Far de Formentor

Far de Formentor

Eine beliebte Sehenswürdigkeit und gleichzeitig einer von dreizehn sich in Betrieb befindlichen Leuchttürmen auf der Baleareninsel Mallorca ist der „Far de Formentor“. Er steht auf dem gleichnamigen Cap de Formentor 167 Meter über dem Meeresspiegel. Von seinem Standort aus, ist es möglich an klaren Tagen die bis zu 40 Kilometer entfernte Nachbarinsel Menorca ziemlich deutlich am Horizont zu erkennen.
Um den Leuchtturm errichten zu können, wurde die Kuppe des Felsens, auf dem er steht, planiert und zuerst ein rechteckiges Basishaus erbaut, das von einer umlaufenden Terrasse umsäumt ist, die von mehreren Seiten durch Treppenaufgänge zugänglich gemacht wurde. Der Turm selbst wird nach oben hin etwas schlanker und verfügt über gleich zwei umlaufende Balkone unter der Laterne. Gekrönt wird der Leuchtturm von einer metallenen Kuppel auf der ein Wetterhahn die beste Aussicht für sich beansprucht.
Die Brennebene des Far de Formentor ist die höchste der Balearen. Die Kennung seines Leuchtfeuers ist eine Gruppe von vier weißen Blitzen mit einer Wiederkehr von 20 Sekunden.
Der Beschluss, den Leuchtturm zu bauen erfolgte im Jahre 1860 und wurde von dem spanischen Ingenieur Emili Pou y Bonet in Angriff genommen. Zweihundert Arbeiter benötigten nur 2,5 Jahre, um unter schwierigsten Bedingungen den Turm auf dem damals unwegsamen Kap zu errichten. Die Baustelle wurde von der Seeseite aus mit Baumaterial aus dem Steinbruch von La Puebla von Alcúdia aus beliefert. Vierzig Männer bedienten eine Seilwinde, die das Material auf die 160 Meter hoch gelegene Baustelle hievten. Das war einfacher, als das schwere Baumaterial die 272 in den Fels gehauenen Stufen der Felskluft „Moll de Patronet“ hinauf zu schaffen, mit denen der Leuchtturm von der Seeseite aus erreichbar ist.
Am 30. April 1863 konnte der Leuchtturm erstmals in Betrieb genommen werden. Zu Beginn verwendete man als Brennmittel noch Olivenöl, das später durch Paraffin ersetzt wurde. 1927 bekam der Faro eine neue Linse und einen neuen Rotationsmechanismus und sendete nun vier Blitze aus. 1971 mussten erneut die Linsen und die Laterne erneuert werden.
Heute wird der Leuchtturm mit selbst generiertem Solarstrom und ferngesteuert betrieben. Das Basishaus unter dem Turm beherbergt heute ein Restaurant, das Touristen und Ausflügler in den Sommermonaten zur Einkehr einlädt.

Text: Nadja von der Hocht
Foto: Wolfgang von der Hocht

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