Leuchtturm Capdepera

Wenn man nicht ständig Lust hat, in Cala Ratjada am Strand rum zu liegen, wäre ein Spaziergang zum nahegelegenen Leuchtturm eine gute Alternative. Der Weg dorthin ist ein bißchen steil, dafür aber leicht zu finden. Man folgt einfach der Hauptstraße aus dem Ort heraus immer gerade aus, den Hügel hinauf. Was mich dahin gelockt hat, war, dass ich aus Erzählungen wusste, dass es da viele Katzen geben soll. Um so größer war meine Enttäuschung, dass sich nicht ein Westentaschentiger hat sehen lassen.
Dafür wurde ich mit einer großartigen Aussicht belohnt.

Sogar ein schwacher Regenbogen zeichnete sich am Horizont ab. Wenn das Meer ruhig ist, glänzt es richtig und hat eine ganz tolle Farbe. Wenn es nicht zu diesig ist, kann man sogar bis nach Menorca rüber gucken. Den Leuchtturm selbst kann man leider nicht besichtigen. Aber dafür hat man vor der Mauer eine Tafel aufgestellt mit ein paar Informationen zu Inbetriebnahme und den verschiedenen Leuchtmitteln die seit 1861 (so lange gibt´s den schon) benutzt und immer wieder ausgetauscht wurden. Leider nicht auf Deutsch.

Die breite Mauer, die die Straße von den Klippen abgrenzt, läd ein, sich darauf zu setzten und vielleicht ein kleines Picknick mit Aussicht aufs blaue Meer zu veranstalten, bevor man sich wieder auf den Rückweg macht.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Burg von Capdepera

Die Gegend um Capdepera wird von einem großen Hügel dominiert, auf der ein uraltes Gemäuer steht: die Burg von Capdepera. Die ältesten Gebäude stammen noch aus dem 11. Jahrhundert und sie wurde über die Jahrhunderte immer weiter aus- und umgebaut.
Während unseres ersten gemeinsamen Urlaubs auf der Insel, sind wir immer wieder an diesen hoch in den mallorquinischen Himmel ragenden Zinnen vorbeigefahren und irgendwann hab ich es nicht mehr ausgehalten. Ich musste mir unbedingt diese alte Burg ansehen. Wenn man unten am Fuß des Hügels bzw. Berges steht kann man nicht viel erkennen, schon gar nicht was sich hinter den Mauern verbirgt. Die Neugier war geweckt und bei herrlichstem Oktoberwetter wurde der Plan „altes Gemäuer besichtigen“ in die Tat umgesetzt. Zuerst mußte ein Parkplatz für unser quietsch-gelbes Mietauto gefunden werden, was gar nicht so leicht war, denn nirgends waren offizielle Parkplätze ausgeschildert (Ha, Ha, guter Witz!) Man parkt einfach wo Platz ist. In einer kleinen Seitenstraße kam unser Wagen zum stehen und wir machten uns zu Fuß daran den ziemlich steilen und eng bebauten Berg zu erklimmen. Wir gingen durch mehrere sehr enge Gässchen und fanden sogar ab und zu ein Schild, das auf die Burg verwies. Endlich hatten wir es geschafft und standen vor dem offensichtlich frisch renovierten Haupteingang.

Der Eintritt kostete pro Person 2,00 Euro und dann durften wir nach Herzenslust auf dem Gelände herumstromern, klettern und entdecken. Es gab keine Wärter, die einem den Spaß vermiesten, allerdings auch keine Sicherheitsmaßnahmen beim balancieren auf den schmalen Simsen der Zinnen.
Gleich beim Eingang wurden die Reste des alten Burgtores ausgestellt, das schon vielen Erstürmungsversuchen getrotzt hatte.

Man konnte einmal um das ganze Gelände auf dem schmalen Weg an den Zinnen herumlaufen und dabei nach allen Richtungen die tolle Aussicht genießen. Das Wetter war sogar so klar, daß man am Horizont die Nachbarinsel Menorca erkennen konnte.

Der Innenhof ist mit Bäumen, Büschen, Palmen und Kakteen bewachsen und es stehen nur noch wenige Wirtschaftsgebäude.

Garten im Innenhof
Garten im Innenhof

In einem kleinen Haus ist ein Museum für Palmflechtarbeiten untergebracht, vor dem sogar einige ältere Damen in historischer Tracht saßen und solche Arbeiten anfertigten.
Vor einer dunklen Kammer stand ein in eine mittelprächtige Imitation eines Mittelaltergewandes gehülltes, junges Mädchen und ich war neugierig zu sehen, wovor sie denn da Wache stand. Ich spähte in den dunklen Raum und erkannte jede Menge scheinbar ausgestopfte Vögel. Als sich meine Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, erkannte ich, daß die Piepmätze alle noch atmeten, sich aufplusterten und mit den Augen rollten. Jedenfalls die Nachteulen unter ihnen.

Am anderen Ende des Geländes steht noch eine kleine Kirche, die sogar noch genutzt wird. Als wir einen vorsichtigen Blick ins Innere werfen wollten, merkten wir, daß gerade für ein Konzert geprobt wurde, das kurze Zeit später begann und für das die ersten Gäste bereits eintrafen.
Wir knipsten noch schnell ein paar Fotos und machten uns dann auf den Rückweg zum Auto; begleitet von den ersten Tönen der traditionellen Band, die auf dem Weg nach unten immer leiser wurden.

Wer gerne in alten Gemäuern rumstromert, ungehindert auf fast tausend Jahre alten Wehrmauern kraxeln möchte und sich ein bißchen für Geschichte interessiert, dem kann ich die Burg von Capdepera wärmstens empfehlen. Mit Kindern muß man vorsichtig sein, weil es viele Stellen gibt, wo man runterfallen kann, also am besten irgendwo anbinden …
Aber mit den zwei Euro Eintritt unterstützt man die Erhaltung des Kulturgutes und das ist es auf jeden Fall wert.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht