Creu d’Es Picot

Besucht man den Südosten der Mittelmeerinsel Mallorca, empfiehlt sich ein Besuch des „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch mehrere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen gibt. Eines davon ist das „Creu d’Es Picot“. Zu ihm gelangt man über die ca. 5,5 km lange Serpentinenstraße, die sich in engen Kurven den Berg hinauf schlängelt. Man kann sich natürlich auch Zeit nehmen und mehr oder weniger gemütlich den alten Pilgerweg hinauf wandern, der an mehreren Stellen die Straße kreuzt. Etwa 250 Meter vor dem Gipfelplateau, auf dem „Puig des Milá“, erhebt sich in 478 Meter Höhe das 14 Meter hohe Steinkreuz. Auf ihm ist eine Inschrift in Catalan zu lesen: „Cermans aouests bracós sempre oberts per a tothom“, was soviel bedeutet wie: „Den Brüdern die Arme öffnen für jeden“.
Es ist bereits das Dritte Kreuz, das an dieser Stelle errichtet wurde. Dieses steht seit 1957. Das erste Kreuz war noch aus Holz und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Das Zweite fertigte man aus Metall, hatte eine Höhe von 11 Metern und stand von 1927 bis 1951 an dieser Stelle. Beide Kreuze wurde Opfer der Witterung und wurden irgendwann von Stürmen schwer beschädigt oder hinweg gefegt. Das heutige Steinkreuz erweist sich als wesentlich beständiger als seine Vorgänger und wird wohl noch länger über das Tal wachen. Von der Plattform aus, zu Füßen des Creu d´Es Picot hat man bereits einen wunderbaren Panoramablick über die weite Ebene bis zum Meer. Das Fernrohr, das an dieser Stelle mal stand, mit dessen Hilfe man die Gegend noch etwas genauer betrachten konnte, wurde in der Corona-Zeit leider deinstalliert.

Obwohl man von diesem Aussichtspunkt noch nicht ganz auf dem Gipfel des Puig des Sant Salvador angekommen ist, liegt einem bereits die halbe Insel zu Füßen:
Von Nordwesten bis Nordosten erhebt sich die Serra de Tramuntana, im Norden erspäht man die Städte Felanitx und Pollença und im Nordosten Alcúdia. Im Osten entdeckt man die Calas de Mallorca und im Süden liegen Portocolom und Cala d’Or. Im Südwesten reicht der Blick über das Mittelmeer sogar bis zur Insel Cabrera, die dem Betrachter am Horizont entgegen flimmert. Letztere erkennt man allerdings besser,steigt man ganz hinauf bis zum Gipfelplateau, auf dem einen die schon von weitem ersichtliche Christusstatue und das alte Kloster Santuari de Sant Salvador erwarten.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Kapelle Mare Déu del Bon Pastor

Im Südosten von Mallorca erhebt sich der „Puig des Sant Salvador“. Das ist ein 510 Meter hoher Berg, der sich aus der flachen Ebene erhebt, nahe der Stadt Felanitx, auf dem es außer der spektakulären Aussicht noch die ein oder andere geschichtsträchtige Sehenswürdigkeit zu entdecken gibt. Eine davon ist eine kleine Kapelle, die sich auf dem Weg zum Gipfelplateau in einer der engen Kurven der ca. 5,5 Km langen Serpentinenstraße schmiegt. Fährt man mit dem Wagen da hoch, gibt es kaum Möglichkeiten, ihn direkt bei der Kapelle auf dem schmalen Weg abzustellen. Daher empfiehlt es sich, aus dem Abstecher eine kleine Wanderung zu machen und den Berg auf dem alten Pilgerpfad zu erklimmen, der mehrmals die Asphaltstraße kreuzt. So hat man auch viel mehr Zeit und Muße, all die anderen Eindrücke in sich aufzunehmen und sich auf dem Weg nach oben an der immer spektakulärer werdenden Aussicht satt zu sehen.
Die kleine Kapelle „Mare Déu del Bon Pastor“ im neuromanischen Stil befindet sich etwa auf halber Höhe des Berges und wurde unter Monsignore Mosén Antoni Maria Alcover im Jahre 1910 errichtet. Mit „Bon Pastor“ im Namenszug ist jener Monsignore gemeint, der als eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Wiedererlangung der katalanischen Sprache im 20. Jahrhundert gilt.
Diese Kapelle ist der Ersatz für eine weitaus ältere Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, die reichlich mit „Azulejos“ ausgeschmückt gewesen sein soll. Unter Azulejos versteht man ein Bild aus bunt bemalten, meist quadratischen, glasierten, wetterfesten Keramikfliesen, mit denen in Spanien und Portugal gerne öffentliche Gebäude und Monumente künstlerisch herausgeputzt werden. Auf dem alten Kreuzweg, der gegenüber der Kapelle mit einer Stiege beginnt, sind noch 12 Stationen mit solchen Azulejo-Bildern aus dem 16. Jahrhundert zu finden.

Einer alten Legende nach soll einst ein Hirte im Gestrüpp genau an der Stelle, wo später die Kapelle errichtet wurde, ein glänzendes Bildnis der Mutter Gottes gefunden haben, wonach er sogleich von einem Engel dazu beauftragt wurde, selbiges auf den Gipfel des Berges zu tragen, wo heute das ehemalige Kloster Santuari de Sant Salvador steht. Das muss irgendwann im 15. Jahrhundert gewesen sein, denn die Verehrung der Mutter Gottes am Sant Salvador geht nachweislich bis in dieses Jahrhundert zurück. Heute beherbergt die kleine Kapelle, an der man mit dem Auto viel zu schnell vorbei fährt, die in Stein gehauene Szene, wie der Hirte zusammen mit seinem Hund die Statuette der Madonna entdeckt.

 

 

 


Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Wandern auf Mallorca

Die Insel Mallorca bietet eine Vielzahl an ausgewiesenen und markierten Wanderwegen durch die abwechslungsreiche und zum Teil ziemlich hügelige und bergige Landschaft. Von leicht bis anspruchsvoll und manchmal sogar ziemlich schwierig ist für Natur- und Wanderfreunde alles dabei.
Man sollte allerdings beachten, immer genügend Wasser, ein bißchen Proviant und ein Handy dabei zu haben, für den Fall, daß man vom ausgewiesenen Weg abgekommen und versehentlich einem Ziegenpfad mitten ins Gestrüpp gefolgt ist. Die meisten Wege sind mit bunten Farbpunkten markiert, die man alle paar Meter auf den am Wegesrand liegenden Steinen und kleinen Felsen findet. Hat man sich für eine Route entschieden, folgt man entweder den blauen, gelben oder roten Punkten, fast wie bei einer Schnitzeljagd durch die Wälder, Berge und Täler. Bei besonders schwierigen Abschnitten muss man es schon mal den Ziegen gleich tun und unter Zuhilfenahme sämtlicher Extremitäten etwas klettern. Dafür wird man meist mit einer spektakulären Aussicht belohnt, sollte ein besonderer Gipfel das Ziel gewesen sein. Der Großteil der Wege sind allerdings recht angenehm  und leicht zu bewältigen und besonders bei älteren Wanderfreunden und Nordic-Walkern sehr beliebt.

Wandergebiete

Wanderwege

Leuchtturm Capdepera

Wenn man nicht ständig Lust hat, in Cala Ratjada am Strand rum zu liegen, wäre ein Spaziergang zum nahegelegenen Leuchtturm eine gute Alternative. Der Weg dorthin ist ein bißchen steil, dafür aber leicht zu finden. Man folgt einfach der Hauptstraße aus dem Ort heraus immer gerade aus, den Hügel hinauf. Was mich dahin gelockt hat, war, dass ich aus Erzählungen wusste, dass es da viele Katzen geben soll. Um so größer war meine Enttäuschung, dass sich nicht ein Westentaschentiger hat sehen lassen.
Dafür wurde ich mit einer großartigen Aussicht belohnt.

Sogar ein schwacher Regenbogen zeichnete sich am Horizont ab. Wenn das Meer ruhig ist, glänzt es richtig und hat eine ganz tolle Farbe. Wenn es nicht zu diesig ist, kann man sogar bis nach Menorca rüber gucken. Den Leuchtturm selbst kann man leider nicht besichtigen. Aber dafür hat man vor der Mauer eine Tafel aufgestellt mit ein paar Informationen zu Inbetriebnahme und den verschiedenen Leuchtmitteln die seit 1861 (so lange gibt´s den schon) benutzt und immer wieder ausgetauscht wurden. Leider nicht auf Deutsch.

Die breite Mauer, die die Straße von den Klippen abgrenzt, läd ein, sich darauf zu setzten und vielleicht ein kleines Picknick mit Aussicht aufs blaue Meer zu veranstalten, bevor man sich wieder auf den Rückweg macht.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Kathedrale von Palma

Nähert man sich der spanischen Baleareninsel Mallorca per Fähre vom Wasser her aus, ist sie die Erste, die den Besucher schon von weitem begrüßt: die beinahe achthundert Jahre alte Kathedrale der Heiligen Maria. Sie dominiert die Altstadt der Haupt- und Hafenstadt Palma de Mallorca und ist die Bischofskirche des Bistums Mallorca. Die Einheimischen nennen ihre Kathedrale schlicht „La Seu“, was so viel wie „der Bischofssitz“ bedeutet.
An der Kathedrale wurde jahrhundertelang gebaut. Den Anfang machte der Eroberer König Jaume I., der mit dem Bau der Kathedrale im Jahr 1230 begann. Die Grundsteinlegung erfolgte auf dem Platz einer islamischen Moschee, die zu diesem Zwecke weichen musste. Denn der neue Machthaber auch bekannt als Jakob I. der Eroberer, König von Aragón, König von Valencia, Graf von Barcelona (Katalonien), Graf von Urgel und Herr von Montpellier aus dem Haus Barcelona konnte seiner Anrede nun einen weiteren Titel hinzufügen: König von Mallorca. Schließlich hatte er doch gerade erst die Mauren erfolgreich von der Insel herunter komplimentiert und nun selbst die Herrschaft über das oft und viel umkämpfte Eiland übernommen.
Sein Sohn Jaume II. begann mit dem Bau der eigentlichen Kathedrale von der Hauptbasis her ab dem Jahr 1306, die nun auch als Mausoleum für das mallorquinische Königshaus dienen sollte. König Jaume II. selbst und Jaume III. sind hier begraben. König Jaume I. ist hier nicht zu finden. Seine sterblichen Überreste ruhen in der katalanischen Zisternen-Abtei Monestir de Santa Maria de Poblet in der Provinz Tarragona auf dem spanischen Festland.

Das Kirchenschiff wurde 1587 vollendet, während das Hauptportal endlich 1601 geweiht wurde. 1852 begannen dann die Arbeiten an der Hauptfassade, die schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts beendet wurden.
Das Gebäude ist nun 109,5 Meter lang und 33 Meter breit. Das Hauptschiff hat eine Länge von 75,5 Metern, ist 19,5 Meter breit und 44 Meter hoch. Die beiden Seitenschiffe messen eine Länge von jeweils 86 Metern, eine Breite von 10 Metern und sind 30 Meter hoch.
Das Gewölbe ruht auf vierzehn 30 Meter hohen Pfeilern.
Der Altarraum mit dem Chor wird hier auch gerne „Königskapelle“ genannt und misst 34 x 16 Meter. Obwohl die Kathedrale nicht mit „richtigen“ Türmen dienen kann, wie man sie sonst von Kirchen gewohnt ist, gehört das Gebäude dennoch zu den wichtigsten Bauwerken, die im gotischen Stil errichtet wurden.
Im Erdgeschoß des Glockenturms und in zwei Kapitelsälen ist seit 1932 das Museum der Kathedrale untergebracht. Hier findet man auch das Grab des Gegenpapstes Clemens VIII., der auch ab 1429 als Bischof von Palma amtierte.
Das Geläut mit seinen neun Glocken aus fünf Jahrhunderten nimmt unter den europäischen Bischofskirchen eine herausragende Stellung ein. Vier der Glocken stammen noch aus dem Jahr 1312! Zwei weitere mussten 1642 und 1991 neu gegossen werden. Die große Glocke mit 2 Metern im Durchmesser ist ca. 4.600 Kilo schwer und trägt den Namen „N´Aloi“. Sie wird nur zu sehr festlichen Anlässen geläutet. N´Aloi gehört zu den größten Glocken des Landes und ist außerdem die größte beweglich geläutete Glocke Spaniens.

Text: Nadja von der Hocht
Fotos: Wolfgang von der Hocht

Wandern bei Cala Agulla

In dem hügeligen Waldstück zwischen der Cala Agulla und der Cala Mesquida kann man wunderbar wandern. Vor der Cala Agulla gibt es einen großen Parkplatz, der außerhalb der Saison sogar kostenfrei ist. Von da aus kann man mit der Erkundung der Gegend beginnen.
Von den Pinien rings umher singen die Vögel ihre Lieder, man hört Glöckchengebimmel von der nahen Schafweide und ab und zu kreuzen wilde Ziegen den Weg.
Die Wege werden nicht nur von Wanderern, sondern auch von Reitern, Radfahrern, Nordicwalkern und im Herbst von Pilzesammlern benutzt. Die Wege sind mit farbigen Punkten markiert. Wir sind zur Abwechslung mal rechts abgebogen und einigen leuchtend roten Punkten hinterher geklettert. Der Weg ist ziemlich steil und hat es in sich. Er führt über einen bewaldeten Hügel und während der schweißtreibenden Kletterpartie gibt es nur wenige Punkte von denen man zwischen den Bäumen mal aufs Meer oder ins Inland spähen könnte. Aber nur nicht aufgeben. Irgendwann hat man den Berg bezwungen und dann wird man für die sportliche Betätigung doppelt und dreifach belohnt. Folgt man der roten Markierung bis zum Ende gelangt man über einen Hügelkamm bis zu einem alten Feuerturm, von dem leider nur noch die Hälfte steht. Von da aus hat man einen grandiosen Blick auf die Cala Agulla und entdeckt auch gleich, warum Cala Ratjada nach einem Krokodil benannt ist. An dieser Stelle kann man die Echse mit ein bisschen Phantasie gut erkennen, wie sie versucht ins Meer zu krabbeln. Und damit nicht genug: Man hat einen wunderbar weiten Blick ins Tal und weiter auf die Cala Mesquida, zu der man von da oben hinunterklettern kann, wenn man sich traut.

Der Blick von dieser Stelle aus ist unbeschreiblich. Die Farben von Meer und Himmel ändern sich minütlich und keine Kamera kann auch nur annähernd wiedergeben, was einem die Natur da bietet. Es wird einem die komplette Palette von blau über lila bis hin zu rosa gefärbtem Himmel und märchenhaft schimmerndem, silbrig glänzendem Meer geboten. Wenn da oben nicht so streng der Wind pfeifen würde, könnte man sich stundenlang nicht von diesem Ausblick losreißen. Ich kann allen Naturfreunden die steile Kletterpartie nur wärmstens ans Herz legen. Auch gerne mehrmals. Denn zu jeder Jahreszeit wird einem Licht- und Farbentechnisch wieder etwas anderes geboten. Mutter Natur ist eine großartige Künstlerin und wenn man ihre Werke in Bildern festhalten will, muß man sich ranhalten. Denn ihre Kunst ist vergänglich.

Text: Nadja von der Hocht