Da wohnt man jetzt im erzkatholischen Spanien und ist bemüht, als Gast in diesem Land, nicht unangenehm aufzufallen und verkneift sich jegliche lautstarke Aktivität in den eigenen vier Wänden an Sonn- und Feiertagen, um ja seinen Nachbarn nicht auf den Keks zu gehen … und was machen die lieben Nachbarn? Die mähen Sonntags in der Mittagsruhe den Rasen!...

… oder flexen was ab, oder kloppen auf Steinen rum, oder fahren lautstark hupend vors Haus, um jemanden abzuholen. Aussteigen und klingeln ist wohl zu zeitraubend.

Nicht, dass man mich jetzt falsch versteht! Ich hab nicht vor, mich hier zu beschweren. Es ist nur so, wenn man aus dem Land der 1000 Vorschriften kommt, kann man hier schon mal ein paar Integrationsschwierigkeiten bekommen. Ich bin natürlich bemüht mich anzupassen. Ich will ja irgendwann dazugehören. Das bedeutet, mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen und es den anderen gleich zu tun… Ich glaub ich fang gleich mal damit an und schmeiß am heiligen Sonntag ´ne Ladung Wäsche in die Maschine.

 

Text: Nadja von der Hocht