oder ungefüllt.

Nachtleben:
Seit 2014 wird versucht, gegen das schlechte Benehmen einiger Feierwütigen vorzugehen, indem man das „Eimersaufen“ am Strand untersagt hat und auch Nachts gelten Ausschankbeschränkungen. Auf der Straße darf nicht getrunken werden und Touristen dürfen von den Barbetreibern nicht mehr zum Trinken animiert werden.

Karten:

Buchtips:

 

Text: Nadja von der Hocht
Foto Beitragsbild: Wolfgang von der Hocht
Bild Wappen:    Miguillen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Creu d’Es Picot

Besucht man den Südosten der Mittelmeerinsel Mallorca, empfiehlt sich ein Besuch des „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch mehrere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen gibt. Eines davon ist das „Creu d’Es Picot“. Zu ihm gelangt man über die ca. 5,5 km lange Serpentinenstraße, die sich in engen Kurven den Berg hinauf schlängelt. Man kann sich natürlich auch Zeit nehmen und mehr oder weniger gemütlich den alten Pilgerweg hinauf wandern, der an mehreren Stellen die Straße kreuzt. Etwa 250 Meter vor dem Gipfelplateau, auf dem „Puig des Milá“, erhebt sich in 478 Meter Höhe das 14 Meter hohe Steinkreuz. Auf ihm ist eine Inschrift in Catalan zu lesen: „Cermans aouests bracós sempre oberts per a tothom“, was soviel bedeutet wie: „Den Brüdern die Arme öffnen für jeden“.
Es ist bereits das Dritte Kreuz, das an dieser Stelle errichtet wurde. Dieses steht seit 1957. Das erste Kreuz war noch aus Holz und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Das Zweite fertigte man aus Metall, hatte eine Höhe von 11 Metern und stand von 1927 bis 1951 an dieser Stelle. Beide Kreuze wurde Opfer der Witterung und wurden irgendwann von Stürmen schwer beschädigt oder hinweg gefegt. Das heutige Steinkreuz erweist sich als wesentlich beständiger als seine Vorgänger und wird wohl noch länger über das Tal wachen. Von der Plattform aus, zu Füßen des Creu d´Es Picot hat man bereits einen wunderbaren Panoramablick über die weite Ebene bis zum Meer. Das Fernrohr, das an dieser Stelle mal stand, mit dessen Hilfe man die Gegend noch etwas genauer betrachten konnte, wurde in der Corona-Zeit leider deinstalliert.

Obwohl man von diesem Aussichtspunkt noch nicht ganz auf dem Gipfel des Puig des Sant Salvador angekommen ist, liegt einem bereits die halbe Insel zu Füßen:
Von Nordwesten bis Nordosten erhebt sich die Serra de Tramuntana, im Norden erspäht man die Städte Felanitx und Pollença und im Nordosten Alcúdia. Im Osten entdeckt man die Calas de Mallorca und im Süden liegen Portocolom und Cala d’Or. Im Südwesten reicht der Blick über das Mittelmeer sogar bis zur Insel Cabrera, die dem Betrachter am Horizont entgegen flimmert. Letztere erkennt man allerdings besser,steigt man ganz hinauf bis zum Gipfelplateau, auf dem einen die schon von weitem ersichtliche Christusstatue und das alte Kloster Santuari de Sant Salvador erwarten.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Kapelle Mare Déu del Bon Pastor

Im Südosten von Mallorca erhebt sich der „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg, der sich aus der flachen Ebene erhebt, nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch die ein oder andere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit zu entdecken gibt. Eine davon ist eine kleine Kapelle, die sich auf dem Weg zum Gipfelplateau in einer der engen Kurven der ca. 5,5 Km langen Serpentinenstraße schmiegt. Fährt man mit dem Wagen da hoch, gibt es kaum Möglichkeiten, ihn direkt bei der Kapelle auf dem schmalen Weg abzustellen. Daher empfiehlt es sich, aus dem Abstecher eine kleine Wanderung zu machen und den Berg auf dem alten Pilgerpfad zu erklimmen, der mehrmals die Asphaltstraße kreuzt. So hat man auch viel mehr Zeit und Muße, all die anderen Eindrücke in sich aufzunehmen und sich auf dem Weg nach oben an der immer spektakulärer werdenden Aussicht satt zu sehen.
Die kleine Kapelle „Mare Déu del Bon Pastor“ im neuromanischen Stil befindet sich etwa auf halber Höhe des Berges und wurde unter Monsignore Mosén Antoni Maria Alcover im Jahre 1910 errichtet. Mit „Bon Pastor“ im Namenszug ist jener Monsignore gemeint, der als eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Wiedererlangung der katalanischen Sprache im 20. Jahrhundert gilt.
Diese Kapelle ist der Ersatz für eine weitaus ältere Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, die reichlich mit „Azulejos“ ausgeschmückt gewesen sein soll. Unter Azulejos versteht man ein Bild aus bunt bemalten, meist quadratischen, glasierten, wetterfesten Keramikfliesen, mit denen in Spanien und Portugal gerne öffentliche Gebäude und Monumente künstlerisch herausgeputzt werden. Auf dem alten Kreuzweg, der gegenüber der Kapelle mit einer Stiege beginnt, sind noch 12 Stationen mit solchen Azulejo-Bildern aus dem 16. Jahrhundert zu finden.

Einer alten Legende nach soll einst ein Hirte im Gestrüpp genau an der Stelle, wo später die Kapelle errichtet wurde, ein glänzendes Bildnis der Mutter Gottes gefunden haben, wonach er sogleich von einem Engel dazu beauftragt wurde, selbiges auf den Gipfel des Berges zu tragen, wo heute das ehemalige Kloster Santuari de Sant Salvador steht. Das muss irgendwann im 15. Jahrhundert gewesen sein, denn die Verehrung der Mutter Gottes am Sant Salvador geht nachweislich bis in dieses Jahrhundert zurück. Heute beherbergt die kleine Kapelle, an der man mit dem Auto viel zu schnell vorbei fährt, die in Stein gehauene Szene, wie der Hirte zusammen mit seinem Hund die Statuette der Madonna entdeckt.

 

 

 


Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Blue Mountains

Im Bundesstaat New South Wales im fernen Australien erheben sich die Blue Mountains. Die Ausläufer des häufig besuchten Gebirges beginnen bereits 60 km westlich von Sydney.
Die Blue Mountains sind vor allem bekannt wegen der Eukalyputsbäume, die dort in großer Artenvielfalt wachsen und deren ätherische Ausdünstungen als feiner Nebel über den Wipfeln schwebt.

Devils Lookout
Devils Lookout

Bei Tageslicht ist dieser feine Nebel für die Blaufärbung verantwortlich, der dem Gebirge seinen Namen gab.
Im Jahre 2000 wurde die Gegend um die Blue Mountains sogar von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Die Hauptattraktion des Blue Mountains National Park bilden drei steil in den Himmel ragende „dünne“ Felsnadeln, genannt „Die drei Schwestern“. Man erreicht sie von Sydney aus über eine gut ausgebaute Straße. Von Katoomba aus, einem verträumten Urlaubsstädtchen, ist der weitere Weg gut ausgeschildert. Am Besucherzentrum, am südlichen Ende der Echo Point Road, findet man den stark besuchten „Echo Point Lookout“. Dieser Aussichtspunkt bietet einen fantastischen Blick auf die „Three Sisters“, das „Ruined Castle“ und den „Mount Solitary“.
Die drei Schwestern haben sogar Namen und sind Teil einer alten Legende der Aborigines:

Blick vom Devils Outlook auf das bewaldete Tal bei Katoomba
Blick vom Devils Outlook auf das bewaldete Tal bei Katoomba

Ein Zauberdoktor namens Tyawan hatte drei Töchter. Meehni, Wimlah und Gunnedoo. Sie lebten hier im Schatten der heutigen Blue Mountains. Ganz in der Nähe wohnte aber auch der schreckliche Bunyip, ein furchtbares Monster, vor dem alle Angst hatten. Eines Tages erschreckte sich Meehni vor einem dicken Tausendfüßler und warf einen Stein nach ihm, um ihn zu vertreiben. Dummerweise rollte der Stein laut polternd über die Klippen und weckte damit den schrecklichen Bunyip, der darunter geschlafen hatte. Als er die drei Schwestern entdeckte, griff er sie wutentbrannt an, weil sie seinen Schlummer gestört hatten.
Vater Tyawan musste eingreifen, er schwang seinen Zauberknochen und verwandelte seine geliebten Töchter, die sich ängstlich aneinander gedrängt hatten, in drei Felstürme, um sie vor dem mörderischen Feind zu schützen.
Als der Bunyip seine Opfer nicht mehr sah, wandte er sich nun dem Vater zu und wollte sich auf ihn stürzen. Doch der verwandelte sich schleunigst in einen Leierschwanz und flog davon. Leider verlor er bei der Aktion seinen Zauberknochen, den er bis heute sucht. Die drei Schwestern warten noch immer geduldig darauf, dass ihr Vater seinen Zauberknochen bald finden möge, damit er sie wieder zurück verwandeln kann.

Bis dahin werden Meehni (922 m), Wimlah (918 m) und Gunnedoo (906 m) jeden Abend bis 23 Uhr großartig beleuchtet, damit man ihre Schönheit möglichst lange bewundern kann.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Roswitha Banning

Leuchtturm Capdepera

Wenn man nicht ständig Lust hat, in Cala Ratjada am Strand rum zu liegen, wäre ein Spaziergang zum nahegelegenen Leuchtturm eine gute Alternative. Der Weg dorthin ist ein bißchen steil, dafür aber leicht zu finden. Man folgt einfach der Hauptstraße aus dem Ort heraus immer gerade aus, den Hügel hinauf. Was mich dahin gelockt hat, war, dass ich aus Erzählungen wusste, dass es da viele Katzen geben soll. Um so größer war meine Enttäuschung, dass sich nicht ein Westentaschentiger hat sehen lassen.
Dafür wurde ich mit einer großartigen Aussicht belohnt.

Sogar ein schwacher Regenbogen zeichnete sich am Horizont ab. Wenn das Meer ruhig ist, glänzt es richtig und hat eine ganz tolle Farbe. Wenn es nicht zu diesig ist, kann man sogar bis nach Menorca rüber gucken. Den Leuchtturm selbst kann man leider nicht besichtigen. Aber dafür hat man vor der Mauer eine Tafel aufgestellt mit ein paar Informationen zu Inbetriebnahme und den verschiedenen Leuchtmitteln die seit 1861 (so lange gibt´s den schon) benutzt und immer wieder ausgetauscht wurden. Leider nicht auf Deutsch.

Die breite Mauer, die die Straße von den Klippen abgrenzt, läd ein, sich darauf zu setzten und vielleicht ein kleines Picknick mit Aussicht aufs blaue Meer zu veranstalten, bevor man sich wieder auf den Rückweg macht.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Chichén Itzá

Im Südosten von Mexiko schmiegt sich die Halbinsel Yucatán in den Golf von Mexiko. Im nordwestlichen Teil dieser Halbinsel befindet sich der gleichnamige Bundesstaat mit seiner Haupstadt Mérida, auch bekannt als das „Tor zur Welt der Maya“. Circa 120 Kilometer östlich von Mérida entfernt befindet sich eine der wohl bedeutendsten Ruinenstätten aus der späten Maya-Zeit: Chichén Itzá.
Der Name bedeutet so viel wie „Am Rande des Brunnens der Itzá“ oder vielleicht auch grob übersetzt: „ An den Ufern der Brunnen der Itzá“. („Itzá“ ist die Eigenbezeichnung des Volkes, das dort lebte.)
Die Stadt liegt nämlich in einem recht unebenen Karstgelände das von unzähligen Einsturzdolinen und Cenotes übersät ist, die in früheren Zeiten höchstwahrscheinlich als Brunnen genutzt wurden. Heute führen allerdings nur noch zwei von ihnen frisches Grundwasser. Mit seinen 1.547 Hektar ist Chichén Itzá einer der ausgedehntesten Fundorte der alten Maya, das jährlich von über einer Millionen Touristen besucht wird.
Das Zentrum der alten Stätte wird von zahlreichen repräsentativen Monumenten dominiert, die vermutlich alle eine religiöse und/oder politische Bedeutung hatten und aus deren Mitte eine große, gut erhaltene Stufenpyramide herausragt.

Chichen Itza Ballspiellatz
Chichen Itza Ballspiellatz

Die verschiedenen Stilformen und Gebäudetypen, die in der alten Mayastätte zu finden sind, liefern wichtige Informationen über die Geschichte des Ortes. Es gibt Pyramiden mit Treppen, Tempel mit hallenartigen Innenräumen, Ballspielplätze, Säulenhallen, Bauten mit vielen Innenräumen und eingeschlossenen Höfen, gemauerte Straßen, die die vielen Gebäude miteinander verbinden und viele andere Bauten zu bewundern.
Der Kriegertempel, der Tempel des großen Opfertisches, der Ballspielplatz und der Tempel der Jaguare sind nur einige Beispiele an Monumenten, die man in Chichén Itzá bewundern kann.

Leider sind fast alle Gebäude für den öffentlichen Zugang gesperrt und Besucher dürfen sich nur auf den freien Flächen bewegen.

Chichén Itzá wurde 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und im März 2015 von der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten in das internationale Register für Kulturgut und Sonderschutz aufgenommen.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Dr. Verena Quennet

Mallorca

Mallorca ist die größte Insel der im Mittelmeer liegenden Balearengruppe. Daher auch ihr Name, der sich vom lateinischen „Baliaris Major“ ableitet, was so viel wie „die größere Insel“ bedeutet. Mallorca gehört zu Spanien und liegt etwa 170 Kilometer vom spanischen Festland bei Barcelona entfernt.

Die Insel erstreckt sich 98 Kilometer von Ost nach West und 78 Kilometer von Nord nach Süd. Sie ist, ohne die kleineren vorgelagerten Inseln mitzuzählen, 3.603,7155 km² groß und hat eine Küstenlinie von über 550 Kilometern Länge. Die Hauptstadt ist Palma. In der im Südwesten gelegenen großen Bucht wurde die Stadt im Jahre 123 v. Chr. von den Römern gegründet, als das Römische Reich zu dieser Zeit die Insel in Besitz nahm. Nur einer von vielen „Besitzerwechseln“, die die Insel im Laufe der Jahrhunderte erlebt hat.
Die Einheimischen sprechen untereinander Mallorquin, man versteht aber auch Spanisch, die Amtssprache ist Katalanisch.
Mallorca ist in sechs Landschaftszonen unterteilt:
Parallel zur Nordwestküste verläuft die Serra de Tramuntana, ein bis zu 15 Kilometer breiter Gebirgszug von über 90 Kilometern Länge mit elf Gipfeln, die über 1.000 Meter hoch sind. Der höchste Punkt in dieser Gebirgskette ist der 1.445 Meter hohe Puig Major. In der einzigen größeren Bucht am Nordwestabhang des steilen und felsigen Küstengebietes am Fuße der Gebirgskette befindet sich der Schutzhafen Port de Sóller.
An die Serra de Tramuntana grenzt die Region Es Raiguer, die eine Übergangszone vom Gebirge zur Ebene darstellt. Sie grenzt im Südwesten an die Region Palma mit der Hauptstadt. In dieser Region gibt es zwar genügend Wasser, aber wenig flaches, kultivierbares Gelände. Hier liegt die Stadt Inca, die für ihr Schuh- und Lederhandwerk bekannt ist.
Im Zentrum der Insel liegt die Ebene Plà de Mallorca oder auch Es Plà (die Mallorquiner lieben es kurz und bündig…), die ab und an von kleineren Höhenzügen unterbrochen wird. Den höchsten Punkt in dieser Ebene bildet der Gipfel des 542 Meter hohen Tafelberges „Puig de Randa“. Es Pla ist die heißeste Region Mallorcas, da sie im Schutz der Tramontana liegt, die die winterlichen Nordwinde abhält. Man nennt sie auch die Kornkammer Mallorcas, da aus dieser Region die meisten landwirtschaftlichen Produkte kommen und aufgrund der günstigen Wetterbedingungen bis zu vier Ernten im Jahr möglich sind.
Die Region Llevenat bezeichnet schlicht den Osten der Insel. Hier gibt es auch einige Berge, die jedoch bis auf drei Gipfel kaum höher als 500 Meter sind. Die größte Stadt in dieser Region ist Manacor, bekannt für ihre Glasperlen- und Möbelproduktion sowie die große Trabrennbahn. An den Küstenlinien im Osten reihen sich viele kleine Buchten, Naturhäfen und Sandstrände. Die größten und weitesten Strände sind die Cala Agulla bei Cala Ratjada und der Strand von Cala Millor. Auch viele große und kleinere Tropfsteinhöhlen sind hier zu finden, die man gegen Eintritt mit einem Führer besichtigen kann. Die Cova de sa Gleda – Camp des Pou ist zwar öffentlich nicht zugänglich, rühmt sich aber die längste Unterwasserhöhle Europas zu sein.
Die Region im Süden der Insel nennt sich Migjorn und ist die Fortsetzung der Ebene Plà de Mallorca. In diesem eher flachen Landstrich erhebt sich ziemlich mittig der 509 Meter hohe Puig Sant Salvador auf dessen Gipfel das Kloster Santuari de Sant Salvador thront. Die größte Stadt der Region ist Campos und auch hier spielt die Landwirtschaft eine große Rolle.
Im Südwesten schließlich befindet sich die Region und Hauptstadt Palma, die auch gleichzeitig das politische und wirtschaftliche Zentrum der Autonomen Region der Balearen ist. Zwischen ihren Mauern lebt fast die Hälfte der gesamten Inselbevölkerung. Die Region der Stadt Palma umfasst nur das Stadt- und Gemeindegebiet und ist daher flächenmäßig die kleinste Region der Insel. Sie grenzt im Norden an Raiguer, im Nordosten an Plà de Mallorca, im Südosten an Migjorn und im Westen an die Region der Serra de Tramuntana.

Hauptstadt: Palma

Hymne: La Balanguera

Fläche: 3.603,7155 km²

Bevölkerung: 912.171 (Stand 2020)

Sprachen: Mallorquin, Katalanisch, Spanisch

Webseite: www.conselldemallorca.cat

Sitten und Gebräuche: Sant Antoni,

Sehenswürdigkeiten: Creu d’Es Picot, Kapelle Mare Déu del Bon Pastor, Kathedrale von Palma, Leuchtturm Cala Rajada, Burg von Capdepera,

Santuari de Sant Salvador

Reiseberichte: Ein Ausflug nach Port de Sóller, Ein Bummel durch Palmas Altstadt, Santuari de Sant Salvador, Wandern bei Cala Agulla

Aktivitäten: Golf , Reitsport, Wandern, Tennis, Radsport, WassersportBootsverleih

Kulinarisches:

Unterkunft:

Empfehlungen: Rancho Bonanza Cala Ratjada,

Wetter:

 

Burg von Capdepera

Die Gegend um Capdepera wird von einem großen Hügel dominiert, auf der ein uraltes Gemäuer steht: die Burg von Capdepera. Die ältesten Gebäude stammen noch aus dem 11. Jahrhundert und sie wurde über die Jahrhunderte immer weiter aus- und umgebaut.
Während unseres ersten gemeinsamen Urlaubs auf der Insel, sind wir immer wieder an diesen hoch in den mallorquinischen Himmel ragenden Zinnen vorbeigefahren und irgendwann hab ich es nicht mehr ausgehalten. Ich musste mir unbedingt diese alte Burg ansehen. Wenn man unten am Fuß des Hügels bzw. Berges steht kann man nicht viel erkennen, schon gar nicht was sich hinter den Mauern verbirgt. Die Neugier war geweckt und bei herrlichstem Oktoberwetter wurde der Plan „altes Gemäuer besichtigen“ in die Tat umgesetzt. Zuerst mußte ein Parkplatz für unser quietsch-gelbes Mietauto gefunden werden, was gar nicht so leicht war, denn nirgends waren offizielle Parkplätze ausgeschildert (Ha, Ha, guter Witz!) Man parkt einfach wo Platz ist. In einer kleinen Seitenstraße kam unser Wagen zum stehen und wir machten uns zu Fuß daran den ziemlich steilen und eng bebauten Berg zu erklimmen. Wir gingen durch mehrere sehr enge Gässchen und fanden sogar ab und zu ein Schild, das auf die Burg verwies. Endlich hatten wir es geschafft und standen vor dem offensichtlich frisch renovierten Haupteingang.

Der Eintritt kostete pro Person 2,00 Euro und dann durften wir nach Herzenslust auf dem Gelände herumstromern, klettern und entdecken. Es gab keine Wärter, die einem den Spaß vermiesten, allerdings auch keine Sicherheitsmaßnahmen beim balancieren auf den schmalen Simsen der Zinnen.
Gleich beim Eingang wurden die Reste des alten Burgtores ausgestellt, das schon vielen Erstürmungsversuchen getrotzt hatte.

Man konnte einmal um das ganze Gelände auf dem schmalen Weg an den Zinnen herumlaufen und dabei nach allen Richtungen die tolle Aussicht genießen. Das Wetter war sogar so klar, daß man am Horizont die Nachbarinsel Menorca erkennen konnte.

Der Innenhof ist mit Bäumen, Büschen, Palmen und Kakteen bewachsen und es stehen nur noch wenige Wirtschaftsgebäude.

Garten im Innenhof
Garten im Innenhof

In einem kleinen Haus ist ein Museum für Palmflechtarbeiten untergebracht, vor dem sogar einige ältere Damen in historischer Tracht saßen und solche Arbeiten anfertigten.
Vor einer dunklen Kammer stand ein in eine mittelprächtige Imitation eines Mittelaltergewandes gehülltes, junges Mädchen und ich war neugierig zu sehen, wovor sie denn da Wache stand. Ich spähte in den dunklen Raum und erkannte jede Menge scheinbar ausgestopfte Vögel. Als sich meine Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, erkannte ich, daß die Piepmätze alle noch atmeten, sich aufplusterten und mit den Augen rollten. Jedenfalls die Nachteulen unter ihnen.

Am anderen Ende des Geländes steht noch eine kleine Kirche, die sogar noch genutzt wird. Als wir einen vorsichtigen Blick ins Innere werfen wollten, merkten wir, daß gerade für ein Konzert geprobt wurde, das kurze Zeit später begann und für das die ersten Gäste bereits eintrafen.
Wir knipsten noch schnell ein paar Fotos und machten uns dann auf den Rückweg zum Auto; begleitet von den ersten Tönen der traditionellen Band, die auf dem Weg nach unten immer leiser wurden.

Wer gerne in alten Gemäuern rumstromert, ungehindert auf fast tausend Jahre alten Wehrmauern kraxeln möchte und sich ein bißchen für Geschichte interessiert, dem kann ich die Burg von Capdepera wärmstens empfehlen. Mit Kindern muß man vorsichtig sein, weil es viele Stellen gibt, wo man runterfallen kann, also am besten irgendwo anbinden …
Aber mit den zwei Euro Eintritt unterstützt man die Erhaltung des Kulturgutes und das ist es auf jeden Fall wert.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Kathedrale von Palma

Nähert man sich der spanischen Baleareninsel Mallorca per Fähre vom Wasser her aus, ist sie die Erste, die den Besucher schon von weitem begrüßt: die beinahe achthundert Jahre alte Kathedrale der Heiligen Maria. Sie dominiert die Altstadt der Haupt- und Hafenstadt Palma de Mallorca und ist die Bischofskirche des Bistums Mallorca. Die Einheimischen nennen ihre Kathedrale schlicht „La Seu“, was so viel wie „der Bischofssitz“ bedeutet.
An der Kathedrale wurde jahrhundertelang gebaut. Den Anfang machte der Eroberer König Jaume I., der mit dem Bau der Kathedrale im Jahr 1230 begann. Die Grundsteinlegung erfolgte auf dem Platz einer islamischen Moschee, die zu diesem Zwecke weichen musste. Denn der neue Machthaber auch bekannt als Jakob I. der Eroberer, König von Aragón, König von Valencia, Graf von Barcelona (Katalonien), Graf von Urgel und Herr von Montpellier aus dem Haus Barcelona konnte seiner Anrede nun einen weiteren Titel hinzufügen: König von Mallorca. Schließlich hatte er doch gerade erst die Mauren erfolgreich von der Insel herunter komplimentiert und nun selbst die Herrschaft über das oft und viel umkämpfte Eiland übernommen.
Sein Sohn Jaume II. begann mit dem Bau der eigentlichen Kathedrale von der Hauptbasis her ab dem Jahr 1306, die nun auch als Mausoleum für das mallorquinische Königshaus dienen sollte. König Jaume II. selbst und Jaume III. sind hier begraben. König Jaume I. ist hier nicht zu finden. Seine sterblichen Überreste ruhen in der katalanischen Zisternen-Abtei Monestir de Santa Maria de Poblet in der Provinz Tarragona auf dem spanischen Festland.

Das Kirchenschiff wurde 1587 vollendet, während das Hauptportal endlich 1601 geweiht wurde. 1852 begannen dann die Arbeiten an der Hauptfassade, die schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts beendet wurden.
Das Gebäude ist nun 109,5 Meter lang und 33 Meter breit. Das Hauptschiff hat eine Länge von 75,5 Metern, ist 19,5 Meter breit und 44 Meter hoch. Die beiden Seitenschiffe messen eine Länge von jeweils 86 Metern, eine Breite von 10 Metern und sind 30 Meter hoch.
Das Gewölbe ruht auf vierzehn 30 Meter hohen Pfeilern.
Der Altarraum mit dem Chor wird hier auch gerne „Königskapelle“ genannt und misst 34 x 16 Meter. Obwohl die Kathedrale nicht mit „richtigen“ Türmen dienen kann, wie man sie sonst von Kirchen gewohnt ist, gehört das Gebäude dennoch zu den wichtigsten Bauwerken, die im gotischen Stil errichtet wurden.
Im Erdgeschoß des Glockenturms und in zwei Kapitelsälen ist seit 1932 das Museum der Kathedrale untergebracht. Hier findet man auch das Grab des Gegenpapstes Clemens VIII., der auch ab 1429 als Bischof von Palma amtierte.
Das Geläut mit seinen neun Glocken aus fünf Jahrhunderten nimmt unter den europäischen Bischofskirchen eine herausragende Stellung ein. Vier der Glocken stammen noch aus dem Jahr 1312! Zwei weitere mussten 1642 und 1991 neu gegossen werden. Die große Glocke mit 2 Metern im Durchmesser ist ca. 4.600 Kilo schwer und trägt den Namen „N´Aloi“. Sie wird nur zu sehr festlichen Anlässen geläutet. N´Aloi gehört zu den größten Glocken des Landes und ist außerdem die größte beweglich geläutete Glocke Spaniens.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Ein Bummel durch Palmas Altstadt

Um sich die Altstadt von Palma anzusehen, sollte man sich unbedingt ganz viel Zeit nehmen. Was noch ganz wichtig ist: gutes Schuhwerk und genug Wasser zum Trinken, um nicht alle Nase lang in einem der zahlreichen Cafés Halt machen zu müssen, weil einem die gnadenlose Sonne die letzten Feuchtigkeitsreserven aus dem Körper gezogen hat. Schließlich gibt es ja viel zu sehen und zu entdecken. Als erstes großes Ziel habe ich mir die Kathedrale ausgesucht, die majestätisch auf einem Hügel thront und von deren Plattform aus man einen schönen Blick auf den Hafen von Palma werfen kann. Leider ist das Gebäude nicht durchgehend geöffnet. Nur zu den Gottesdiensten und zu bestimmten Führungszeiten.

Rund um das imposante Gotteshaus gehen jede menge Gaukler, Straßenkünstler, Krimskramsverkäufer und leider auch das ein oder anderer fragwürdige Subjekt auf Touristenfang. Auch hier gilt, immer schön auf Tasche und Portemonnaie aufpassen, denn die Tricks der Taschendiebe, Bettler und „Glücksamulett“-Verkäufer werden jedes Jahr dreister und die Polizei kann nicht überall gleichzeitig sein. Also nichts annehmen, was einem aufgedrängt wird, weil sich nämlich erst hinterher herausstellt, dass man dafür bezahlen soll und ist die Geldbörse erst mal in der Hand, ist sie auch ganz schnell leer oder ganz weg. So schnell kann man gar nicht gucken, wie die Urlaubskasse weggemopst wird, die routinierten Jungs und Mädels arbeiten nämlich im Team.

Rund um die Kathedrale erstreckt sich ein weit verzweigtes Netz aus engen Straßen und Gässchen. Manche sind so eng, dass man sich jedes Mal fragt, wie die geparkten Autos ihren weg hierhin gefunden haben. Hier wäre eine Straßenkarte von Vorteil, um sich nicht hoffnungslos zu verirren und um nicht stundenlang im Kreis zu laufen. Viele der Gassen sind gespickt mit Shops, Läden und Boutiquen aller Art. Von billigem Touristenramsch bis zu teuren Designerklamotten, Uhren und Schmuck und nicht zu vergessen die einmaligen Mallorca-Perlen ist hier alles zu haben. Andere Gassen wiederum muten sehr einsam an und sind immer noch reine Wohngegend. Es lohnt sich mal einen Blick durch das ein oder andere Tor oder Gitter zu werfen, denn dahinter verbergen sich einmalig schöne, römisch anmutende Hinterhöfe mit gemauerten Torbögen, leicht geschwungenen Treppenaufgängen und steinernen Sitzbänken, geschmückt mit dezent gesetzten kleinen Palmen und Ziersträuchern. An einigen Wänden hängen noch Ringe, an denen man sicher vor nicht all zu langer Zeit noch sein Reittier angebunden hat.

Ist man irgendwann zu müde zum Laufen, stehen an vielen Ecken, ganz besonders in der Nähe der Kathedrale, viele bunte 1-PS-Kutschen bereit, mit denen man kleine Stadtrundfahrten machen kann. Allerdings empfiehlt es sich als Tierfreund vor so einer Fahrt einen genaueren Blick auf den körperlichen Zustand des Zugpferdes zu werfen. Ist, wie es leider gar nicht selten vorkommt, ein trauriges Gerippe vor die Kutsche gespannt, das in der prallen Sonne vor sich hinbrütet und auf Gäste wartet, so ist von einer Kutschfahrt mit speziell diesem Gefährt besser Abstand zu nehmen.
(Tip am Rande: Bloß nicht mit dem Kutscher über Tierschutz diskutieren –  das kann übel enden.)
Macht das Tier allerdings einen gesunden und fitten Eindruck, ist gegen eine kleine Kutschfahrt nichts einzuwenden. Verantwortungsvolle Kutscher kümmern sich gut um ihre Pferde und bieten in den heißen Mittagsstunden gar keine Fahrten an.
Palma ist so groß, dass selbst die Altstadt kaum an einem einzigen Tag zu erkunden ist. Denn außer der großen, alles dominierenden Kathedrale, verstecken sich in den vielen Nebenstraßen noch jede Menge weiterer Kirchen und Kapellen und jede hat ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Nach einem ausgefüllten Sightseeing-Tag, empfiehlt es sich, in einem der zahlreichen Restaurants bei einem guten Essen wieder zu Kräften zu kommen, mit der Gewissheit, dass man noch längst nicht alles gesehen hat und dem festen Vorsatz, bald wieder zu kommen.

Text: Nadja von der Hocht

Fotos: Wolfgang von der Hocht