In dem hügeligen Waldstück zwischen der Cala Agulla und der Cala Mesquida kann man wunderbar wandern. Vor der Cala Agulla gibt es einen großen Parkplatz, der außerhalb der Saison sogar kostenfrei ist. Von da aus kann man mit der Erkundung der Gegend beginnen.
Von den Pinien rings umher singen die Vögel ihre Lieder, man hört Glöckchengebimmel von der nahen Schafweide und ab und zu kreuzen wilde Ziegen den Weg.

Die Wege werden nicht nur von Wanderern, sondern auch von Reitern, Radfahrern, Nordicwalkern und im Herbst von Pilzesammlern benutzt. Die Wege sind mit farbigen Punkten markiert. Wir sind zur Abwechslung mal rechts abgebogen und einigen leuchtend roten Punkten hinterher geklettert. Der Weg ist ziemlich steil und hat es in sich. Er führt über einen bewaldeten Hügel und während der schweißtreibenden Kletterpartie gibt es nur wenige Punkte von denen man zwischen den Bäumen mal aufs Meer oder ins Inland spähen könnte. Aber nur nicht aufgeben. Irgendwann hat man den Berg bezwungen und dann wird man für die sportliche Betätigung doppelt und dreifach belohnt. Folgt man der roten Markierung bis zum Ende gelangt man über einen Hügelkamm bis zu einem alten Feuerturm, von dem leider nur noch die Hälfte steht. Von da aus hat man einen grandiosen Blick auf die Cala Agulla und entdeckt auch gleich, warum Cala Ratjada nach einem Krokodil benannt ist. An dieser Stelle kann man die Echse mit ein bisschen Phantasie gut erkennen, wie sie versucht ins Meer zu krabbeln. Und damit nicht genug: Man hat einen wunderbar weiten Blick ins Tal und weiter auf die Cala Mesquida, zu der man von da oben hinunterklettern kann, wenn man sich traut.

Der Blick von dieser Stelle aus ist unbeschreiblich. Die Farben von Meer und Himmel ändern sich minütlich und keine Kamera kann auch nur annähernd wiedergeben, was einem die Natur da bietet. Es wird einem die komplette Palette von blau über lila bis hin zu rosa gefärbtem Himmel und märchenhaft schimmerndem, silbrig glänzendem Meer geboten. Wenn da oben nicht so streng der Wind pfeifen würde, könnte man sich stundenlang nicht von diesem Ausblick losreißen. Ich kann allen Naturfreunden die steile Kletterpartie nur wärmstens ans Herz legen. Auch gerne mehrmals. Denn zu jeder Jahreszeit wird einem Licht- und Farbentechnisch wieder etwas anderes geboten. Mutter Natur ist eine großartige Künstlerin und wenn man ihre Werke in Bildern festhalten will, muß man sich ranhalten. Denn ihre Kunst ist vergänglich.

 

Text: Nadja von der Hocht