Veitshöchheim, Schloß und Rokokogarten

Nordwestlich von Würzburg, am Main, liegt der idyllische Ort Veitshöchheim. Oberhalb des Städtchens steht die ehemalige Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe.

1680 bis 1682 baute man hier ein Jagdschlösschen, das im 18. Jahrhundert laufend erweitert wurde. 1753 erhielt der Bau durch Balthasar Neumann sein heutiges Aussehen.
1763 wurde der völlig verwilderte Garten im französischen Rokokostil gestaltet. Es entstanden Laubengänge, künstliche Ruinen und Seen.

Im großen See liegt der Musenberg Parnass, auf dessen Spitze ein geflügeltes Pferd steht.

Die Alleen zieren unzählige Sandsteinfiguren.

Am Ende der Ruinenallee steht das Grottenhaus mit Belvedere. Fabelwesen, reich verziert mit Steinmosaiken, schauen aus den Höhlen. Dieses Bauwerk wurde der Grotte im Garten des Palazzo Pitti in Florenz nachempfunden.

Von 1806 bis 1814 nutzte Kurfürst und Großherzog von Würzburg, Ferdinand III. von Toskana, das Schloß als Sommerresidenz.

Als das Großherzogtum Würzburg im Jahr 1814 aufgehoben wurde, fiel der Besitz an die bayerischen Könige und ist seither ein beliebtes Ausflugsziel. Touristen aus aller Welt kann man hier antreffen.
Die bayerische Schlösserverwaltung stellte 1990 den historischen Küchengarten des Schlosses wieder her. Hier wachsen nun wieder alte Gemüsesorten,

Heilkräuter und seltene Obstsorten, wie z.B. Champagnerrenette, Goldparmäne etc., mir bis dato unbekannte Apfelsorten. Habe die Goldparmäne probiert. Sie war saftig und knackig und galt über viele Jahrhunderte als eine der besten Apfelsorten.

Schön, dass solche vergessenen Obst- und Gemüsesorten ins „grüne Archiv“ aufgenommen wurden.

Text und Fotos: Roswitha Banning

Creu d’Es Picot

Besucht man den Südosten der Mittelmeerinsel Mallorca, empfiehlt sich ein Besuch des „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch mehrere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen gibt. Eines davon ist das „Creu d’Es Picot“. Zu ihm gelangt man über die ca. 5,5 km lange Serpentinenstraße, die sich in engen Kurven den Berg hinauf schlängelt. Man kann sich natürlich auch Zeit nehmen und mehr oder weniger gemütlich den alten Pilgerweg hinauf wandern, der an mehreren Stellen die Straße kreuzt. Etwa 250 Meter vor dem Gipfelplateau, auf dem „Puig des Milá“, erhebt sich in 478 Meter Höhe das 14 Meter hohe Steinkreuz. Auf ihm ist eine Inschrift in Catalan zu lesen: „Cermans aouests bracós sempre oberts per a tothom“, was soviel bedeutet wie: „Den Brüdern die Arme öffnen für jeden“.
Es ist bereits das Dritte Kreuz, das an dieser Stelle errichtet wurde. Dieses steht seit 1957. Das erste Kreuz war noch aus Holz und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Das Zweite fertigte man aus Metall, hatte eine Höhe von 11 Metern und stand von 1927 bis 1951 an dieser Stelle. Beide Kreuze wurde Opfer der Witterung und wurden irgendwann von Stürmen schwer beschädigt oder hinweg gefegt. Das heutige Steinkreuz erweist sich als wesentlich beständiger als seine Vorgänger und wird wohl noch länger über das Tal wachen. Von der Plattform aus, zu Füßen des Creu d´Es Picot hat man bereits einen wunderbaren Panoramablick über die weite Ebene bis zum Meer. Das Fernrohr, das an dieser Stelle mal stand, mit dessen Hilfe man die Gegend noch etwas genauer betrachten konnte, wurde in der Corona-Zeit leider deinstalliert.

Obwohl man von diesem Aussichtspunkt noch nicht ganz auf dem Gipfel des Puig des Sant Salvador angekommen ist, liegt einem bereits die halbe Insel zu Füßen:
Von Nordwesten bis Nordosten erhebt sich die Serra de Tramuntana, im Norden erspäht man die Städte Felanitx und Pollença und im Nordosten Alcúdia. Im Osten entdeckt man die Calas de Mallorca und im Süden liegen Portocolom und Cala d’Or. Im Südwesten reicht der Blick über das Mittelmeer sogar bis zur Insel Cabrera, die dem Betrachter am Horizont entgegen flimmert. Letztere erkennt man allerdings besser,steigt man ganz hinauf bis zum Gipfelplateau, auf dem einen die schon von weitem ersichtliche Christusstatue und das alte Kloster Santuari de Sant Salvador erwarten.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Kapelle Mare Déu del Bon Pastor

Im Südosten von Mallorca erhebt sich der „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg, der sich aus der flachen Ebene erhebt, nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch die ein oder andere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit zu entdecken gibt. Eine davon ist eine kleine Kapelle, die sich auf dem Weg zum Gipfelplateau in einer der engen Kurven der ca. 5,5 Km langen Serpentinenstraße schmiegt. Fährt man mit dem Wagen da hoch, gibt es kaum Möglichkeiten, ihn direkt bei der Kapelle auf dem schmalen Weg abzustellen. Daher empfiehlt es sich, aus dem Abstecher eine kleine Wanderung zu machen und den Berg auf dem alten Pilgerpfad zu erklimmen, der mehrmals die Asphaltstraße kreuzt. So hat man auch viel mehr Zeit und Muße, all die anderen Eindrücke in sich aufzunehmen und sich auf dem Weg nach oben an der immer spektakulärer werdenden Aussicht satt zu sehen.
Die kleine Kapelle „Mare Déu del Bon Pastor“ im neuromanischen Stil befindet sich etwa auf halber Höhe des Berges und wurde unter Monsignore Mosén Antoni Maria Alcover im Jahre 1910 errichtet. Mit „Bon Pastor“ im Namenszug ist jener Monsignore gemeint, der als eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Wiedererlangung der katalanischen Sprache im 20. Jahrhundert gilt.
Diese Kapelle ist der Ersatz für eine weitaus ältere Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, die reichlich mit „Azulejos“ ausgeschmückt gewesen sein soll. Unter Azulejos versteht man ein Bild aus bunt bemalten, meist quadratischen, glasierten, wetterfesten Keramikfliesen, mit denen in Spanien und Portugal gerne öffentliche Gebäude und Monumente künstlerisch herausgeputzt werden. Auf dem alten Kreuzweg, der gegenüber der Kapelle mit einer Stiege beginnt, sind noch 12 Stationen mit solchen Azulejo-Bildern aus dem 16. Jahrhundert zu finden.

Einer alten Legende nach soll einst ein Hirte im Gestrüpp genau an der Stelle, wo später die Kapelle errichtet wurde, ein glänzendes Bildnis der Mutter Gottes gefunden haben, wonach er sogleich von einem Engel dazu beauftragt wurde, selbiges auf den Gipfel des Berges zu tragen, wo heute das ehemalige Kloster Santuari de Sant Salvador steht. Das muss irgendwann im 15. Jahrhundert gewesen sein, denn die Verehrung der Mutter Gottes am Sant Salvador geht nachweislich bis in dieses Jahrhundert zurück. Heute beherbergt die kleine Kapelle, an der man mit dem Auto viel zu schnell vorbei fährt, die in Stein gehauene Szene, wie der Hirte zusammen mit seinem Hund die Statuette der Madonna entdeckt.

 

 

 


Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Festung Marienberg in Würzburg

Es wird vermutet, dass der Festungsberg schon zur Hallstadtzeit von keltischen Fürsten besiedelt wurde. Ca. um 600 v. Christus.

Thüringisch-fränkische Herzöge regierten in dieser Region im 8. Jahrhundert nach Christus. Diese Herrscherfamilie starb aber nach kurzer Zeit aus und überließ das Kastell dem Bischof Burkard. Somit fiel der Marienberg in den Besitz des Bistums Würzburg, das neu gegründet wurde. Bis 1200 entwickelte sich Würzburg zur florierenden Handelsstadt.

Danach begann der Bischof Konrad von Querfurt mit dem Bau einer Burg auf dem Marienberg. Wegen zunehmender Konflikte mit dem Bürgertum wurde von seinen Amtsnachfolgern der Wohnsitz von der Stadt auf die Burg verlegt. Seit 1250 war die Festung der Sitz der Würzburger Bischöfe.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg erweitert und umgebaut. Der rechtwinklige Innenhof wurde von langgezogenen Gebäudeflügeln eingerahmt und von drei quadratischen Türmen überragt. Im 11. Jahrhundert wurde die Marienkirche in der Burganlage erbaut.

Scherenbergtor
Scherenbergtor

Im 15. Jahrhundert ließ Bischof Rudolf von Scherenberg die Befestigungsmauern verstärken und ließ zum Schutz der Burg das Scherenbergtor bauen. Ein natürlicher Schutz vor dem Burghof bot der Halsgraben, ein tiefer Bergeinschnitt, über den eine Brücke gespannt ist.

Im Innenhof der Burg befindet sich ein 100 Meter tiefer Brunnen, der von zwei Quellen gespeist wurde. Das sicherte das Überleben bei Belagerungen.

Das Erdgeschoß des Bergfried nahe des Brunnens diente als Verließ.

Alle Aufstände und Belagerungen der Burg durch die unterdrückten Bauern und Bürger scheiterten.

Die Mittelalterliche Burg wurde 1613 zum Renaissanceschloss ausgebaut.

Trotz starker Befestigung wurde 1631 die Festung im dreißigjährigen Krieg durch schwedische Truppen gewaltsam erobert. Die Mauern hielten den Kanonenkugeln nicht stand.

Durch diese Erfahrung veranlasste Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn die Burg zu einer Bastion umzubauen und bis 1658 rundum mit gewaltigen Bastionen zu umgeben. Die riesigen und weitläufigen Anlagen und uneinnehmbaren Mauern sind heute noch fast vollständig erhalten.

Nachdem im 18. Jahrhundert die Stadt befriedet war und die Bischöfe von den Bürgern nichts mehr zu befürchten hatten, zog man vom Marienberg wieder hinunter in die Stadt in die 1720 bis 1744 neu gebaute Residenz, die wesentlich repräsentativer war.

Die Festung diente nur noch militärischen Zwecken.

1866 wurde die Festung von preußischen Truppen angegriffen und sie setzten einige Gebäude in Brand. Durch einen Waffenstillstand wurde Schlimmeres verhindert. 1867 wurde die Festungseigenschaft von der bayrischen Regierung offiziell aufgegeben.

Madonna von Riemenschneider im Mainfränkischen Museum
Madonna von Riemenschneider im Mainfränkischen Museum

Heute ist die Anlage ein vielbesuchter Touristenmagnet. Das angrenzende Mainfränkische Museum mit seiner beeindruckenden Sammlung von Artefakten lädt dazu ein, sich ein Bild von dem Leben der Bürger in Würzburg und auf der Festung zu machen. Unter anderem steht dort eine geschnitzte Madonna von Tillmann Riemenschneider.

 

 

Text & Fotos:  Roswitha Banning

Blue Mountains

Im Bundesstaat New South Wales im fernen Australien erheben sich die Blue Mountains. Die Ausläufer des häufig besuchten Gebirges beginnen bereits 60 km westlich von Sydney.
Die Blue Mountains sind vor allem bekannt wegen der Eukalyputsbäume, die dort in großer Artenvielfalt wachsen und deren ätherische Ausdünstungen als feiner Nebel über den Wipfeln schwebt.

Devils Lookout
Devils Lookout

Bei Tageslicht ist dieser feine Nebel für die Blaufärbung verantwortlich, der dem Gebirge seinen Namen gab.
Im Jahre 2000 wurde die Gegend um die Blue Mountains sogar von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Die Hauptattraktion des Blue Mountains National Park bilden drei steil in den Himmel ragende „dünne“ Felsnadeln, genannt „Die drei Schwestern“. Man erreicht sie von Sydney aus über eine gut ausgebaute Straße. Von Katoomba aus, einem verträumten Urlaubsstädtchen, ist der weitere Weg gut ausgeschildert. Am Besucherzentrum, am südlichen Ende der Echo Point Road, findet man den stark besuchten „Echo Point Lookout“. Dieser Aussichtspunkt bietet einen fantastischen Blick auf die „Three Sisters“, das „Ruined Castle“ und den „Mount Solitary“.
Die drei Schwestern haben sogar Namen und sind Teil einer alten Legende der Aborigines:

Blick vom Devils Outlook auf das bewaldete Tal bei Katoomba
Blick vom Devils Outlook auf das bewaldete Tal bei Katoomba

Ein Zauberdoktor namens Tyawan hatte drei Töchter. Meehni, Wimlah und Gunnedoo. Sie lebten hier im Schatten der heutigen Blue Mountains. Ganz in der Nähe wohnte aber auch der schreckliche Bunyip, ein furchtbares Monster, vor dem alle Angst hatten. Eines Tages erschreckte sich Meehni vor einem dicken Tausendfüßler und warf einen Stein nach ihm, um ihn zu vertreiben. Dummerweise rollte der Stein laut polternd über die Klippen und weckte damit den schrecklichen Bunyip, der darunter geschlafen hatte. Als er die drei Schwestern entdeckte, griff er sie wutentbrannt an, weil sie seinen Schlummer gestört hatten.
Vater Tyawan musste eingreifen, er schwang seinen Zauberknochen und verwandelte seine geliebten Töchter, die sich ängstlich aneinander gedrängt hatten, in drei Felstürme, um sie vor dem mörderischen Feind zu schützen.
Als der Bunyip seine Opfer nicht mehr sah, wandte er sich nun dem Vater zu und wollte sich auf ihn stürzen. Doch der verwandelte sich schleunigst in einen Leierschwanz und flog davon. Leider verlor er bei der Aktion seinen Zauberknochen, den er bis heute sucht. Die drei Schwestern warten noch immer geduldig darauf, dass ihr Vater seinen Zauberknochen bald finden möge, damit er sie wieder zurück verwandeln kann.

Bis dahin werden Meehni (922 m), Wimlah (918 m) und Gunnedoo (906 m) jeden Abend bis 23 Uhr großartig beleuchtet, damit man ihre Schönheit möglichst lange bewundern kann.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Roswitha Banning

Leuchtturm Capdepera

Wenn man nicht ständig Lust hat, in Cala Ratjada am Strand rum zu liegen, wäre ein Spaziergang zum nahegelegenen Leuchtturm eine gute Alternative. Der Weg dorthin ist ein bißchen steil, dafür aber leicht zu finden. Man folgt einfach der Hauptstraße aus dem Ort heraus immer gerade aus, den Hügel hinauf. Was mich dahin gelockt hat, war, dass ich aus Erzählungen wusste, dass es da viele Katzen geben soll. Um so größer war meine Enttäuschung, dass sich nicht ein Westentaschentiger hat sehen lassen.
Dafür wurde ich mit einer großartigen Aussicht belohnt.

Sogar ein schwacher Regenbogen zeichnete sich am Horizont ab. Wenn das Meer ruhig ist, glänzt es richtig und hat eine ganz tolle Farbe. Wenn es nicht zu diesig ist, kann man sogar bis nach Menorca rüber gucken. Den Leuchtturm selbst kann man leider nicht besichtigen. Aber dafür hat man vor der Mauer eine Tafel aufgestellt mit ein paar Informationen zu Inbetriebnahme und den verschiedenen Leuchtmitteln die seit 1861 (so lange gibt´s den schon) benutzt und immer wieder ausgetauscht wurden. Leider nicht auf Deutsch.

Die breite Mauer, die die Straße von den Klippen abgrenzt, läd ein, sich darauf zu setzten und vielleicht ein kleines Picknick mit Aussicht aufs blaue Meer zu veranstalten, bevor man sich wieder auf den Rückweg macht.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Chichén Itzá

Im Südosten von Mexiko schmiegt sich die Halbinsel Yucatán in den Golf von Mexiko. Im nordwestlichen Teil dieser Halbinsel befindet sich der gleichnamige Bundesstaat mit seiner Haupstadt Mérida, auch bekannt als das „Tor zur Welt der Maya“. Circa 120 Kilometer östlich von Mérida entfernt befindet sich eine der wohl bedeutendsten Ruinenstätten aus der späten Maya-Zeit: Chichén Itzá.
Der Name bedeutet so viel wie „Am Rande des Brunnens der Itzá“ oder vielleicht auch grob übersetzt: „ An den Ufern der Brunnen der Itzá“. („Itzá“ ist die Eigenbezeichnung des Volkes, das dort lebte.)
Die Stadt liegt nämlich in einem recht unebenen Karstgelände das von unzähligen Einsturzdolinen und Cenotes übersät ist, die in früheren Zeiten höchstwahrscheinlich als Brunnen genutzt wurden. Heute führen allerdings nur noch zwei von ihnen frisches Grundwasser. Mit seinen 1.547 Hektar ist Chichén Itzá einer der ausgedehntesten Fundorte der alten Maya, das jährlich von über einer Millionen Touristen besucht wird.
Das Zentrum der alten Stätte wird von zahlreichen repräsentativen Monumenten dominiert, die vermutlich alle eine religiöse und/oder politische Bedeutung hatten und aus deren Mitte eine große, gut erhaltene Stufenpyramide herausragt.

Chichen Itza Ballspiellatz
Chichen Itza Ballspiellatz

Die verschiedenen Stilformen und Gebäudetypen, die in der alten Mayastätte zu finden sind, liefern wichtige Informationen über die Geschichte des Ortes. Es gibt Pyramiden mit Treppen, Tempel mit hallenartigen Innenräumen, Ballspielplätze, Säulenhallen, Bauten mit vielen Innenräumen und eingeschlossenen Höfen, gemauerte Straßen, die die vielen Gebäude miteinander verbinden und viele andere Bauten zu bewundern.
Der Kriegertempel, der Tempel des großen Opfertisches, der Ballspielplatz und der Tempel der Jaguare sind nur einige Beispiele an Monumenten, die man in Chichén Itzá bewundern kann.

Leider sind fast alle Gebäude für den öffentlichen Zugang gesperrt und Besucher dürfen sich nur auf den freien Flächen bewegen.

Chichén Itzá wurde 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und im März 2015 von der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten in das internationale Register für Kulturgut und Sonderschutz aufgenommen.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Dr. Verena Quennet

Burg von Capdepera

Die Gegend um Capdepera wird von einem großen Hügel dominiert, auf der ein uraltes Gemäuer steht: die Burg von Capdepera. Die ältesten Gebäude stammen noch aus dem 11. Jahrhundert und sie wurde über die Jahrhunderte immer weiter aus- und umgebaut.
Während unseres ersten gemeinsamen Urlaubs auf der Insel, sind wir immer wieder an diesen hoch in den mallorquinischen Himmel ragenden Zinnen vorbeigefahren und irgendwann hab ich es nicht mehr ausgehalten. Ich musste mir unbedingt diese alte Burg ansehen. Wenn man unten am Fuß des Hügels bzw. Berges steht kann man nicht viel erkennen, schon gar nicht was sich hinter den Mauern verbirgt. Die Neugier war geweckt und bei herrlichstem Oktoberwetter wurde der Plan „altes Gemäuer besichtigen“ in die Tat umgesetzt. Zuerst mußte ein Parkplatz für unser quietsch-gelbes Mietauto gefunden werden, was gar nicht so leicht war, denn nirgends waren offizielle Parkplätze ausgeschildert (Ha, Ha, guter Witz!) Man parkt einfach wo Platz ist. In einer kleinen Seitenstraße kam unser Wagen zum stehen und wir machten uns zu Fuß daran den ziemlich steilen und eng bebauten Berg zu erklimmen. Wir gingen durch mehrere sehr enge Gässchen und fanden sogar ab und zu ein Schild, das auf die Burg verwies. Endlich hatten wir es geschafft und standen vor dem offensichtlich frisch renovierten Haupteingang.

Der Eintritt kostete pro Person 2,00 Euro und dann durften wir nach Herzenslust auf dem Gelände herumstromern, klettern und entdecken. Es gab keine Wärter, die einem den Spaß vermiesten, allerdings auch keine Sicherheitsmaßnahmen beim balancieren auf den schmalen Simsen der Zinnen.
Gleich beim Eingang wurden die Reste des alten Burgtores ausgestellt, das schon vielen Erstürmungsversuchen getrotzt hatte.

Man konnte einmal um das ganze Gelände auf dem schmalen Weg an den Zinnen herumlaufen und dabei nach allen Richtungen die tolle Aussicht genießen. Das Wetter war sogar so klar, daß man am Horizont die Nachbarinsel Menorca erkennen konnte.

Der Innenhof ist mit Bäumen, Büschen, Palmen und Kakteen bewachsen und es stehen nur noch wenige Wirtschaftsgebäude.

Garten im Innenhof
Garten im Innenhof

In einem kleinen Haus ist ein Museum für Palmflechtarbeiten untergebracht, vor dem sogar einige ältere Damen in historischer Tracht saßen und solche Arbeiten anfertigten.
Vor einer dunklen Kammer stand ein in eine mittelprächtige Imitation eines Mittelaltergewandes gehülltes, junges Mädchen und ich war neugierig zu sehen, wovor sie denn da Wache stand. Ich spähte in den dunklen Raum und erkannte jede Menge scheinbar ausgestopfte Vögel. Als sich meine Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, erkannte ich, daß die Piepmätze alle noch atmeten, sich aufplusterten und mit den Augen rollten. Jedenfalls die Nachteulen unter ihnen.

Am anderen Ende des Geländes steht noch eine kleine Kirche, die sogar noch genutzt wird. Als wir einen vorsichtigen Blick ins Innere werfen wollten, merkten wir, daß gerade für ein Konzert geprobt wurde, das kurze Zeit später begann und für das die ersten Gäste bereits eintrafen.
Wir knipsten noch schnell ein paar Fotos und machten uns dann auf den Rückweg zum Auto; begleitet von den ersten Tönen der traditionellen Band, die auf dem Weg nach unten immer leiser wurden.

Wer gerne in alten Gemäuern rumstromert, ungehindert auf fast tausend Jahre alten Wehrmauern kraxeln möchte und sich ein bißchen für Geschichte interessiert, dem kann ich die Burg von Capdepera wärmstens empfehlen. Mit Kindern muß man vorsichtig sein, weil es viele Stellen gibt, wo man runterfallen kann, also am besten irgendwo anbinden …
Aber mit den zwei Euro Eintritt unterstützt man die Erhaltung des Kulturgutes und das ist es auf jeden Fall wert.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Kathedrale von Palma

Nähert man sich der spanischen Baleareninsel Mallorca per Fähre vom Wasser her aus, ist sie die Erste, die den Besucher schon von weitem begrüßt: die beinahe achthundert Jahre alte Kathedrale der Heiligen Maria. Sie dominiert die Altstadt der Haupt- und Hafenstadt Palma de Mallorca und ist die Bischofskirche des Bistums Mallorca. Die Einheimischen nennen ihre Kathedrale schlicht „La Seu“, was so viel wie „der Bischofssitz“ bedeutet.
An der Kathedrale wurde jahrhundertelang gebaut. Den Anfang machte der Eroberer König Jaume I., der mit dem Bau der Kathedrale im Jahr 1230 begann. Die Grundsteinlegung erfolgte auf dem Platz einer islamischen Moschee, die zu diesem Zwecke weichen musste. Denn der neue Machthaber auch bekannt als Jakob I. der Eroberer, König von Aragón, König von Valencia, Graf von Barcelona (Katalonien), Graf von Urgel und Herr von Montpellier aus dem Haus Barcelona konnte seiner Anrede nun einen weiteren Titel hinzufügen: König von Mallorca. Schließlich hatte er doch gerade erst die Mauren erfolgreich von der Insel herunter komplimentiert und nun selbst die Herrschaft über das oft und viel umkämpfte Eiland übernommen.
Sein Sohn Jaume II. begann mit dem Bau der eigentlichen Kathedrale von der Hauptbasis her ab dem Jahr 1306, die nun auch als Mausoleum für das mallorquinische Königshaus dienen sollte. König Jaume II. selbst und Jaume III. sind hier begraben. König Jaume I. ist hier nicht zu finden. Seine sterblichen Überreste ruhen in der katalanischen Zisternen-Abtei Monestir de Santa Maria de Poblet in der Provinz Tarragona auf dem spanischen Festland.

Das Kirchenschiff wurde 1587 vollendet, während das Hauptportal endlich 1601 geweiht wurde. 1852 begannen dann die Arbeiten an der Hauptfassade, die schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts beendet wurden.
Das Gebäude ist nun 109,5 Meter lang und 33 Meter breit. Das Hauptschiff hat eine Länge von 75,5 Metern, ist 19,5 Meter breit und 44 Meter hoch. Die beiden Seitenschiffe messen eine Länge von jeweils 86 Metern, eine Breite von 10 Metern und sind 30 Meter hoch.
Das Gewölbe ruht auf vierzehn 30 Meter hohen Pfeilern.
Der Altarraum mit dem Chor wird hier auch gerne „Königskapelle“ genannt und misst 34 x 16 Meter. Obwohl die Kathedrale nicht mit „richtigen“ Türmen dienen kann, wie man sie sonst von Kirchen gewohnt ist, gehört das Gebäude dennoch zu den wichtigsten Bauwerken, die im gotischen Stil errichtet wurden.
Im Erdgeschoß des Glockenturms und in zwei Kapitelsälen ist seit 1932 das Museum der Kathedrale untergebracht. Hier findet man auch das Grab des Gegenpapstes Clemens VIII., der auch ab 1429 als Bischof von Palma amtierte.
Das Geläut mit seinen neun Glocken aus fünf Jahrhunderten nimmt unter den europäischen Bischofskirchen eine herausragende Stellung ein. Vier der Glocken stammen noch aus dem Jahr 1312! Zwei weitere mussten 1642 und 1991 neu gegossen werden. Die große Glocke mit 2 Metern im Durchmesser ist ca. 4.600 Kilo schwer und trägt den Namen „N´Aloi“. Sie wird nur zu sehr festlichen Anlässen geläutet. N´Aloi gehört zu den größten Glocken des Landes und ist außerdem die größte beweglich geläutete Glocke Spaniens.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Der Eiffelturm

Besucht man Frankreich, darf man Paris nicht auslassen und ist man einmal dort, ist er kaum zu übersehen: der Eiffelturm.
Er ist DAS Wahrzeichen der Stadt Paris und gilt sogar als Symbol für ganz Frankreich. Der Bau des 324 Meter hohen Eisenfachwerkturms nahe des Ufers der Seine hat zwei Jahre gedauert. Ursprünglich sollte er als monumentales Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung 1889 zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution dienen.
Intellektuelle und Künstler dieser Zeit waren zunächst gar nicht begeistert, daß bald ein monströser „Turm zu Babel“ aus Metall das geliebte Stadtbild von Paris beherrschen sollte, weshalb sein Erbauer Gustave Eiffel auch nach der Weltausstellung alles dafür tat, um dem Turm irgendeinen Nutzen zu geben, außer als Beweis, was alles bautechnisch möglich war. Für die nächsten 40 Jahre, bis zur Einweihung des Chrysler Buildings in New York im Jahr 1930 war der Eiffelturm das höchste Gebäude der Welt und diente unter anderen als Zeitzeichensender und als Telekommunikationszentrum für das Militär im Ersten Weltkrieg. Dies wurde sogar der Tänzerin und Spionin Mata Hari zum Verhängnis, denn mit dem Eiffelturm war es möglich, feindliche Funksprüche abzufangen. Das Gebäude trug als Sendeturm entscheidend zur Geschichte des Hörfunks und auch des Fernsehens bei, denn 1921 wurde das erste öffentliche Radioprogramm Europas und 1935 das erste französische Fernsehprogramm mit seiner Hilfe ausgestrahlt.
Heute ist der Turm einer der größten Touristenattraktionen überhaupt, mit über 6 Millionen Besuchern jedes Jahr. Für Gäste und Besucher, die nicht nur die schöne Aussicht über Paris genießen möchten, beherbergt der Turm sogar das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant „Le Jules Verne“.
Ein Besucht lohnt sich bei Tag, sowie bei Nacht, denn sobald es dunkel wird, ist der Turm wunderschön beleuchtet.

Text: Nadja von der Hocht
Foto:  Benh LIEU SONG, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons