Palma

Im Westen der Baleareninsel Mallorca erstreckt sich entlang der Bucht von Palma an der Küste des Mittelmeeres die im Jahre 123 v. Chr. von dem Römischen Konsul Quintus Caecilius Metellus gegründete Hafenstadt Palma. Damals hieß sie noch „Palmaria Palmensis“. Nachdem im 4. Jahrhundert n. Chr. das Römische Reich untergegangen war, setzte auch in Palma der Niedergang ein, der erst fünfhundert Jahre später von den Arabern aufgehalten wurde. Gegen 903 entdeckte sie die Insel für sich und bauten in Palma eine arabisch-islamische Kultur auf. 1229 wurde sie allerdings wieder durch die Aragonier vertrieben. Sie bauten die Stadt nun in ihrem Sinne weiter aus und errichteten unter anderem die Kathedrale „La Seu“, die den Besucher heute noch schon von weitem ins Auge fällt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte erneut ein Aufschwung ein, als Europas überarbeitete Bevölkerung ganz allmählich die Insel als Urlaubsziel für sich entdeckte. Der Massentourismus begann bereits in der Nachkriegszeit, der der Stadt und der übrigen Insel bis heute eine gute und bisweilen sogar die einzige Wirtschaftsgrundlage bietet.
Palma ist heute der Regierungs- und Bischofssitz der Autonomen Gemeinschaft der Balearen. Vor nicht allzu langer Zeit trug die Stadt noch den Namen „Palma de Mallorca“ um Verwechslungen mit anderen Städten dieses Namens auszuschließen. Im Jahre 1998 wurde mal ein Antrag eingereicht, um das „de Mallorca“ aus dem Namen der Stadt zu streichen (warum auch immer), der 2008 erstmals umgesetzt wurde. 2011 wurde dies zunächst wieder rückgängig gemacht, um es 2016 erneut umzusetzen. Seitdem heißt Palmas Hauptstadt offiziell nur noch „Palma“.
Palmas Altstadt hält für den Besucher eine kulturelle und stilistische Mischung aus spanischen, katalanischen und arabischen Einflüssen bereit. Die größtenteils autofreie Altstadt ist bekannt für ihre engen Gässchen, die zum Teil nur über Treppen miteinander verbunden sind. Der mehrere Hundert Jahre alte Olivenbaum, der auf der Plaça de Cort in der Nähe des Rathauses dem erschöpften Touristen Schatten spendet, ist mit seiner knorrigen, dicken Rinde ein beliebtes Fotomotiv.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die mittelalterliche Burganlage Castell de Bellver, das historische Gebäude und ein Meisterwerk bürgerlicher gotischer Architektur „Llotja de Palma“ und natürlich die mehr als 15 überwachten Badestrände östlich des Stadtkerns gelegen, von denen der Balneario No 6 bei deutschen Urlaubern eher als „Ballermann 6“ bekannt ist.

Wappen der Stadt PalmaAutonome Gemeinschaft:  Balearen

Fläche: 208,7 km²

Einwohner: 416.065 (Stand: 01. Jan. 2019)

Amtssprache: Katalanisch und Spanisch

Nationalitäten:
Der Ausländeranteil lag im Jahr 2008 bei 19,5% und ist immer noch stark steigend. Neben Deutschen, Briten und Bulgaren sind es vor allem Festlandspanier und Südamerikaner, die sich in der Stadt niedergelassen haben.

Telefonvorwahl: 971

Postleitzahl: 07000 – 07099

Sicherheit:
Palma gilt gemeinhin als eine sichere Stadt. Die Polizei zeigt mehr Präsens als in Deutschen Städten, trotzdem sollte man seine Wertsachen nie unbeaufsichtigt irgendwo liegen lassen.

Anreise:
mit dem Flugzeug:
Der Flughafen von Palma wird von mehreren Fluggesellschaften ab Deutschland direkt angeflogen. Die Flugzeit beträgt etwa 2 Stunden.

mit dem Schiff: In den Hafen von Palma gelangt man entweder mit der eigenen Yacht, einem Kreuzfahrtschiff oder mit der Fähre. Wer auf Mallorca gerne mit dem eigenen Auto unterwegs ist, fährt in Barcelona auf die Fähre, die einen in ca. 7 Stunden auf die Insel bringt.

Mobilität:
Da Palma eine moderne Großstadt ist, in der auch Menschen leben und arbeiten, die nichts mit dem Tourismus zu tun haben, verfügt die Stadt natürlich über jede Menge öffentliche Verkehrsmittel wie Taxen und Busse. Die Busse sind für den normalen Berufsverkehr ausgelegt. Dazu gibt es zwei Eisenbahnverbindungen. Der normale Arbeitsverkehr geht von Palma aus nach Inca, die andere Strecke führt nach Sóller und wird nur von der Museumseisenbahn befahren, die man sich als Urlauber nicht entgehen lassen sollte, wenn man genug Zeit für eine Tagestour hat.
Natürlich ist es auch möglich sich für ein Maximum an selbständiger Mobilität einen Mietwagen zu nehmen.

Sehenswürdigkeiten:
Castell de Bellver, Llotja de Palma, Kathedrale „La Seu“ , Basilika Sant Francesc

Reiseberichte:  Ein Bummel durch Palmas Altstadt

Aktivitäten:  Strand

Kulinarisches:
In Palmas Straßen findet man hauptsächlich Bars, Cafes und Tapasbars. Dafür weniger Restaurants als man vermutet hätte.
Typisch für Palma ist das „Llonguet“, ein längliches Brötchen mit einer Rille in der Mitte, klassisch mit Butifarra (katalanische Wurstspezialität), Serrano-Schinken, Käse, Sardellen oder Sobrassada (Paprika-Wurst) belegt.
Was jeder Festlandspanier als Souvenir bei seiner Abreise im Gepäck hat, ist die für Mallorca typische „Ensaïmada“, einem Gebäck aus Weizenmehl, Wasser, oder Milch, Zucker Eiern und – ganz wichtig – Schweineschmalz. Es gibt sie gefüllt oder ungefüllt.

Nachtleben:
Seit 2014 wird versucht, gegen das schlechte Benehmen einiger Feierwütigen vorzugehen, indem man das „Eimersaufen“ am Strand untersagt hat und auch Nachts gelten Ausschankbeschränkungen. Auf der Straße darf nicht getrunken werden und Touristen dürfen von den Barbetreibern nicht mehr zum Trinken animiert werden.

Karten:

Buchtips:

 

Text: Nadja von der Hocht
Foto Beitragsbild: Wolfgang von der Hocht
Bild Wappen:    Miguillen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.