Da wohnt man jetzt im erzkatholischen Spanien und ist bemüht, als Gast in diesem Land, nicht unangenehm aufzufallen und verkneift sich jegliche lautstarke Aktivität in den eigenen vier Wänden an Sonn- und Feiertagen, um ja seinen Nachbarn nicht auf den Keks zu gehen … und was machen die lieben Nachbarn? Die mähen Sonntags in der Mittagsruhe den Rasen!...

Leben auf der Deutschen liebster Ferieninsel. Viele träumen davon und einige wenige erfüllen sich diesen Wunsch. Die Geschichten, unter welchen Umständen man hier gelandet ist, sind mannigfaltig und so verschieden wie die Menschen selbst.
Ich bin neuerdings einer davon. Die Entscheidung nach Mallorca auszuwandern war nicht leicht und hat sich über einige Jahre hingezogen.

Jetzt ist es passiert! Da hat man es einmal eilig und schon wird man erwischt! Volle Pulle in die Radarfalle rein gerauscht! Da man hier auf der Insel ganz hinterhältig von hinten geknipst wird, merkt man das nicht sofort. Erst wenn so ein wichtig aussehender Brief ins Haus flattert, kommt Freude auf. Und dann geht’s los:

Jedes Jahr liest man Schreckensmeldungen in den Zeitungen über im Straßenverkehr tödlich verunglückte Radfahrer auf Mallorca.
Das ist natürlich furchtbar, aber so langsam wundert es mich nicht mehr, dass so viele Radler unters Auto kommen.

So, da ist man jetzt also ausgewandert und erfreut sich an der neuen Umgebung, an den neuen Leuten, die man so kennen lernt, geht viel auf Entdeckungstour, erledigt Beamtengänge und sucht sich eine eigene kleine Wohnung. Man ist viel beschäftigt.

Manchmal regnet es auch auf Mallorca. Dann ist der Himmel flächendeckend grau bewölkt, es ist windig und uselig. Trotzdem kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Denn auch an solchen Tagen kann man sich hier prima beschäftigen: Man könnte sich zum Beispiel warm anziehen, sich seine Kamera schnappen, zum Strand gehen und Unwetterfotos schießen.