Puig de Sant Salvador

Im südöstlich gelegenen Teil der Mittelmeerinsel Mallorca erhebt sich nahe der Stadt Felanitx der 509 Meter hohe Berg „Puig de Sant Salvador“ aus der weiten, flachen Ebene.
Der Berg, auf dessen Gipfel das altes Kloster „Santuari de Sant Salvador“ thront, ist ein beliebtes Ausflugsziel, da er mit mehreren religiösen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Der Ursprung der Wallfahrtsstätte stammt aus dem Jahre 1348. Seit dem wurde das Heiligtum immer weiter ausgebaut und zu dem Kloster, das heute die mehrfach erweiterte Kirche beherbergt, eine monumentale Christusstatue, das „Cristo Rei Monument“ hinzugefügt und ein 14 Meter hohes Steinkreuz, das „Creu de Picot“ auf einem seiner niedriger gelegenen Gipfel, dem 478 Meter hohen „Puig de Milá“ platziert. Außerdem kann man, will man den Berg zu Fuß erklimmen, dem alten Pilgerpfad und dem Kreuzweg mit seinen 13 Stationen folgen, auf dessen Weg eine kleine Kapelle namens „Mare Déu del Bon Pastor“ liegt, an der man mal kurz verschnaufen kann.
Der gewundene Fußweg kreuzt immer mal wieder die asphaltierte Straße, mit der man mit dem Auto das Gipfelplateau viel schneller und bequemer erreicht. Allerdings verpasst man, wenn man mit dem Auto fährt, die vielen Stellen, an denen man mal anhalten und die wunderbare Aussicht genießen kann, die der Berg an vielen Stellen bietet, denn die Straße ist so schmal, dass sie kaum Gelegenheiten bietet, mal rechts ran zu fahren, ohne den nachfolgenden Verkehr zu blockieren.
Die asphaltierte Serpentinenstraße mit ihren Steigungen von 5 bis 15 % wird auch gerne von Radrennfahrern zum Trainieren genutzt. Im Jahr 1981 fand am Puig de Sant Salvador sogar zum ersten Mal ein Bergrennen statt. Das Rallye-Bergrennen „Pujada Sant Salvador“ über 4,2 Kilometer wird am Berg seit 2005 ausgetragen.
Seit 2013 ist die Strecke auch ein Teil des „Triatlón 111 y 55“ der über eine Distanz von 111 Kilometern geht ( 1 km Schwimmen, 100 km Radfahren und 10 km Laufen).
Auf den schmalen Wegen ist also immer eine Menge los.
Der Gipfel des Berges besteht aus einem langgestreckten, ausgebauten Plateau auf dem sich das Cristo Rei Monument, ein Parkplatz und natürlich das Kloster befinden. Von da oben aus hat man von allen Seiten ein spektakuläre Aussicht über beinahe die ganze Insel.
Der Berg selbst besteht vornehmlich aus Kalkstein, das auch an einem seiner Hänge fleißig abgebaut wird.
Von der Aussichtsplattform des Steinkreuzes aus erkennt man beim Betrachten der Landschaft den Steinbruch, der beharrlich bereits ein enormes Loch in die Flanke des heiligen Berges hinein gefressen hat.

Text: Nadja von der Hocht
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons