Veitshöchheim, Schloß und Rokokogarten

Nordwestlich von Würzburg, am Main, liegt der idyllische Ort Veitshöchheim. Oberhalb des Städtchens steht die ehemalige Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe.

1680 bis 1682 baute man hier ein Jagdschlösschen, das im 18. Jahrhundert laufend erweitert wurde. 1753 erhielt der Bau durch Balthasar Neumann sein heutiges Aussehen.
1763 wurde der völlig verwilderte Garten im französischen Rokokostil gestaltet. Es entstanden Laubengänge, künstliche Ruinen und Seen.

Im großen See liegt der Musenberg Parnass, auf dessen Spitze ein geflügeltes Pferd steht.

Die Alleen zieren unzählige Sandsteinfiguren.

Am Ende der Ruinenallee steht das Grottenhaus mit Belvedere. Fabelwesen, reich verziert mit Steinmosaiken, schauen aus den Höhlen. Dieses Bauwerk wurde der Grotte im Garten des Palazzo Pitti in Florenz nachempfunden.

Von 1806 bis 1814 nutzte Kurfürst und Großherzog von Würzburg, Ferdinand III. von Toskana, das Schloß als Sommerresidenz.

Als das Großherzogtum Würzburg im Jahr 1814 aufgehoben wurde, fiel der Besitz an die bayerischen Könige und ist seither ein beliebtes Ausflugsziel. Touristen aus aller Welt kann man hier antreffen.
Die bayerische Schlösserverwaltung stellte 1990 den historischen Küchengarten des Schlosses wieder her. Hier wachsen nun wieder alte Gemüsesorten,

Heilkräuter und seltene Obstsorten, wie z.B. Champagnerrenette, Goldparmäne etc., mir bis dato unbekannte Apfelsorten. Habe die Goldparmäne probiert. Sie war saftig und knackig und galt über viele Jahrhunderte als eine der besten Apfelsorten.

Schön, dass solche vergessenen Obst- und Gemüsesorten ins „grüne Archiv“ aufgenommen wurden.

Text und Fotos: Roswitha Banning

Festung Marienberg in Würzburg

Es wird vermutet, dass der Festungsberg schon zur Hallstadtzeit von keltischen Fürsten besiedelt wurde. Ca. um 600 v. Christus.

Thüringisch-fränkische Herzöge regierten in dieser Region im 8. Jahrhundert nach Christus. Diese Herrscherfamilie starb aber nach kurzer Zeit aus und überließ das Kastell dem Bischof Burkard. Somit fiel der Marienberg in den Besitz des Bistums Würzburg, das neu gegründet wurde. Bis 1200 entwickelte sich Würzburg zur florierenden Handelsstadt.

Danach begann der Bischof Konrad von Querfurt mit dem Bau einer Burg auf dem Marienberg. Wegen zunehmender Konflikte mit dem Bürgertum wurde von seinen Amtsnachfolgern der Wohnsitz von der Stadt auf die Burg verlegt. Seit 1250 war die Festung der Sitz der Würzburger Bischöfe.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg erweitert und umgebaut. Der rechtwinklige Innenhof wurde von langgezogenen Gebäudeflügeln eingerahmt und von drei quadratischen Türmen überragt. Im 11. Jahrhundert wurde die Marienkirche in der Burganlage erbaut.

Scherenbergtor
Scherenbergtor

Im 15. Jahrhundert ließ Bischof Rudolf von Scherenberg die Befestigungsmauern verstärken und ließ zum Schutz der Burg das Scherenbergtor bauen. Ein natürlicher Schutz vor dem Burghof bot der Halsgraben, ein tiefer Bergeinschnitt, über den eine Brücke gespannt ist.

Im Innenhof der Burg befindet sich ein 100 Meter tiefer Brunnen, der von zwei Quellen gespeist wurde. Das sicherte das Überleben bei Belagerungen.

Das Erdgeschoß des Bergfried nahe des Brunnens diente als Verließ.

Alle Aufstände und Belagerungen der Burg durch die unterdrückten Bauern und Bürger scheiterten.

Die Mittelalterliche Burg wurde 1613 zum Renaissanceschloss ausgebaut.

Trotz starker Befestigung wurde 1631 die Festung im dreißigjährigen Krieg durch schwedische Truppen gewaltsam erobert. Die Mauern hielten den Kanonenkugeln nicht stand.

Durch diese Erfahrung veranlasste Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn die Burg zu einer Bastion umzubauen und bis 1658 rundum mit gewaltigen Bastionen zu umgeben. Die riesigen und weitläufigen Anlagen und uneinnehmbaren Mauern sind heute noch fast vollständig erhalten.

Nachdem im 18. Jahrhundert die Stadt befriedet war und die Bischöfe von den Bürgern nichts mehr zu befürchten hatten, zog man vom Marienberg wieder hinunter in die Stadt in die 1720 bis 1744 neu gebaute Residenz, die wesentlich repräsentativer war.

Die Festung diente nur noch militärischen Zwecken.

1866 wurde die Festung von preußischen Truppen angegriffen und sie setzten einige Gebäude in Brand. Durch einen Waffenstillstand wurde Schlimmeres verhindert. 1867 wurde die Festungseigenschaft von der bayrischen Regierung offiziell aufgegeben.

Madonna von Riemenschneider im Mainfränkischen Museum
Madonna von Riemenschneider im Mainfränkischen Museum

Heute ist die Anlage ein vielbesuchter Touristenmagnet. Das angrenzende Mainfränkische Museum mit seiner beeindruckenden Sammlung von Artefakten lädt dazu ein, sich ein Bild von dem Leben der Bürger in Würzburg und auf der Festung zu machen. Unter anderem steht dort eine geschnitzte Madonna von Tillmann Riemenschneider.

 

 

Text & Fotos:  Roswitha Banning

Yeehaw…. Eine Woche Texas

Bei fast unerträglicher Hitze und Adrenalin im Gepäck beim Hinflug. Sozusagen ein Flug mit Hindernissen.
Meine Maschine von Hannover kam schon mit Verspätung in Frankfurt an. Chaotische Menschenmassen standen an der Passkontrolle. Hat alles ewig gedauert und mein Adrenalin stieg kontinuierlich, da mein Abflug um 10:00 Uhr nach Houston immer näher rückte.
Endlich, um 9:55 war ich durch und beeilte mich zu meinem Gate zu kommen, das natürlich wieder am Ende des Terminals lag. Um 10:05 erreichte ich mein Gate völlig außer Atem und hörte jemanden meinen Namen sagen. Man fragte sich doch tatsächlich, ob man mich noch mitfliegen lassen wolle. Unerhört! Schließlich war die Verspätung nicht mein Verschulden.
Mein Sitzplatz befand sich zwischen einem korpulenten jungen Amerikaner und einer zierlichen Veganerin aus Indien. Au weia, und das für 10,5 Stunden Flugzeit. Selbst im A380, dem Riesenvogel, waren die Sitzplätze doch sehr beengt. Mir tat mein Steiß noch zwei Tage danach weh. Bis Housten hatte ich ansonsten einen ruhigen Flug. Ich erschrak, als ich auf dem Weg zur Passkontrolle war, über die riesige Menschenmenge, die sich an 20 Apparaten verteilten und auf die elektronische Zollabfertigung warteten. Adrenalinschub und ran an den Feind. Ich mag diese Apparate nicht, weil ich befürchtete etwas falsch einzugeben. Kein Helfer in Sicht, den man hätte fragen können. Also, erstmal lesen, was die von mir wollen. Paß eingelegt zum scannen, 4 Finger der rechten Hand auf die Scanplatte gelegt, dann Angaben gemacht über eingeführte Güter. Dann noch einen Gesichtsscan, worauf der Apparat die Quittung ausspuckte. Damit zog ich, nach einer gefühlten Ewigkeit und Angst, den Anschluß nach San Antonio zu verpassen, zur Passkontrolle. Ein netter Beamter wünschte mir eine schöne Zeit in Texas und ich beeilte mich meinen Koffer zu identifizieren für die Verladung in das Anschlußflugzeug. Oh, Schreck, mein Koffer war nicht zu finden. Etwas beunruhigt suchte ich weiter und fand ich ihn eingekeilt zwischen anderen Koffern auf einem ungekennzeichneten Band. Flugs schnappte ich ihn und rollte damit zur Zollkontrolle. Da der Flug nach San Antonio Verspätung hatte, konnte ich mich erstmal in aller Ruhe von all den Schrecken erholen.

rustikales Ferienhäuschen
rustikales Ferienhäuschen

In San Antonio angekommen wurde ich von meiner Familie abgeholt und wir fuhren nach Bandera zur „Mayan Dude Ranch“, um gemeinsam ein paar schöne Tage zusammen zu verbringen. Der Beiname „Dude“ war ursprünglich ein Schimpfwort. Es stand für Möchtegerncowboys. Auf dem Weg zur Ranch begegneten wir etlichen Rehen, die sich zutraulich verhielten und uns nur neugierig beäugten. Weiter entfernt am Waldrand standen hunderte von ihnen und grasten. Unglaublich schön dieser Anblick. So langsam wich der Streß von mir und ich begann, den Urlaub zu genießen.

Rehe auf dem Ranchgelände
Rehe auf dem Ranchgelände

Das Anwesen der Großfamilie Hicks, mit seinen weitverstreuten rustikalen Ferienhäuschen, lag auf einem Hügel inmitten von alten knorrigen Bäumen, die etwas Schatten spendeten auf dem Weg zum Haupthaus, indem man täglich sein Frühstück einnahm. Natürlich typisch texanisch nach alter Cowboy Tradition. Schinken, Speck, Eier, Pfannkuchen, Grillwürstchen, Sirup und Peanutbutter. Das war schon ein kulinarisches Erlebnis.
Ein täglich wechselndes Programm versprach weitere interessante Abenteuer. Mein erster Ausritt begann schon abenteuerlich, da mein Sattel nicht ordnungsgemäß festgezurrt war und ich gegenhalten musste, um nicht abzustürzen. Es blieb auch keine Zeit jemanden zu bitten nachzubessern, da, nachdem alle 20 Touris aufsaßen, der Treck „had on tail“ schon los zog. Ich hielt mich wacker, indem ich mein Gewicht zur anderen Seite verlagerte. Das war anstrengend und mein Glücksgefühl auf dem Rücken des Pferdes hielt sich in Grenzen. Im Gänsemarsch führte man uns hinunter an den Medina river. Ein beeindruckender Trail durch die Natur entlang des Flusses unter gigantischen Bäumen und dann wieder offenem Gelände. Trotz Muskelkater ein schönes Erlebnis.

Dinosaurier Spuren, oben links u. unten rechts s.Pfeile
Dinosaurier Spuren, oben links u. unten rechts s.Pfeile

Interessant waren für mich die Dinosaurier Trecks. Auf einem flachen Felsenstück wurden von Geologen versteinerte Saurier Fußabdrücke entdeckt. Vor 135 Millionen Jahren lag das ganze Areal unter dem Meeresspiegel, was auch Funde von versteinerten Schnecken, Muscheln und fossilen Ammoniten bezeugen. Ein weiteres Vergnügen, besonders für Kinder, war die Fahrt auf dem Heuwagen zum Hicksville Grillplatz.

Auf dem Heuwagen nach Hicksville
Auf dem Heuwagen nach Hicksville

Unter Schatten spendenden Bäumen standen rustikale Bänke und Tische an denen man, einigermaßen geschützt vor der sengenden Sonne, sein Abendessen einnehmen konnte. Leider gab es dort nur Bratwurst und Rippchen vom Grill, dazu diverse Salate und Brot. Mit einem ordentlichen Steak wurden wir dann erst am letzten Abend vor unserer Abreise überrascht, begleitet von Mariachi Musik. Davon hatte ich mir allerdings mehr versprochen. Die Band bestand nur aus drei betagten Herren, die sich redlich mühten etwas Stimmung zu machen. Die Gäste reagierten nur mit müdem Beifall. Zuvor wurde ein ebenso betagtes Longhorn vorgeführt. Jeder der wollte, durfte sich mit ihm ablichten lassen und auch auf seinen Rücken klettern. Eine große Attraktion wieder für die Kinder.

Fotomodel Longhorn
Fotomodel Longhorn

An einem anderen Tag fuhren wir über Land nach Medina, um auch etwas von Texas zu sehen. Das Land ist erstaunlich vegetationsreich trotz Hitze und Trockenheit. Weit auseinander gezogene Siedlungen und Farmen, kaum sichtbar versteckt in Wäldern und hinter Büschen, lassen die Landschaft fast unbewohnt wirken. Nicht verwunderlich bei einer Fläche von 695.621 km² und nur 28,3 Millionen Einwohnern. Das heißt: 43 Einwohner auf 1 km². Deutschland ist nur halb so groß mit 82.792.351 Einwohnern. Der Ort Medina soll berühmt für seine Äpfel sein. In dem Patio Café, in dem wir einkehrten, boten sie leckere Apfelkuchen an. Wir rasteten bei Kaffee und Kuchen unter Schatten spendenden Bäumen und ließen den Tag dort ausklingen. Die unsägliche Hitze hat mich von weiteren Aktivitäten auf der Ranch abgehalten. Da ging ich doch lieber an den Medina river hinunter, um dort unter rauschenden Bäumen meinen Gedanken nachzuhängen. Unter`m Strich erlebte ich eine ereignisreiche und interessante Woche.

Text und Fotos: Roswitha Banning

Fischerhude

Fischerhude, ein idyllisch gelegenes Bauern- und Künstlerdorf am Südrande des Teufelsmoores gelegen, war mein Tagesausflugsziel. Der Ort liegt an der Wümme im Landkreis Verden in Niedersachsen und ist ein Ortsteil des Fleckens Ottersberg.
Der erste Eindruck war schon beeindruckend. Dieser Ort liegt verträumt eingebettet zwischen alten Eichen und Erlen in der Wümmeniederung mit seinen vielen Nebenarmen nahe Bremen.

Entenhaus an der Wuemme
Entenhaus an der Wuemme

Ein Wanderweg führte am Fluss entlang und über hölzerne Brücken. Von dort hatte man einen wunderbaren Blick auf versteckt liegende Gehöfte, Bootsstege und Entenhäuschen am Wümmeufer. Der Hauch aus längst vergangener Zeit lag in der Luft als die Gästeführerin Rosemarie Rohde aus der Zeit erzählte, als die Wege im Ort noch Wasserstraßen und nur mit Booten zu erreichen waren. Die gefangenen Aale aus der Wümme und das Heu von den Wiesen wurde so zu den Höfen gebracht und zum Teil verkauft, wodurch die Bauern zu Wohlstand gelangten, der sich noch heute an den Höfen und Fachwerkhäusern erkennen lässt. Urkundliche Erwähnung fand der Ort bereits im Jahre 1124.

Cafe Rilke
Cafe Rilke

Die besonderen Lichtverhältnisse lockte viele Künstler an diesen Ort, nachdem der Fischerhuder Maler Heinrich Breling aus Worpswede zurück in sein Heimatdorf zog. Es folgten ihm der Maler Otto Modersohn, die Schriftstellerin Clara Rilke-Westhoff, sowie Musiker und Bildhauer an diesen malerischen Flecken. Das Otto Modersohn Museum in der Bredenau gibt Aufschluss über Leben und Wirken im Künstlerdorf.

Die Ortsmitte bzw. der Dorfplatz, umringt von Höfen, dem Heimatmuseum, der Kirche und Fachwerkhäusern, ist so ganz anders als in anderen Dörfern, denn hier grasen Pferde auf der Wiese, auf der auch hin und wieder Veranstaltungen stattfinden.

Liebfrauenkirche
Liebfrauenkirche

Wo heute die Liebfrauenkirche steht, wurde 1195 ein sakraler Bau eingeweiht und von Karmeliter Mönchen betreut. In dieser kleinen Kapelle wurden die Verstorbenen seinerzeit aufgebahrt, bevor sie im Wilstedter Kirchhof beigesetzt wurden. Fischerhude war der Wilstedter Kirche angeschlossen. Im Jahre 1825 legten die Fischerhuder einen eigenen Friedhof an. Am Ort der alten Kapelle wurde 1841 eine Pfarrkirche errichtet. Einen eigenen Pastor erhielten sie erst im Jahre 1852. Die Fischerhuder wussten sich zu helfen und setzten zwischenzeitlich Lehrer für den Gottesdienst ein.

In die Kirchhofmauer integrierte die Fischerhuder Gemeinde die aus Wilstedt zurückgeholten Grabsteine. Eine originelle Idee.

Zum krönenden Abschluss unseres Ausfluges besuchten wir das Café im Rilke Haus. Dieses hübsche Häuschen war Atelier und Wohnhaus von Clara Rilke-Westhoff, die Ehefrau des Poeten Rainer Maria Rilke.

Ein verwunschen gestalteter Garten, angrenzend an einen ruhigen Wümmearm, lud zum entspannten Verweilen ein bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen. Ein rundum lehrreicher und gelungener Tag ließ uns zufrieden die Heimfahrt antreten.

Text und Fotos: Roswitha Banning

Würzburg

Würzburg , die reizvolle und geschichtsträchtige Stadt am Main, das war mein diesjähriges Reiseziel zu unserem jährlichen Freundinnen Treff.
Würzburg ist mit der Bahn aus allen Richtungen gut zu erreichen.
Meine Freundinnen warteten schon auf mich und wir zuckelten dann mit unserem Hackenporsche in einem 15minütigen Spaziergang zu unserem Hotel nahe der Innenstadt.
Ich war sehr beeindruckt von den zum Teil prachtvollen Gebäuden des Mittelalters. Ich hörte förmlich das Wehklagen der Menschen, die zu Frondiensten herangezogen wurden, um dies alles zu verwirklichen. Was haben die geleistet! Die Architekten und Handwerker verdienen große Hochachtung. Nicht so die damals schon abgehobene fürstliche Obrigkeit.

Das Falkenhaus, benannt nach dem Falken auf dem Dach, diente im Mittelalter den Stuckateuren, die an der Ausschmückung der Fürstenresidenz und des Domes beteiligt waren, als Herberge. Jedoch erst viel später, 1751, bekam dieses Gasthaus seine üppige Fassade. Unglaublich, wie kunstvoll und filigran früher schon gearbeitet wurde.
Gleich nebendran steht die gotische Marienkapelle, deren Portal Riemenschneiders Sandsteinfiguren, Adam und Eva, zieren. Hier stand früher eine Synagoge, die 1349 zerstört wurde. Der im 11./12. Jahrhundert erbaute Dom machte auf mich keinen besonderen Eindruck. Erst das Kirchenschiff, das 1701/04 durch P. Magno mit Stuck verziert wurde, brachte mich zum Staunen.
Trotz der üppigen Stuckverzierung wirkte es nicht überladen, da es hauptsächlich in Weiß gehalten wurde. Einfach überwältigend.

Das nächste Highlight war für mich die Fürstenresidenz, die 1720-1744 nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut wurde. Allein das Treppenhaus ist so riesig, dass ein Einfamilienhaus hineinpassen würde. Dann die phantastischen Deckengemälde, in denen die vier Kontinente widergegeben wurden in Form von Mensch, Tier und Vegetation. Dies zu beschreiben ist fast unmöglich, das muss man sich selbst anschauen. Gerne hätte ich ein Foto gemacht, jedoch fotografieren war nicht erlaubt. Von hier regierten die Fürsten als weltliche Herrscher und geistliche Oberhäupter das Hochstift Würzburg. 1981 ernannte die UNESCO die Residenz zum Weltkulturerbe.
Beeindruckend ist auch die 185 Meter lange steinerne Brücke über den Main , die Ende des 15. Jahrhunderts die alte Brücke von 1133 ersetzte. Später im 18. Jahrhundert wurden die barocken Heiligenfiguren aufgestellt. Und wieder waren es hauptsächlich Fürsten und geistliche Oberhäupter, die dort in Scene gesetzt wurden und keine Heiligen.

Über diese schöne Brücke kann man die Feste Marienberg, die auf einem Hügel auf der anderen Mainseite thront, auch gut zu Fuß erreichen. Von dort oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und seine beide Stadtteile verbindende steinerne Brücke.
Ein schönes Städtchen im Herzen Deutschlands.

Text und Fotos: Roswitha Banning